Geschichte der Junggesellen

 Es war im Jahre 1857, als der erste Präsident Anton Rick mit den Jungmännern von Kripp zusammenfand und den Junggesellenverein ins Leben rief. Sehr schnell entwickelte sich eine harmonische Gemeinschaft, die nicht nach äußeren Ehren und materiellen Dingen trachtete, sondern zu einem echten Sammelpunkt gleichgesinnter Jungmänner wurde. Man war sich unter den damaligen Junggesellen einig, altes heimisches Brauchtum und die Geselligkeit zu fördern und zu pflegen.

Durch Treue, Energie und starke Einigkeit, aufgebaut auf religiöser Grundlage, gelang es der kleinen Schar schon im Gründungsjahr eine Fahne ihr Eigen zu nennen. Fortan veranstaltete der Verein bei jeder Kirmes seine Umzüge und trug bis zum heutigen Tage zur Verschönerung dieses Dorffestes bei.

 Zunächst wurden die alten Kirmesbräuche wahrgenommen. Während des Vereinsaufbaues entstanden neue Sitten und Gebräuche. Als erstes wurde die Versteigerung der Mädchen des Dorfes als Mailehen eingeführt, die jedes Jahr am Vorabend des 1. Mai stattfand. Bekannt ist aus der Überlieferung, dass oft hohe Preise gezahlt wurden. In der Versammlung vom 28. April 1895 verlangte der Präses des Vereins, Kaplan Kohlbecher aus Remagen, die sofortige Aufhebung dieser Unsitte der Mädchenversteigerung

Heute findet zu diesem Termin das Ansingen des Maibaumes in der Dorfmitte statt, welches durch den Junggesellenverein zusammen mit dem Förderverein des Tambourcorps gestaltet wird.

Bemerkenswert ist auch, dass bei der Verheiratung eines Mitgliedes diesem gemäß den Vereinssatzungen die Pflicht auferlegt wurde, im gleichen Jahr am Kirmes- und Fronleichnamstag in der sakramentalen Prozession den Himmel zu tragen. Dieser Brauch hat sich nur bis zum Beginn des ersten Weltkrieges erhalten. Seit der Nachkriegszeit wird dieses hohe Amt von den Mitgliedern der Schützengesellschaft ausgeübt. So schwanden teilweise bis dahin übliche Bräuche und Sitten, neue kamen hinzu. Der Wunsch aller Mitglieder ein Vereinsfähndel zu besitzen, wurde erstmals im Jahr 1907 erfüllt.


Ein Höhepunkt in der Vereinsgeschichte war das goldene Jubiläum im  Jahr 1907.
Eine wesentliche Veränderung für den Verein sei hier noch erwähnt. Am 04. Januar 1912 wurde der Zusammenschluss des Junggesellenvereins mit dem Freundschafts-bund beschlossen. Seither können nach der Heirat die jungen Ehemänner als inaktive Mitglieder im Verein verbleiben und werden nach 25 jähriger Vereinszugehörigkeit zum Ehrenmitglied ernannt.
Schon damals wurde erkannt,dass ältere und junge Mitglieder gemeinsame Arbeit zum Wohle der Dorfgemeinschaft leisten können.

 Erst die Arbeit, dann das Vergnügen

„Zuuu gleich!“, so schallte es auch dieses Jahr wieder am 28. April durch die Kripper Ortsmitte. Nur ausgerüstet mit den traditionellen „Stiepen“, einer Seilwinde und ihrer eigenen Muskelkraft stellten die Junggesellen den Jubiläums-Maibaum.

Schon früh am Morgen traf man sich in der Ortsmitte. Mit dem Traktor ging es dann in den Remagener Stadtwald. Dort galt es erst einmal die bereits von Vereinskamerad Roland Schmitt gefällte fast 30 m lange Fichte aus dem Wald auf die Straße zu befördern. In dem unwegsamen Gelände ist das nur mit Unterstützung des Traktors und der Kraft vieler Hände zu schaffen. Auch beim Verladen auf den Traktor und den Nachläufer mussten alle mit anpacken.

