Geschichte des Tambourcorps

 


Gründungsmitglieder des Tambourcorps im Jahr 1953 mit König Josef Wahl



Am 14. Mai 1949 wurde das Tambourcorps Kripp gegründet. Der Idealismus war groß, die materiellen Mittel allerdings gering. Durch den Neuzugang junger, begeisterter Mitglieder, nahm das Corps eine erfreuliche Entwicklung.

                                                                       

Alte Instrumente wurden zum Spielen wieder hergerichtet und gebrauchte gekauft. Die erste Uniform bestand aus schwarzer Hose und weißem Hemd.



Nach kurzer Zeit und zur Freude aller Kripper, hieß es im Ort „Die Knöppelches - Jonge sind wieder da.“.
Dank des tatkräftigen Einsatzes von Protektor Günther Möller, besonders aber durch den Tambourmajor Walter Schmitt, war eine stetige Aufwärtsentwicklung festzustellen. So erfolgte auch die Anschaffung neuer Instrumente und neuer Uniformen. Dies war jedoch nur durch Spenden der damaligen Kripper Bürger, der Gewerbetreibenden und der Stadt Remagen möglich.

Unter der Leitung von Tambourmajor Walter Schmitt erfolgte eine stetige Weiterentwicklung des Corps. So war es nicht nur selbst-verständlich, dass das Tambourcorps bei fast allen örtlichen Festen auftrat, sondern darüber hinaus den Junggesellenverein auch bei vielen Festen innerhalb und außerhalb des Kreises Ahrweiler vertrat.
Das Tambourcorps wurde in den Jahren 1968 bis 1986 von dem damaligen Dechant, Pastor und Präses des Junggesellenvereins, Friedhelm Hammes, sehr stark unterstützt.


 
Als Tambourmajor Walter Schmitt im Jahre 1968 die Leitung in jüngere Hände gab, konnte er auf zwei Jahrzehnte erfolgreicher Arbeit zurückblicken. Mit Stolz konnte er auf die Erfolge bei Musikfesten und Wettstreiten hinweisen. So wurde Walter Schmitt zu Recht für seine zahlreichen Verdienste um das Tambourcorps von der Versammlung des Junggesellenvereins zum Ehrentambourmajor ernannt.

Das Tambourcorps wurde in den Jahren 1968 bis 1986 von dem damaligen Dechant, Pastor und Präses des Junggesellenvereins, Friedhelm Hammes, sehr stark unterstützt.

Ab dem Jahre 1968 führte dann Klaus Hüppen als neuer Tambourmajor das Corps.Zur Zukunftssicherung gründete er ein Jugendcorps und arbeitete so an der ständigen Weiterentwicklung des Tambourcorps. Sehr bald stellte er fest, dass eine musikalische Begeisterung, vor allem bei der Jugend, mit den althergebrachten Übungsmöglichkeiten nicht zu erreichen war. So wurde unter seiner Leitung und mit Hilfe von ausgebildeten Übungsleitern das gesamte Ausbildungsprogramm auf das Spiel nach Noten umgestellt.



Karnevalsuniform Kosaken

Dieses Übungsprogramm wurde theoretisch ausgebaut und als Vortragungsprogramm praktisch ausgeweitet. In dieser Zeit wurden teilweise auch neue Instrumente, Flöten, Trommeln, Pauke und eine Lyra angeschafft. Schon im Jahre 1973 wurde die erste Uniform für Fastnacht gekauft. Ohne die Spenden der Bürgerschaft, der Gewerbebetriebe, der Fährgesellschaft, der Stadt Remagen und dem Junggesellenverein selbst wäre dieses alles nicht möglich gewesen. Dafür sagen wir an dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön.

