Festschrift  zur 300 Jahrfeier im Jahre 2005 


Eine Kripper Chronik

Am Stromkilometer 630, unmittelbar nördlich der Ahrmündung liegt auf der linken Rheinseite der Ort Kripp. Der Rhein, und insbesondere der Treidelweg, der sich auf der linken Seite den ganzen Fluss entlang zog, prägten den Ort.


Die ältesten Siedlungsspuren auf Kripper Ortsgebiet jedoch fand man bei Erweiter= ungsarbeiten des Friedhofs in der Nähe der Straße „Zum Ahrtal“. Es waren römi­sche Tonziegel, die zu einem Gebäude gehörten, das an der alten römischen Heerstraße lag, die von Remagen in südliche Richtung führte. Sie verlief über die heu­tige „Alte Straße“ in Remagen, die „Römerstraße“ in Kripp und überwand die Ahr in einer noch erkennbaren Furt. Näheres über den Zweck dieses Hauses ist nicht bekannt, und es verschwand spätestens mit der Auflösung des Römischen Reiches während der Völkerwanderung im vierten und fünften Jahrhundert.

Der Name „Kripp“ findet seine erste Erwähnung 1474 als Gemarkungsbezeichnung. Die Urkunde berichtet von kaiserlichen Truppen, welche die Stadt Linz im burgundischen Krieg vom gegenüberliegenden Ufer, der Kripper Seite, aus belagerten. Möglicherweise geht der Name zurück auf Futterstellen, die dort eingerichtet worden waren für die Treidelschiffer, die die Lastkähne mit Pferdegespannen gegen die Strömung den Rhein hinaufzogen. 1575 jedenfalls beschwerten sich Remagener Bürger bei Kaiser Rudolf II, weil Linz solche Futterstellen betrieb. Ursache war sicherlich nicht nur der Betrieb von Futterstellen für die Treidelschiffer, sondern so darf vermutet werden, dass die Linzer auf diese Weise auch das Remagener Stapelrecht unterliefen. Das Stapelrecht ist ein Monopol auf den Handel mit den Kaufleuten, deren Waren die Treidelschiffer, als ihren Beruf, beförderten. Der Handel war nur an bestimmten Orten erlaubt. Die Städte, die dieses Privileg hatten, nutzten es und erhoben Steuern. Der Schwarzhandel der Linzer führte also unmittelbar zu Steuerausfällen in Remagen. Der Remagener Ärger war um so größer, da das ganze auch noch auf Remagener Gebiet stattfand.

Remagen gehörte zu Jülch-Berg und Linz zu Kurköln. Dieser Grundkonflikt zwischen den Linzer und den Remagener Interessen sollte sehr lange die Kripper Ortsgeschichte bestimmen. Die Linzer hatten immer ein Interesse daran, dass ihnen gegenüber ein Ort entstand, so dass sie dort Handel treiben konnten, während Remagen dies versuchte zu verhindern. Der 20.Oktober 1705 war daher, außer für Johann Brewer, wohl auch für Linz ein Freudentag, denn an diesem Tag erhielt der genannte die Baugenehmigung für das erste Haus in Kripp durch Jan Wellem, dem Kurfürst von der Pfalz und Herzog von Jülich-Berg. Wegen der großen Mühe beim Roden der Buschhecken erhielt Johann Brewer auf 30 Jahre Steuerfreiheit, mußte allerdings einen Zins in Höhe von einem viertel Goldgulden an die Rentmeisterei in Neuenahr zahlen. Das Patent zum Bau des Hauses überbrachte der Amtmann aus Sinzig, der auch die einzelnen Zinszahlungen zu überwachen hatte. Auch sollte er dafür Sorge tragen, das die aufgebrachten Bürger von Remagen der Neuansiedlung nicht ein schnelles Ende bereiteten.