Doch dann kam die erste, wohlverdiente Pause. Mit einem gepflegten Stubbi in der Hand ließen sich die Kameraden, auf dem Maibaum sitzend, auch diesmal wieder sicher von Treckerfahrer Ingo Wolf nach Hause chauffieren.

                            
Pause beim Aufstellen des Maibaumes auf dem Ortsmittenplatz

In der Dorfmitte angekommen hieß es den Baum abzuladen, zu schälen und zu schmücken. Seit langer Zeit ziert in diesem Jahr erstmalig wieder eine Lichterkette die Krone des Baumes. Der Kranz wurde wie jedes Jahr vom Ehrenmitglied Otto Föhr gebunden.

Die Seilwinde, die früher an einer Linde auf dem alten Schulhof befestigt wurde, kam auch diesmal zum Einsatz. Allerdings wird die Linde heute durch einen von der Stadt Remagen bereitgestellten LKW ersetzt.

Nach den Vorbereitungen wurden die „Stiepen“ besetzt und der Maibaum Stück für Stück in die Höhe gedrückt bis er die endgültige Position im Maibaumloch erreichte.
Nach dem Verkeilen im Maibaumloch ging man wie immer zum „Gemütlichen Teil“ über. Bei Fleischwurst, Käse und Bier wurde die geleistete Arbeit begutachtet

Am Vorabend des 1. Mai begrüßten die Ortsvereine und die Kripper Bürger, nach einem Festzug durch den Ort, mit einem Ständchen am Maibaum den Frühling. Bei Bier und Wein feierte man noch bis in die späten Abendstunden.


 Was ist eine Stiepe?

„Stiepen“ sind lange Rundhölzer die an einem Ende mit einem Seil verbunden sind. Das Seil wird unter dem liegenden Baumstamm angesetzt. Die Stiepen werden anschließend von bis zu sechs Mann pro Rundholz immer weiter in die Senkrechte gedrückt und der Baum somit langsam aufgestellt. Durch das spreizen der Stiepen am Boden wird der Baum in seiner seitlichen Lage stabilisiert.Bei Bier und Wein feierte man noch bis in die späten Abendstunden.

 Mit dem Ausbruch des 1. Weltkrieges wurde dem Vereinsleben ein schwerer Schlag versetzt.

13 Mitglieder sind in der Blüte ihrer Jugend draußen auf den Feldern des Todes verblieben. Doch kaum fanden die kriegerischen Jahre ein Ende, erblühte neues Vereinsleben. Trotz der wirtschaftlichen Schwierigkeiten dieser Jahre gelang es dem Junggesellenverein Freundschaftsbund wieder in den Dienst der Dorfgemeinschaft zu treten. Im Jahre 1926 wurden auf dem Stiftungsfest zwei neue Vereinsfahnen eingeweiht. An den Festzügen, beim Kirmes-Weckruf und anderen Anlässen wurde zu Ehren des Pastors, des Ortsvorstehers und verdienter Bürger das Fähndel geschwenkt. In der Chronik wird gleichzeitig die Einführung des Königsschießens festgehalten, das alljährlich am Schutzfeste des hl. Josef stattfand. Dem Schützenkönig wird an Kirmes und am Stiftungsfeste die gebührende Ehre zuteil. Er nimmt einen besonderen Platz in den Festzügen ein. Die alten Traditionen, insbesondere das Fähndelschwenken sowie das Setzen des Maibaumes, wurden wieder in den Vordergrund gestellt.



Mit dem dritten Reich kam wieder eine schlimme Zeit. Die Aufgaben des Vereins wurden weitgehend eingeschränkt. Bei Ausbruch des 2. Weltkrieges wurden viele junge Männer zu den Waffen gerufen. Die Vereinstätigkeit erlahmte nun ganz. Viele Männer aus Kripp kehrten nicht mehr aus dem Kriege zurück, darunter 19 Mitglieder des Vereins.
Der verbleibende Rest der zurückgekehrten Mitglieder, gemeinsam mit der heranwachsenden Jugend, konnte Dank der Initiative des Mitgliedes Matthias Föhr den Junggesellenverein Freundschaftsbund am 14. Juli 1947 im Gasthaus „Rhein - Ahr“ neu gründen. In diesen schweren Nachkriegsjahren sah der Verein seine erste Aufgabe darin, entschlossen zuzupacken. Es galt, die früheren Traditionen wieder aufleben zu lassen, den Nachwuchs zu fördern und die Zukunft des Vereins zu sichern.