Im Jahre 1974 feierte das Tambourcorps unter der Leitung von Klaus Hüppen sein 25 jähriges Bestehen mit einem großen Tambour- und Fanfaren-Wettstreit um den „Pokal der Goldenen Meile“.
Mit Tambourmajor Klaus Hüppen wurde das Corps in den nächsten zwei Jahrzehnten über die Stadt- und Kreisgrenzen hinaus bekannt. Es können hier nicht alle erfolgreichen Musik-wettstreite und Konzerte aufgezählt werden. Besonders erwähnenswert sind jedoch die überregionalen Veranstaltungen in Maisons Laffitte und der Rheinland-Pfalz-Tag in Montabaur. Im Jahre 1985 wurde aus Anlass des Besuches in der Remagener Partnerstadt in Eigenleistung eine Vereinsstandarte angeschafft.
In Maisons Laffitte wurde das Tambourcorps mit großer Begeisterung aufgenommen. Dieser Besuch mit einem einmaligen Festzug und Konzert durch das Tambourcorps ist bis zum heutigen Tage allen Teilnehmern in unvergesslicher Erinnerung.



Besuch in MaisonsLaffitte

Neben dem Musizieren wurde auch das Marschieren fleißig geübt. In Reih und Glied sah man die Spielleute durch den Badenacker laufen, um die Kurventechnik zu verbessern. Durch all diese Bemühungen konnte das Tambourcorps sehr bald weitere Erfolge verbuchen.

Bei zahlreichen Wettstreiten und Kritikspielen in Eifel, Westerwald und Hunsrück wurden herausragende Platzierungen erreicht. Wie zum Beispiel beim Kreismusikfest 1981 in Löhndorf mit einem ersten Rang mit Belobigung und einem ersten Platz in der B-Klasse, beim Wettstreit in Remagen mit dem ersten Platz in der A-Klasse, dem ersten Festzuigpreis und dem Stabführerpreis, sowie dem Kreismusikfest 1983 in Ahrweiler,bei dem ebenfalls ein erster Platz mit Belobigung und der erste Platz in der Oberstufe errungen wurde.



Rheinland-Pfalz-Tag in Montabaur


 Brennholzbeschaffung beim jährlichen Zeltlager

Zur Unterstützung des Tambourcorps erfolgte dann im Jahre 1987 die Gründung des Fördervereins. Durch diese Gründung  war es möglich, das Tambourcorps auch mit moderneren Musikinstrumenten auszustatten.

Nachdem im Jahre 1988 die alte Fastnachtsuniform in die Jahre gekommen war, konnte nach einer großzügigen Stoffspende durch die Firma Worm eine neue Uniform angeschafft werden. In Eigenarbeit wurden die Uniformen von fleißigen Händen einiger Spielerfrauen und Müttern angemessen, genäht und angefertigt. Die so entstandene Gardeuniform gibt noch bis zum heutigen Tage ein prächtiges Bild ab.



Am Sonntag, dem 21. Mai 1989, beging das Tambourcorps sein 40 jähriges Bestehen, verbunden mit dem Kreismusikfest und dem Tambour- und Fanfaren-Wettstreit um den „Pokal der Goldenen Meile“. Die Jubiläumsfeier wurde am Sonntag, dem 21. Mai, mit einem Festgottesdienst im Festzelt eingeleitet. Die Schirmherrschaft hatte Prälat Friedhelm Hammes, langjähriger Präses des Junggesellenvereins, übernommen.

Die Jugendarbeit und der Zusammenhalt im Tambourcorps, durch den Tambourmajor Klaus Hüppen, bestanden allerdings nicht nur in der Fortentwicklung der Musik, sondern ein wesentlicher Bestandteil war auch die Freizeitgestaltung. Hier ist insbesondere das alljährliche Zeltlager zu nennen, ein Synonym für ein unvergessliches Wochenende am Nürburgring. Noch bis zum heutigen Tage denkt mancher der „Alten“ wehmütig an diese Zeit zurück.