                                                                         

Ein wenig kurios ist, dass das Haus, welches heute in der Rheinallee 1 steht, im Torbogen die Jahreszahl 1701 trägt. Spöttische Zungen könnten behaupten, dass das erste Haus ein Schwarzbau war und dann erst nachträglich genehmigt worden ist. Sicher ist aber, dass das Haus erst 1706 fertig gestellt wurde und in diesem Jahr eine zweite Genehmigung an einen Anton Marx erteilt wurde. Das Jahr 1705 ist auf jeden Fall das durch Urkunden belegte Gründungsjahr für Kripp. Wir können also mit Fug und Recht heute, 2005, das 300jährige Ortsjubiläum begehen. Mit 300 Jahren ist Kripp allerdings im Kreis Ahrweiler der „Youngster“. Die meisten Orte sind mindestens 500 Jahre älter. So werden viele Orte im Prümer Urbar, einem Verzeichnis der Besitztümer des Prümer Klosters von 893 genannt, und Remagen hat sogar 2000 Jahre Geschichte aufzuweisen.

Was waren aber die Motive des Kurfürsten? Warum verärgerte er seine eigene Stadt, Remagen, zugunsten der fremden Stadt Linz?. Wir dürfen vermuten, dass der Kurfürst hier einen Angriff auf das Fährrecht führte. Dieses lag bei der Stadt Linz. Nachweislich hat Linz dieses Recht seit 1473 ausgeübt. Es verpachtete dieses Recht an den Meist= bietenden. 1706 vergab Jan Wellem ebenfalls ein Fährrecht und konnte sich erst jetzt darauf berufen, dass ja auf der linken Seite ebenfalls eine Besiedlung vorhanden war. Die Linzer beschwerten sich und es kam zum offenen Konflikt, bei dem kurkölnische Truppen auf die Kripper Seite übersetzten. Erst 1730 gelang eine Einigung, in der fest gehalten wurde, das das Recht bei Linz verblieb.

1710 durfte dann Reiner Heckmann das dritte Haus in Kripp bauen. Die Remagener gaben natürlich nicht sofort klein bei, sondern intervenierten bei Jan Wellem. In den Klageschriften des Schultheißes, der Ratsherren und der Bürgerschaft beschuldigten sie die Kripper, das sich dort allerhand verdächtiges, fremdes und nicht ansässiges Gesindel aufhalte, welches weder Steuer zahlte, noch sonst sich an der Tragung der gemeinsamen Lasten betätige. Den Kripper wurde ferner vorgeworfen, dass sie wohl Remagener Feld und Wald als ihr Eigentum ansehen, aber für die Benutzung und die Instandhaltung dieses Gemeingutes nichts beisteuerten. Das Stapelgeschäft würde sich mehr und mehr nach Kripp verlagern und der eingesessenen Remagener Bürger drohe der vollständige Ruin. Diese Vorwürfe gipfelten in der Behauptung, die Kripper würden als Wegelagerer und Straßenräuber die Untertanen des Kurfürsten anhalten und unter Anwendung von Gewalt ihrer Waren berauben. In Kripp würde man dem verbotenen Kartenspiel nachgehen Die gesamte Bevölkerung neige sehr zur Freiheit! So ganz scheinen die Vorwürfe nicht aus der Luft gegriffen zu sein, denn selbst die Kripper Bürger Moritz Lang und Johann Marx beschwerten sich beim Remagener Rat über herumtreibendes Gesindel, welches dann dazu aufgefordert wurde die Gegend zu verlassen.
In einem Revers mit Datum 6. Dezember 1735 einigte man sich, dass die Kripper das Remagener Bürgerschaftsrecht erhielten, und im Gegenzug diese die Oberhoheit der Stadt Remagen anerkannten. Auch wurde vereinbart, dass man seinen eigenen Teil zur Erhaltung der Gemeingüter beizusteuern habe.

                                                                         

Der Ort wächst für damalige Verhältnisse rasch. Schon 1768 wohnen 17 Familien in dem neuen Ortsteil von Remagen. Außer der Versorgung der Treidelschiffer und ihrer Pferde verdienten die Neubürger ihren Lebensunterhalt mit Fischen und der Landwirtschaft. Aber es gab auch Rückschläge. Bei einem schweren Hagelunwetter an Maria Himmelfahrt, den 15. August 1736 wurden 10 Morgen Weinberg und viele Obstbäume zerstört. In diesem Jahr war die Ernte sehr mager.