Zum ersten Male nach dem 2. Weltkrieg wurde am 30. April 1948 wieder der Maibaum aufgestellt.
Auch der schöne Brauch des Ständchen-singens, das so genannte „Heuleseinholen“, wurde mit dem 30. Oktober 1948 erneut eingeführt. Wenn eine auswärtige männliche Person ein Mädchen aus Kripp zur Frau ehelichen wollte, dann besuchte der „Heulespräsident“ des Junggesellenvereins mit einigen Mitgliedern des Vereins die Familie und das Brautpaar und sprach den „Heulesspruch“. Der Heulespräsident hatte dabei einen Besenstiel mit Putzlappen und einen Blumenstrauß in der Hand.

In der heutigen Zeit ist das „Heuleseinholen“ leider nicht mehr konsequent durchzuführen. Hier der Heulesspruch der damaligen Junggesellen:

Hier kommen die Kripper Junggesellen
mit dem St. Johannisstab,
um zu holen eine große Gabe.
Sie sind in unseren Schafstall eingedrungen und haben uns
das
schönste Schäflein genommen.
Sie sind in unseren Rosengarten eingedrungen und haben uns
das
schönste Röslein genommen.
Nicht das schönste Schäflein,
nicht das schönste Röslein,
sondern die schönste Jungfrau fein.
Und das soll Ihre Strafe sein:
Soviel Kuchen und Braten,
wie dieser Tisch kann tragen,
und soviel Bier und Wein,
dass man ein Mühlrad damit
treiben kann.
Doch wir wollen Sie nicht länger betrüben,
Sie können gehen nach Belieben,
und wünschen Euch im nächsten Jahr
ein Knäblein wunderbar.


 Nach 150 Jahren Vereinsleben heißt der neue König  Bastian Ehlert

Vor dem gemeinsamen Kirchgang wurde der noch amtierende König, Axel Blumenstein, mit allen Ehren abgeholt. Er ließ es sich natürlich nicht nehmen seine Vereinskameraden wieder einmal „königlich“ zu bewirten.

Nach dem Hochamt legte man zum Andenken an die Gefallenen und verstorbenen Kameraden einen Kranz am „Kriegerdenkmal“ auf dem Friedhof nieder. Im Festzug mit dem Tambourcorps Oberwinter ging es dann zum Frühschoppen auf den Schützenplatz. Bei Freibier und belegten Broten stimmten sich die Vereinsmitglieder auf den bevorstehenden Wettbewerb ein. Begonnen wurde um 14 00 Uhr mit dem Schießen der inaktiven Mitglieder. Hierbei waren die folgenden Schützen erfolgreich:

Guido Möller (Kopf)
Roland Schmitt (linker Flügel)
Frank Schmitt (rechter Flügel)
Jürgen Delord (Schweif)
Alfred Klein (Rumpf).

Dann wurde es spannend. Um 16 00 Uhr begann der Kampf um die Königswürde.

Den ersten Schuss feuerte Axel Blumenstein auf den Kopf ab. Nach weiteren 68 Schuss gelang es Michael Ockenfels den Kopf vom Rumpf zu trennen. Mit dem 116. Schuss erlegte Marco Tanghe den linken Flügel. Weitere 53 Schuss waren nötig bis Adrian Becker den rechten Flügel abschoss. Und zu guter letzt holte Markus Schäfer mit dem 186. Schuss den Schweif.

Das große Zittern begann als Bastian Ehlert um 19 05 Uhr dem Rumpf den ersten Treffer verpasste. Von nun an stieg die Spannung sowohl bei den Schützen, als auch bei den Zuschauern von Minute zu Minute.

                                               

Um 19 40 Uhr war es dann endlich soweit. Bastian Ehlert holte mit dem 243. Schuss den Rumpf von der Stange.Nach dem der erste Jubel verebbt war, nahmen Präses Dr. Johannes G. Meyer, der Ortsvorsteher Heinz-Peter Hammer und der Präsident Markus Schäfer die Siegerehrung vor.