Brennholzbeschaffung beim jährlichen Zeltlager




 Weitere Aktivitäten

Weitere Aktivitäten waren Kegelmeister-schaften, Schlittschuhlaufen und Schwimmbadbesuche. Der Tambourmajor legte großen Wert auf Kameradschaft und Disziplin.

So wurde auch alljährlich eine Weihnachtsfeier für die Spielleute und Angehörigen durch-geführt. Selbstverständlich war es auch, sich an den Fastnachtstagen nach getaner Arbeit (spielen der Fastnachtsumzüge) in geselliger Runde zu einem gemütlichen Beisammensein zu treffen.

Das Tambourcorps trat 1978 dem Kreismusiverband Ahrweiler bei. Dadurch konnten die Spielleute, besonders die Jugendlichen, nun an Lehrgängen des Kreismusik= verbandes teilnehmen. So wurden in über drei Jahrzehnten viele junge, aber auch einige ältere Musiker, erfolgreich geschult und mit Zertifikat aus-gezeichnet. Durch die ständige Weiterbildung nach Noten konnten nun auch verschiedene Musikstücke mehrstimmig gespielt werden. Daher erfolgte die Erweiterung des Flötensatzes um Alt-Tenor- und Diskantflöten.

Nicht unerwähnt soll bleiben, dass sehr viele Spielleute seit Bestehen des Tambourcorps für 10 jährige, 20 jährige, 25 jährige, 30 jährige und 40 jährige Mitgliedschaft mit Urkunde und Ehrennadeln ausgezeichnet wurden. Im Jahre 1989 wurde Otto Föhr für 35 jährige Mitgliedschaft mit einem Bildband durch den damaligen Vorsitzenden des Fördervereins, Helmut Schmitt (Rosenstr.), für seine besonderen Verdienste im Tambourcorps geehrt. Im Jahre 1994 erhielt er durch den Vorsitzenden des Junggesellenvereins, Günther Balas, aus Anlass seiner 40 jährigen Mitgliedschaft einen Zinnteller, gestiftet von den Spielleuten, eine Ehrenurkunde des Junggesellenvereins und den Ehrenbrief des Landesmusikverbandes Rheinland-Pfalz verliehen. Im Jahre des 150 jährigen Bestehens des Junggesellenvereins wird der noch immer aktive Paukenschläger, Heinz Delord, für seine 40 jährige Mitgliedschaft im Tambourcorps eine besondere Auszeichnung erhalten.

 
 Nach 25 Jahren Tätigkeit als Tambourmajor übergab Klaus Hüppen Ende des Jahre 1993 den Tambourstab an seinen Nachfolger Wolfgang Möller. Er hielt aber dem Tambourcorps dann noch ein weiteres Jahr als aktiver Trommler die Treue.

Am 23. April 1995 wurde Klaus Hüppen in einer sehr bewegenden Feierstunde im Pfarrheim Kripp mit viel Lob und Dank durch den Junggesellenverein Freundschaftsbund und die Spielleute verabschiedet. Der damalige Vorsitzende und Präsident des Junggesellen-vereins, Günther Balas, hob in einer Ansprache noch einmal die besonderen Verdienste des Tambourmajors in seinen 25 Jahren als Stabführer des Corps hervor. Klaus Hüppen hat eine Vielzahl von Ehrungen erhalten. Besonders erwähnenswert ist die Ehrennadel des Landesmusikverbandes für 30-jähriges aktives Musizieren und die goldene Dirigentennadel für 25 jährige Dirigententätigkeit vom Bundesverband der deutschen Blas- und Volksmusik.
Außerdem hat er über zwei Jahrzehnte erfolgreich die Belange des Tambourcorps im Vorstand des Junggesellenvereins mit enormen Einsatz, aber auch Loyalität vertreten.
Für seinen unermüdlichen Einsatz und langjährige Verdienste, besonders für die Jugendarbeit und die Aufnahme von Mädchen in das Corps, wurde er durch einstimmigen Beschluss der Jahreshauptversammlung des Junggesellenvereins zum Ehrentambourmajor ernannt.