Die 17 Familien wollten eine Kappelle für sich bauen, um dort Gottesdienste zu feiern. Denn sie mußten, um ihrer Sonntagspflicht nach= zukommen nach Remagen gehen – ein weiter Weg. Eine eigene Kappelle bedeutete aber auch eine größere Selbständigkeit. Sicher nicht zur Freude der Remagener, aber mit Unterstützung von Linz, erhielten sie gegen alle Widerstände die Erlaubnis. Darauf hin sammelten sie Steine und bauten mit eigenen Händen ein Gotteshaus. Bezeichnend, dass die Linzer Bürger Schultheiß, Heck und Weissweiler den Bauplatz schenkten und ein Holzhändler aus Linzhausen die Balken für den Dachstuhl spendete. Pfarrer Engels konnte am 23. Mai 1769 den Grundstein legen und 1772 erfolgte durch ihn die Einsegnung. Ob sich der Remagener Pfarrer hierbei gefreut hat, oder nur seine Pflicht tat, ist nicht bekannt. Jedenfalls, obwohl es seine und die seiner Nachfolger, oder zumindest deren Kapläne Pflicht gewesen wäre, an Sonntagen hier eine Messe zu lesen, wurde diese Aufgabe doch meist von Linzer Kapläne erfüllt.

Im Kripper Weinkontor, einem Weinlokal, das heute die Familie Diedenhofen in der Rheinallee betreibt, findet man zwei in die Erde gemauerte Öfen, in denen Kalk gebrannt wurde. Ein weiterer Ofen findet sich auch in der ehemaligen Schlosserei der Familie Marx. Wahrscheinlich wurden sie im frühen 19. Jahrhundert betrieben. Genaue Unterlagen lassen sich nicht finden. Wahrscheinlich wurde der Kalk mit Fuhrwerken aus der Kalkeifel nach Kripp gebracht, hier gebrannt und mit dem Schiff in die großen Rheinstädte Bonn und Köln gebracht, wo er zum Weißen der Häuser benötigt wurde. Die wichtigsten Erwerbsquellen blieben aber bis in die Mitte des 19. Jahrhundert die Landwirtschaft, der Fischfang und in erster Linie das treideln.Der Rheinfisch wurde mit Trötsch und Schalupp gefangen. Die Trötsch war ein ca. 1 qm großes Köchernetz, das an einer langen Stange befestigt war. Die Stange lag auf einem Pfosten, der sich am Bug eines flachen Bootes, der Schalupp, befand. Der Fischer stand am Heck des Nachens und konnte das Netz wie über eine Wippe unter Wasser tauchen. Mit der Trötsch fischte man vor allem Rheinsalm. Der begehrten Aal wurde mit Reusen gefangen.

                                                                           

Kripp hatte sich zu einer nennenswerten Treidelstation entwickelt. Da der Zustand eines Treidelpfades für die reibungslose Abwicklung des Schiffsverkehrs sehr wichtig war, mußte dieser regelmäßig instand gehalten werden. Dazu gehörte die Rodung von behindernden Pflanzen und die Reparatur des Weges selbst. Diese war vor allem nach Eisgang oder Hochwasser sehr arbeitsintensiv. Auch gehörte die feste Verankerung von Basaltsteinen (Treidelsteinen) entlang des Flussufer dazu. Sie waren glatt geschliffen und sollten eine schnelle Abnutzung der über sie gleitenden Leinen verhindern. Tiefe Furchen in den Treidelsteinen weisen heute noch auf die enorme Kraftanstrengung der Treidelpferde hin.Die Pferde mußten regelmäßig gewechselt werden. Bereits nach kurzem Einsatz waren sie nicht mehr für andere Arbeiten zu verwenden. Die Pferde trugen an ihrem linken Auge Klappen, um sie vor im Rhein reflektiertem Gegenlicht zu schützen. Ohne Klappe wurden sie schnell auf dem linken Auge blind ("schääl"). Weil das Sonnenlicht der aufgehenden Sonne von der gegenüberliegenden Rheinseite her besonders intensiv einfiel, heißt die Linzer Rheinseite im Volksmund bis heute die "Schääl Sick".