In einem großen Fackelzug, mit musikalischer Begleitung durch die Rhein-Ahr-Spatzen, wurde der neue König im Anschluss nach Hause gebracht. Hier angekommen, ließ er es sich, wie am Morgen noch sein Vorgänger, nicht nehmen, seine Gäste und Vereinskameraden „königlich“ zu bewirten.

Bastian Ehlert geht neben Jakob Breuer (75 jähriges), Philipp Bauer (100 jähriges) und Uwe Klein (125 jähriges) als Junggesellen-schützenkönig des 150 jährigen Jubiläums in die Analen des Vereins ein.

Auch wenn das Königsschießen eine vereinsinterne Veranstaltung ist, so sind Gäste doch immer herzlich willkommen diesen besonderen Tag mit den Junggesellen zu feiern.


 Junggesellenkönige des Vereins ab 1926

Hans Schefter 1926-1927                                  
Karl Lohmer 1927-1929                                    
Hans Schefter 1929-1930                                 
Josef Klöckner 1930-1931                                
Peter Breuer 1931-1932                                     
Jakob Breuer 1932-1933                                    
Michael Breuer 1933-1934                                 
Toni Wilhelm 1934-1935                                   
Ernst Heisterkamp 1935-1936                          
Wilhelm Bachem 1936-1937                             
Josef Gries 1937-1938                                        
Alex Breuer 1938-1939                                        
Hermann Tempel 1939-1940                           
Paul Stoffels 1950-1951                                     
Ludwig Lüttgen 1951-1952                                 
Karl Otto Lohmer 1952-1953                             
Josef Wahl 1953-1954                                        
Helmut Schmitt 1954-1955                                
Otto Sybertz 1955-1956                                       
Philipp Bauer 1956-1959                                  
Adolf Geuenich 1959-1960                                
Ewald Fox 1960-1962                                          
Otto Föhr 1962-1963                                            
Hermann Schmitz 1963-1964                            
Heinz Schmitz 1964-1965                                   
Alois Stiehm 1965-1966                                      
Dietmar Bauer 1968-1969                                  
Elmar Hammer 1969-1970                                
Helmut Schmitt 1970-1971                                 
Helmut Kremer 1971-1972                                 
Helmut Schmitt 1972-1973

                                

                                                                                  
 Junggesellenkönige des Vereins ab 1973

 Heinz-Peter Linden 1973-1974
 Heinz Delord 1974-1975
 Horst Krebs 1975-1976
 Frank Schmitt 1976-1977
 Jürgen Kohzer 1977-1978
 Ludwig Berger 1978-1979
 Hermann Tempel 1979-1980
 Wilfried Schwarz 1980-1981
 Georg Scheuer 1981-1982
 Uwe Klein 1982-1983
 Andreas Becker 1984-1985
 Michael Wahl 1985-1986
 Bernd Becker 1986-1987
 Matthias Kunz 1987-1988
 Thomas Schmitt 1988-1989
 Jörg Breuer 1989-1990
 Michael Wahl 1990-1991
 Udo Schmitt 1991-1992
 Thomas Schremmer 1992-1993
 Jörg Laux 1993-1994
 Edwin Becker 1994-1995
 Thomas Schremmer 1995-1996
 Guido Möller 1996-1997

 Guido Mostert 1997-1998
 Ingo Wolf 1998-1999
 Ralf Hille 1999-2000
 Carsten Delord 2000-2001
 Markus Schäfer 2001-2002
 Michael Ockenfels 2002-2003
 Frank Kremer 2003-2004
 Udo Schönherr 2004-2005
 Thomas Schremmer 2005-2006
 Axel Blumenstein 2006-2007
 Bastian Ehlert 2007 - 2008



                               Im Mai 2007 sah man im Umkreis von 20 Km überall die Plakate des Junggesellenvereins

         



                                    




 Auf den Stiftungsfesten des Vereins wurde im Wettstreit der auswärtigen Fähnriche um das „Band der Goldenen Meile“ geschwenkt. In den anschließenden Jahren wurden Kripper Fähnriche durch das Doppelschwenken weit über die Grenzen unseres Ahrkreises bekannt. Ein Kripper Fähnrich errang im Wettstreit das „Blaue Band vom Siebengebirge“.