Der neue Tambourmajor Wolfgang Möller musste nun in den folgenden Jahren sein Augenmerk auf die Heranbildung von Nachwuchsspielleuten richten. Dies war auch deshalb notwendig, da er den altersbedingten Abgang von mehreren Leistungsträgern, die über Jahrzehnte die Entwicklung des Corps geprägt hatten, verkraften musste.

Durch konsequente Nachwuchsarbeit, die neben Jugendlichen auch einige ältere Jahrgänge zum Tambourcorps brachte, konnte das musikalische Niveau gehalten werden. Das Repertoire umfasste neben den traditionellen Märschen auch Bearbeitungen aus der Blasmusik. In den letzten Jahren wirkten 14 Musiker und Musikerinnen im Kreisspielleuteorchester und acht Musiker beim Landesspielleutecorps mit.



Dank seines musikalischen Talentes konnte Wolfgang Möller mehrere Jahre neben seiner Tätigkeit als Tambourmajor auch als Übungsleiter fungieren. So wurden auch weiterhin Musikwettstreite erfolgreich besucht.

Im Jahre 1999, dem 50 jährigen Bestehen des Tambourcorps, wurden mehrere Veranstaltungen unter seiner Leitung durchgeführt.

Am Kirmessonntag fand ein Freundschaftsspiel im Festzelt statt. Unter der Stabführung von Wolfgang Möller erfolgte im Juni 1999 die Aufführung des „Großen Zapfenstreichs“, als Gemeinschaftsveranstaltung von Kirchenchor, Freiwilliger Feuerwehr und Tambourcorps anlässlich des gemeinsamen 250 jährigen Bestehens.



Das Tambourcorps konnte im Oktober sein Jubiläumskonzert mit Festakt in der Aula der Grundschule begehen. Dabei wurden neben Märschen, Originalkompositionen für Spielleute auch Melodien der Volksmusik vorgetragen. Im Dezember folgte zum Abschluss des Jubiläumsjahres in der kath. Pfarrkirche St. Johannes Nepomuk Kripp ein Adventskonzert mit weihnachtlichem Musikprogramm. In den letzten Jahren war es jedoch immer schwieriger, junge Menschen für die Musik im Tambourcorps zu begeistern.

Als Wolfgang Möller im Jahre 2004 sein Amt als Tambourmajor niederlegte, war es zunächst sehr schwer einen Nachfolger zu finden.
In einer Mitgliederversammlung wurde dann im Jahre 2004 Willi Kramer als neuer Tambourmajor gewählt. Leider war es ihm nur wenige Wochen vergönnt, dass von ihm so geliebte Corps zu leiten. Viel zu früh verstarb er für uns alle plötzlich und unerwartet.



In einer Mitgliederversammlung wurde dann im Jahre 2004 Willi Kramer als neuer Tambourmajor gewählt. Leider war es ihm nur wenige Wochen vergönnt, dass von ihm so geliebte Corps zu leiten. Viel zu früh verstarb er für uns alle plötzlich und unerwartet.

Durch diesen Verlust hat das Tambourcorps einen herben Rückschlag erlitten, von dem es sich bis heute leider nicht erholt hat. Für uns alle, aber auch für die Ortsvereine und Bürgerschaft von Kripp ist es bedauerlich, dass unser Tambourcorps derzeit aus personellen Gründen nicht spielfähig ist. Wir hoffen alle, dass sich möglichst bald junge musikliebende Menschen finden, die unserem Tambourcorps beitreten und nach erfolgreicher Einübung dazu beitragen, dass wir recht bald mit dem Corps wieder auftreten können.

In der Hoffnung, dass wir alle in Kripp dann wieder, wie im Jahre 1949 sagen können:

„Das Tambourcorps ist wieder da“.