In Kripp gab es nur einen Treidelpfad, in anderen Orten zwei: Einen unteren, der bei normalem Wasserstand genutzt wurde und einen oberen für Hochwasserzeiten. Je nach Größe der Schiffe benötigte man 3 bis 12 Pferde, für kohlebeladene Schiffe sogar 16 bis 20 Pferde. Die sie begleitenden Treidelbauern nannte auch "Rheinhalfen". Jeweils vor der nächsten am Rhein gelegenen Wirtschaft gaben die Rheinhalfen durch lautes Peitschenknallen ihre Bestellung auf: Die Anzahl der Peitschentöne signalisierte dem Wirt, wie viele Krüge Wein er bereitstellen mußte. In den Trinkpausen durften auch die Pferde sich ausruhen und wurden mit Wasser und aus den, vor der Wirtschaft stehenden Krippen, mit Hafer versorgt

Auf je 2 bis 3 Pferde rechnete man einen Halfen. 1781 betrug der Lohn für ein Pferd von Köln bis Mainz 8 bis 10 Reichstaler und während der Hauptfeldarbeit 12 bis 17 Reichstaler. 1821 listet die Binger „Rang-Lade-Ordnung" die Tarife auf. Erstaunlich hierbei ist, dass das kleine Kripp hierin explizit als Zwischenstation genannt wird. Dort heißt es: von Köln bis Kripp und von Kripp bis Koblenz je 15 Franken, von Bonn bis Kripp und von Andernach bis Koblenz je 6 Franken. Hinzu kamen noch das Stallgeld für die Pferde und das Nachtgeld für die Halfen; für den Rückweg Chausseegeld, Aufenthaltsgeld und die herkömmliche Verpflegung.
Das „Halfen", „Halftern" oder „Treideln" war eine schwere und sehr gefährliche Arbeit, die oft genug Menschen und Tiere das Leben kostete. Um die Gefahr zu verringern war die Leine stets geteilt. Das vermehrte die Zugkraft und die Wendigkeit, denn bei Schwankungen und plötzlichen Strömungen wurden so nicht mehr die dem Schiff nächsten Gespanne umgerissen und durch die lange Leine niedergeschlagen. Stets hing am ersten Pferd griffbereit der „Hab", ein schweres, krummes Schlagmesser, mit dem bei Gefahr die Leine durchschlagen werden konnte. Die Halfen saßen daher auch nicht im richtigen Reitsitz, sondern einseitig auf den Pferden, um schnell abspringen und eingreifen zu können.Trotz dieser Gefahren war das Treideln für viele Menschen entlang des Rheins eine lebenswichtige Einkommensquelle. Als in den zwanziger Jahren des 19. Jahrhundert die ersten Dampfschiffe den Rhein befuhren, ahnten die meisten von ihnen sicher, dass es mit ihrem Gewerbe wohl bald zu Ende gehen würde. Wie rasant sich die Dampfschiffahrt entwickelte zeigt die folgende Auflistung:

1816 fährt das Dampfboot „Kaledonia" in fünf Tagen von Rotterdam nach Köln.

1822 wird durch Boisserée in Köln die Rheindampfschiffahrt neu angeregt. Die niederländische Rhein- und Seeschiffahrts= gesellschaft ersteht.

1823 Dampfschiff „Der Seeländer" fährt stromaufwärts bis Bacharach.

1824 Dampfschiff „Der Rhein" befährt die Strecke Koblenz bis Köln und Rhein auf bis Straßburg. Die „Preußisch Rheinische Dampfschifffahrtsgesellschaft" entsteht.