Im Jahre 1948 führte der Junggesellenverein Freundschaftsbund zusammen mit dem Martinsausschuss den Martinstag als Brauchtum in Kripp wieder ein. Anfangs wurde zur Freude der kleinsten und kleinen Dorfbewohner eine Fackelprämierung durchgeführt. Diese Tradition wurde später fallengelassen. Die Schule und die Kindergärten erhalten stattdessen eine finanzielle Unterstützung aus dem Martinslosverkauf des Junggesellenvereins, um kleinere Anschaffungen selber tätigen zu können. Das Aufschichten des Martinsfeuers und die Durchführung des Martinszuges verbleibt allerdings in den Händen des Martinsausschusses des Junggesellenvereins.



Am Karnevalsdienstag des Jahres 1949 trat der Verein mit seinen Veranstaltungen wieder in die Öffentlichkeit. Außer seinem Preismaskenball hat er zur Belustigung der Dorfjugend das beliebte Strohbärtreiben wieder eingeführt. Dieses Fest der Narren wurde in den 70er Jahren auf den Karnevalssamstag verlegt und wird heute durch verschiedene Gruppierungen aus Kripp bereichert. Der Junggesellenverein ist glücklich, dass den Krippern dieser Tag des rheinischen Straßenkarnevals verblieben ist.
Der Preismaskenball ist anderen Karnevalsveranstaltungen gewichen, das Strohbärtreiben als alte Tradition ist dem Ort erhalten geblieben – und dies ohne Unterbrechung.

Ein entscheidendes und bedeutungsvolles Ereignis war die Gründung eines Tambourcorps am 14. Mai 1949.

Das Königsschießen wurde im Jahre 1950 wieder aufgenommen und ist seitdem das erste Highlight des Junggesellenvereins im Frühling. Dieser Tag wird mit dem morgendlichen Kirchgang und anschließender Ehrung der gefallenen und verstorbenen Mitglieder am Ehrenmal eingeleitet. Die eigentlich interne Veranstaltung ist inzwischen zu einem netten kleinen Dorffest geworden. Große Teile der Bevölkerung wandern an diesem Frühlingstag zum Schützenplatz, um mit dem Junggesellen-verein den neuen Schützenkönig zu feiern.


           Junggesellenkönig Ludwig Lüttgen 1951

           

          Junggesellenkönig Phillip Bauer 1957

          


 
Der ermittelte Schützenkönig wird von dem Präses ausgezeichnet und erhält die Königskette. Der neue Teil der Königskette wurde nach dem 2. Weltkrieg von den Ehrenmitgliedern gestiftet. Der ältere Teil wurde während des Krieges von dem damaligen Schützenkönig Hermann Tempel vergraben und später geborgen.

So symbolisiert diese Kette heute die Verbundenheit von Generationen und gemeinsame Arbeit. Beim Frühschoppen an der Maikirmes erhält der Schützenkönig aus der Hand des Bürgermeisters den von der Stadt gestifteten Königsorden.



 Die Ehrung der Gefallenen des Dorfes war dem Junggesellenverein vom Ende des 2. Weltkrieges an ein besonderes Anliegen. Seit dem Jahre 1950 wurden die Soldatengräber auf dem Ehrenfriedhof gepflegt. Bis zur Umbettung auf den Ehrenfriedhof Bad Bodendorf wurde der im Gefangenenlager Kripp verstorbenen Soldaten besonders gedacht. Die neue Gedenkstätte für die Gefallenen wurde von dem damaligen Verein für Denkmalpflege unter Vorsitz von Herrn Ernst Dannemann mit unserer Unterstützung errichtet.

Neben den Vereinsaktivitäten hat der Verein immer ein Interesse an den Belangen des Ortes gezeigt. In Zusammenarbeit mit dem Bürgerverein wurden Lose verkauft und aus dem Erlös die Bürgersteige in der Quellenstraße angelegt. Mit Wirkung eines Beschlusses vom 01. September 1951 nimmt der Verein unter Mitwirkung des Tambourcorps an den Goldenen Hochzeiten mit Fackelzug und Ständchen teil, wenn dies von den Jubilaren gewünscht ist.

In der Vereinschronik wird die Stiftung eines neuen Schwenkfähndels durch die Firma Gebr. Breuer dankbar erwähnt. Die Gebrüder Breuer wurden als Ehrenmitglieder ernannt. Nun folgten einige Jahre ruhiger Vereinsgeschichte.

Die aufgetretenen Nachwuchsprobleme, verursacht durch den Generationswechsel, mussten in Angriff genommen werden. Durch Vereinsfahrten, andere Geselligkeiten und durch intensive Jugendarbeit wurde das Bestehen des Vereins gesichert.


 
Kranzniederlegung zu Ehren der gefallenen und verstorbenen Mitglieder

            


 Zu einem begeisternden Erlebnis für die ganze Dorfgemeinschaft und der Mitglieder wurde das 100 jährige Stiftungsfest vom 03. – 04. August 1957. Unter der Leitung des Präsidenten Günther Möller wurde ein umfangreiches Festprogramm geboten und unser Ortsteil stand zwei Tage lang im Zeichen des Junggesellenvereins. Ein imposantes, festliches Bild bot sich bei den Festzügen durch den geschmückten Ort. Ein weiteres schönes Fest wurde am 28. und 29. Juni 1969 anlässlich des 20 jährigen Wirkens des Tambourcorps gefeiert. Unter der Schirmherrschaft von Herrn Dechant Hammes wurden auch diese Veranstaltungen für den Verein ein Erfolg.

An dieser Stelle gilt Herrn Dechant Hammes, der von 1968 bis 1986 als Pfarrer von Kripp unser Präses war, besonderer Dank. Er stand dem Junggesellenverein besonders nahe und war sehr aktiv am Geschehen des Vereins beteiligt. Er machte stets deutlich, dass der Ursprung unserer Traditionen und Bräuche dem kirchlichen Leben entstammt.

Nach 20 jähriger Tätigkeit trat im Jahre 1968 Tambourmajor Walter Schmitt von seinem Amt zurück und übergab den Tambourstab an seinen Nachfolger Klaus Hüppen. Für sein verdienstvolles Wirken wurde Walter Schmitt zum Ehrentambourmajor ernannt.


 Der Kirmesmann

Eine alte Tradition auf der Kripper Kirmes ist das Aufhängen des Kirmesmanns. Die Strohpuppe wird jedes Jahr von neuem von den jüngsten Vereinsmitgliedern in liebevoller Kleinarbeit hergestellt. Ihren Platz fand sie früher über dem Eingang des Festzelts. Heute hängt sie innen im Zeltgiebel.

Zum Abschluss der Kirmes wird der Kirmesmann in einer feierlichen Prozession abgehangen und im Trauerzug über den Kirmesplatz zu Grabe getragen. Die Junggesellen schmücken sich hierzu mit großen Rhabarberblättern als Kopfschmuck und Papiertischdecken als Trauergewand. Nach dem Verbrennen des Kirmesmanns ist die Kirmes offiziell beendet.




 Ab 1971 wurde die Kripper Maikirmes ununterbrochen in einem Festzelt veranstaltet. Trotz dem hohen finanziellen Risiko und einer enormen Mehrarbeit hat der Verein der gesamten Bürgerschaft die Möglichkeit erhalten, dieses traditionsreiche Fest gemeinsam zu feiern. Zu ihrem geliebten Frühschoppen wurden die Einwohner ab 70 Jahren besonders eingeladen und mit kleinen Aufmerksamkeiten bedacht. Dies kann aus Datenschutzgründen heute leider nicht mehr erfolgen, da entsprechende Daten nicht mehr vorhanden sind.

Aber auch für die Kinder gibt es alljährlich Überraschungen und Sondereinlagen musikalischer Art. Die Verantwortlichen des Vereins sind sich bewusst, dass diese gemeinsam gepflegte Gemütlichkeit eine Besonderheit darstellt und für die Zukunft erhalten bleiben muss.