1827 Dampfschiffahrtsgesellschaft von Rhein und Main in Mainz gebildet.

1836 Düsseldorf gründet eigene Dampfschiffahrt.

1836 Holländer fahren bis Mannheim

1838 Regelmäßige Dampf Schleppfahrt durch Holländer eingerichtet zwischen Rotterdam und Emmerich.

1841 Kölnische Dampfschleppschiffahrtsgesellschaft gegründet. Seit 1853 gemeinsame Gesellschaft mit Düsseldorf: Köln - Düsseldorfer

1843 Stinnes beginnt eigene Dampfschleppschiffahrt.

Die Treidelschiffahrt geht entsprechend zurück. Diejenigen, die bisher dort ihr Einkommen fanden, fürchten um ihre Existenz. Im Revolutionsjahr 1848 eskalierte der Konflikt. Bei einer Versammlung von Segelschiffern in Köln wurde die Forderung erhoben, zur Rettung der Treidelschiffahrt alle eisernen Kähne zu verbieten und die Schlepper zu verstaatlichen. Nur noch in Notfällen, wie Hochwasser und Eisgang, dürften sie benutz werden. Bei dieser Versammlung soll auch das Gerücht entstanden sein, dass es straffrei sei die Dampfschiffe anzugreifen. Es verbreitet sich wie ein Lauffeuer entlang des Stroms von Wesseling bis Weißenturm.
Am 3. und erneut am 8. April wurde der Düsseldorfer Schlepper „Niederrhein II“ von der Insel Turner Werth bei Weißenturm mit 90 Schüssen unter Feuer gelegt, wobei sich die Schützen hinter Erdwällen verschanzten. Genau so erging es am 4. April den Schleppschiffen „Overstolz“ und „Franz Haniel“. Der Raddampfer „Stinnes“ wurde am 6. April unter dauerndem Beschuß von Halfen den Rhein hinauf verfolgt. Am 9. April wurde der im englischen Greenwich 1842 gebaute, 60,35 m lange und 130 PS starke Raddampfschlepper „Mannheim I“ von Kripp aus beschossen. Ein in Kripp anwesender Engländer soll der hiesigen „Halfenwehr“ das Exerzieren an einer von ihm beschafften Kanone beigebracht haben.Insgesamt muß allerdings festgehalten werden, dass der Aufstand eher die Hilflosigkeit der Halfen zeigte als deren effektive Wehr. Sie waren nicht organisiert und ihre Bewaffnung war mehr als spärlich. Die Dampfschiffe wußten sich zu wehren. Ruder- und Steuerplätze wurden mit Eisenplatten gesichert und man schoß mit Kanonen zurück.
Der Aufstand brach schon nach wenigen Tagen vollständig zusammen. Die Preußische Regierung, nach den Märzaufständen auf der Hut, befahl sofort der Armee die öffentliche Sicherheit wieder herzustellen. Die linke Rheinseite wurde unter Obhut der Dragoner gestellt, und die rechte Seite übernahmen die Uhlaner. In Kripp sorgte eine Schwadron des 4. Dragoner Regiments aus Bonn für Ruhe und Ordnung. Einige der in Kripp an der Beschießung der Dampfschiffer beteiligten Halfen wurden festgenommen und ins Gefängnis nach Bonn überstellt. Welches Urteil sie erwartete ist dem Chronisten nicht bekannt. Der Kripper Bürger- und Heimatverein hat zur Erinnerung an den Halfenaufstand einen Böller am Rheinufer aufgestellt.

Die Halfen protestierten zwar weiterhin für ihre Existenzgrundlage und konnten bei der Frankfurter Nationalversammlung eine Quotenregelung für die „Wassergewerbler“ erreichen, aber die Zeit des Treideln auf dem Rhein, die schon in der Antike unter der römischen Herrschaft begonnen hatte war endgültig vorbei. Der technische Fortschritt ließ auf der einen Seite eine gefährliche und mühselige Arbeit überflüssig werden lassen, aber auf der anderen Seite wurden Tausende von Rheinhalfen arbeitslos.