Im Jahre 1982 beauftragte der Kreismusikverband das Tambourcorps mit der Austragung des Kreismusikfestes am 16. Mai. Natürlich stand 1982 auch das 125jährige Jubiläum des Junggesellenvereins im Mittelpunkt. So feierte der Verein vom 30. April bis 2. Mai 1982 sein Stiftungsfest. Hierbei weihte der Präses Dechant Hammes am Sonntagmorgen in der im Zelt abgehaltenen heiligen Messe ein neues Fähndel. Natürlich durfte auch in diesem Jahr die traditionelle Maikirmes nicht fehlen. Auf beiden Festen verbrachte die Dorfgemeinschaft zusammen mit dem Junggesellenverein ein paar nette Stunden.

Nach einigen ruhigen Jahren der Vereinsarbeit gründete man am Freitag, den 27. November 1987, den Förderverein des Tambourcorps. Als erster Vorsitzender des Vereins wurde Helmut Schmitt gewählt. Der Förderverein unterstützt seitdem das Corps und führt das Maiansingen durch.

Mit Stolz erfüllt den Junggesellenverein die Tatsache, dass Anfang des 21. Jahrhunderts wieder das Doppelschwenken aufgelebt ist. Auch wenn die Tradition des Fähndelschwenkens nie aufgegeben wurde, so ist diese Art des Schwenkens doch etwas ganz Besonderes.

Im Jahre 1993 gab es dann wieder einen Wechsel an der Spitze des Tambourcorps. Nach 25 jähriger Tätigkeit als Tambourmajor trat Klaus Hüppen zurück. Er übergab den Stab an Wolfgang Möller und wurde für seine Verdienste um das Corps zum Ehrentambour-major ernannt. Wolfgang Möller führte das Corps erfolgreich durch die nächsten 10 Jahre bis er Ende 2004 seine Dirigentschaft beendete. Sein Nachfolger wurde leider nur für sehr kurze Zeit Willi Kramer. Er verstarb schon im Februar 2005.

Aus dieser Chronik möge der Leser entnehmen, welche Arbeit in unserem Verein geleistet wurde. Es wird auch weiterhin das Bestreben des Junggesellenverein Freundschaftsbundes sein, alles Schöne und Gute zu erhalten.

Treu Gott, Treu deutsch,
Treu den alten Sitten,
Rheinisch fröhlich, Einig frei

 Da oben leuchten die Sterne ....

Jedes Jahr an einem Abend um den 11. November wird der Ort durch hunderte kleiner Lichter erleuchtet.

Es ist Sankt Martin.


Die Kripper Kinder ziehen, von Blasmusik begleitet, mit ihren selbst gebastelten Laternen durch die Straßen.

Vorneweg reitet Sankt Martin auf seinem stolzen Ross. Der Fackelzug zieht von der Grundschule durch den Baumschulenweg über die Mittel- und Quellenstraße hin zum Martinsfeuer im Badenacker. Hier wird die Nacht zum Tag gemacht. Die Kinderaugen strahlen beim Anblick dieses gewaltigen Feuers, welches im Remagener Stadtgebiet wohl einzigartig ist.



Von hier aus geht es in loser Formation zum Feuerwehrhaus. Dort verteilt Sankt Martin, unterstützt von Lehrern und Erzieherinnen, an jedes Kind einen süßen Weckmann.
Begleitet wird der Martinszug von der freiwilligen Feuerwehr Kripp und Mitgliedern des Junggesellenvereins, die gemeinsam die Absicherung des Zuges übernehmen.
Aber damit allein ist es nicht getan. Unter der Leitung des langjährigen Martinsauschussvorsitzenden Günter Keller laufen die Vorbereitungen für den Martinsabend bereits Monate im Voraus an. Das Aufschichten des Feuers durch Mitglieder des Junggesellenvereins beginnt drei Wochen vor dem Martinsabend. An zwei Samstagen können die Kripper auf dem Feuergrundstück ihr unbelastetes Brennmaterial abgeben.
Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle Herrn Mathias Müller für die kostenlose Bereitstellung des Grundstücks. Das Brennholz wird Stück für Stück zu einem großen Haufen aufgeschichtet. Papier, Plastik oder sonstige umweltschädlichen Stoffe müssen dabei aussortiert werden. Auch nach dem Martinsabend geht die Arbeit weiter. So muss z. B. die Feuerstelle geräumt und die Reste entsorgt werden.



Der Martinsabend wird allein durch den Verkauf der Martinslose finanziert. Von den Einnahmen werden die angefallenen Kosten des Martinsabends beglichen. Der Rest des Geldes wird an die Grundschule und die Kindergärten verteilt und kommt den Kindern des Ortes zu Gute. So konnte im vergangenen Jahr ein Betrag von 640,- € übergeben werden.

Der Junggesellenverein Freundschaftsbund freut sich, dieses Brauchtum uneigennützig und durch die finanzielle und tatkräftige Unterstützung der Kripper Bevölkerung aufrechterhalten zu können.


 Kripper Strohbärtreiben

- Ein ganz besonderer Karnevalsumzug -


Der Junggesellenverein „Freundschaftsbund“ Kripp hat als Ausrichter des Strohbärtreibens auch im Karneval eine lange Tradition.

Dies belegt die Tatsache, dass die Veranstaltung in den Geschichtsbüchern erstmals im Jahre 1927 erwähnt wurde. Nach dem Krieg wurde das närrische Treiben wieder ab dem Jahre1949 veranstaltet und findet bis zum heutigen Tage alljährlich statt.

Zu diesem Anlass wird ein junger Mann des Junggesellenvereins, meist das jüngste Mitglied, in ein Strohkleid aus langhalmigem Stroh gebunden und von einem Treiber durch den Ort getrieben. Der Träger schützt sich vor den störrigen Halmen in der Regel mit dicker Kleidung, Handschuhen und Mütze. Daher ist die Aufgabe des Strohbärs regelmäßig eine schweißtreibende Angelegenheit. Die Kunst des Bindens wird hierbei innerhalb des Vereins von Generation zu Generation weitergegeben.

Der Strohbär soll hier jedoch nicht eine karnevalistische Spassfigur verkörpern, sondern vielmehr gibt es einen symbolischen Hintergrund. Mit Hilfe dieser Figur sollen die bösen Geister des Winters vertrieben werden, damit der freundliche Frühling Einzug halten kann.



Strohbär 1956

Ursprünglich wurde das Strohbärtreiben, welches traditionell am Karnevalsdienstag stattfand und seit den 70er Jahren am Karnevalssamstag durchgeführt wird, lediglich von den Mitgliedern des Junggesellenvereins und später auch vom vereinseigenen Tambourcorps begleitet.
Seitdem der Sportverein im Jahre 1982 erstmals mit dem damaligen Kinder-prinzenpaar am Strohbärtreiben teilnahm, entwickelt sich dieses stetig zu einem kleinen aber feinen Karnevalsumzug, der mit der Figur des Strohbärs ein ganz besonderes Highlight hat.

Hierauf wurde im Jahre 1997 auch die Redaktion des SWR- Fernsehen aufmerksam, die innerhalb ihrer Sendung „Landesschau“ über das Kripper Strohbärtreiben des Junggesellenvereins berichteten.



Alljährlich stellen auch die Mitglieder des Junggesellenvereins ihre Teilnahme als Fussgruppe oder mit einem Wagen unter ein bestimmtes Motto. So konnte man die närrische Schar in den vergangenen Jahren beispielsweise als Harry Potter, Gummibären, Feigling-Flaschen oder als Fussbälle durch den Ort marschieren sehen.

Ganz besonders zu erwähnen sind jedoch die prächtigen Motivwagen, die insbesondere Mitte der 90er Jahre in mühevoller Kleinarbeit errichtet wurden.



Sicherlich erinnern sich die meisten Kripper noch an die gelungenen Motive des Formel 1 Rennwagens, des Dinosauriers, der Mercedes A-Klasse beim „Elchtest“, des Schulbusses oder des Bat-Mobils. Dabei wurde die Arbeit der Mitglieder in diesen Jahren immer wieder durch Preise bei der Wagenprämierung des Remagener Karnevalszuges gewürdigt.