Bevor wir uns der weiteren Entwicklung des Ortes zuwenden und damit so ernsten Themen, wie die arbeitslosen Rheinhalfen wieder in Lohn und Brot kamen, soll eine Anekdote aus der Zeit des Kulturkampfes (1871-1886) hier erzählt werden. Das vom evangelischen Preußen dominierte zweite Kaiserreich stand mit der katho­lischen Kirche in Konflikt. Der eiserne Kanzler, Fürst Otto Bismarck, hatte die Rechte der Kirche durch mehrere Gesetze stark eingeschränkt. Priester sollten eine staatliche Prüfung ablegen, Orden wurden aufgehoben und Bischöfe ihres Amtes enthoben. Im katholischen Rheinland, dass seit dem Wiener Kongreß, 1815, zu Preußen gehörte war die Auseinandersetzung besonders hart.
Der Ausgangspunkt unserer kleinen Linz-Kripper Geschichte ist folgender. Weihbischof Dr. Kraff aus Trier durfte in Linz nicht in gebührendem Maß empfangen werden. Unter normalen Umständen fanden sich Pfarrer und alle Honoratioren am Stadtrand ein, begrüßten den Bischof unter Abfeuern von Salutschüssen und geleiteten ihn mit allen Ehren unter Glockengeläut und Musik in den Ort. Dort zollte man dem hohen Herrn alle nur erdenklichen Ehren. Das alles war aber am 23. Mai 1876 nicht möglich. Nichts desto trotz eine günstige Gelegenheit für ein paar verwegene Männer, einen Lausbubenstreich auszuführen.Der Linzer Fährmann Rahm und die Fischergilde wollten trotz Verbot den Bischof empfangen. Der Plan flog jedoch auf und Rahm wurde vom Linzer Bürgermeister auf Strengste ermahnt. Der ließ sich jedoch nicht abhalten, änderte allerdings sei­nen Plan. Er besorgte ein paar Fässer Teer und deponierte sie auf dem Kripper Ufer. Entgegen der normalen Gewohnheit, aber ganz zufällig, machte er sein Fährboot in Kripp fest. Gegen Abend zündeten dann wie verabredet die drei Kripper Brüder Edmund, Adolf und Johann Breuer sowie der Nachtwächter die Fässer an. Ein tolles Freudenfeuer zu Ehren des Bischofs. Der begab sich auch hoch zufrieden zum Rheinufer und genoß still die katholische Treue seiner Linzer und Kripper Schäfchen. Gar nicht gut fand dies die Preußische Gendarmerie, die am Linzer Ufer auf- und abreitend, wild nach dem Fährmann gestikulierte. Der aber wollte davon in Kripp nichts mitbekommen und so mußte die Polizei hilflos am rechten Ufer zusehen, wie linksrheinisch das erste „Rhein in Flammen“ veranstaltet wurde. Das ganze hatte dann auch noch ein gerichtliches Nachspiel, bei dem sich sämtliche Hauptbeteiligten allerdings unwissend stellten, so das dem verzweifelten Richter nichts anderes übrig blieb, als den Fall ungesühnt zu den preußischen Akten zu legen.

Um 1800 begann man in Kripp Ziegel zu brennen. Man fand den notwendigen Rohstoff direkt vor der Haustür. Vom Rhein bis zur Eisenbahnlinie Köln-Koblenz und vom Badenacker bis hinter den Baumschulenweg erstreckte sich eine abbauwürdige dicke Lehmschicht von sehr guter Lehmkonsistenz. Um 1860 waren in den Feldziegeleien 46 Tagelöhner und 5 Ziegeleibesitzer tätig. Dies bot Einkommen für annähernd die Hälfte der Kripper Haushalte. Später finden sogar Wanderarbeiter aus Holland, England und dem Lippischen hier eine Anstellung. Der Strukturwandel, so würde man heute sagen, vom Treidelgewerbe zur Produktion des begehrten Baustoffs, war damit in Kripp gelungen. Die Herstellung von Ziegeln, nach der Feldbrandmethode ist eine seit der Antike bekannte Technik. Der Lehm wird in großen Holzbottichen mit Wasser genässt und mit den Füßen gestampft, bis er eine weiche geschmeidige Konsistenz hat. Vom Ziegelschläger wird diese Masse in eine Holzform geschlagen und die überschüssige Masse mit einer Holzlatte abgezogen. Die richtige Dosierung des Einwurfs entscheidet mit die Qualität des Ziegels. Ein guter Ziegelschläger schafft in der Stunde fast 100 Ziegel. Anschließend werden die Rohlinge auf sandbestreute Tische in 2 cm Abstand aus der Form gekippt, wo sie dann für 2 Tage an der Luft trocknen. Danach werden sie gewendet und weiter unter einem Strohdach getrocknet. Zum Schluß werden die Rohlinge in einem nahe gelegenen Feldbrandofen aufgeschichtet. Einen solchen Ofen kann man sich wie ein gemauerten Iglu aus Ziegelsteinen mit einer Öffnung zu Heizen vorstellen. Die große Kunst besteht darin einen solchen Ofen über eine längere Zeit gleichmäßig bei sehr hohen Temperaturen zu beheizen. Hiervon hängt entscheidend die Qualität ab. Ein guter Ziegel soll eine hohe Festigkeit und ein gutes Isoliervermögen haben, er soll fast kein Wasser aufnehmen.
Allerdings kommt es beim Feldbrandverfahren betriebsbedingt zu einem Ausschuss von fast 30 %. Die Ziegel, die der Feuerstelle zu nahe sind verbrennen. Diese so ge= nannte Ausschussware wurde als Deputat, oder gegen eine ausgehandelte Menge an Brandwein an die Arbeiter abgegeben. Viele der kleinen Arbeiterhäuser in der Mittelstraße, Quellenstraße und im Batterieweg sind aus solchen Steinen erbaut. Sie werden in Kripp auch als „Schnapshäuser“ bezeichnet.Der Bedarf an guten Ziegeln wächst mit dem Bauboom der Gründungszeit. Auch in Kripp gibt es nach 1900 mehrere Großbaustellen. Es werden Ziegel für den Bau der Lederfabrik, der Pfarrkirche und des Wasserturms benötigt. Wegen ihrer guten Qualität finden die Kripper Ziegel aber auch ihre Abnehmer in Köln. Der ameri­kanische Millionär Heitemeyer, so wird berichtet, baute um die Jahrhundertwende eine Ringofenziegelei, in der die Ziegel industriell hergestellt werden konnten. Er konnte so für sein eigentliches Ziel, den Bau der Kripper Lederfabrik, die Ziegel sehr kostengünstig herstellen. Später soll er dann die Ziegelei an seinen Schwager verkauft haben. In der Ringofenziegelei sind die Brennkammern in einem Oval angeordnet. Das Brennen der Ziegel erfolgt dann weiter verlaufend. Ist man bei der letzten Kammer angekommen, geht es ohne eine Unterbrechung mit der ersten wieder weiter. Auch kann man die Wärme sehr effizient zum Trocknen und langsamen Abkühlen der Ziegel ausnutzen. Der Ringofen wurde unter wechselnden Besitzern bis 1959, zuletzt von der Firma Ludowici, betrieben. Als Baustoff wurde Ziegel im zwanzigsten Jahrhundert in unserer Region zunehmend durch Bims ersetzt. Auch neigten sich die Kripper Lehmvorräte ihrem Ende zu. Nun ging man dazu über die Kiesvorräte, die sich unter den Lehmschichten befinden, auszubeuten. Ab 1960 übernahm die Firma Beton Union das Werk und produziert seitdem dort Beton.
Durch die Ziegelproduktion erhielt Kripp einen starken Zuzug. Waren bis dahin die Wohnhäuser der Kripper hauptsächlich in Rheinnähe gelegen, so verlagerte sich die Bebauung zunehmend ins Oberdorf. Auch entwickelte sich weiteres Gewerbe. Hier sei zum Beispiel die Weinessig- und Senffabrik „Obermann und Sorgenfrei“ genannt. Die 1872 gegründete Fabrik wurde ab 1887 von Vincenz Voß geleitet. Der war ursprünglich Steuerprüfer, hatte die Bücher der Senffabrik geprüft und dabei die verwitwete Sybille Obermann, geborene Sorgenfrei, kennen und lieben gelernt. Er entschloss sich seinen Beamtenstatus aufzugeben, in die Firma einzu­steigen und die Witwe zu heiraten. Die Familie Voß erwarb sich durch ihr soziales Enga­gement ein sehr hohes Ansehen bei der Kripper Bevölkerung, die es ihr durch die Umbenennung der Straße „Ober dem Zaun“ in „Voßstraße“ dankte.                                                                          

Aufgrund des starken Bevölkerungsanstiegs war die alte Kapelle inzwischen viel zu klein geworden. Man wünschte sich eine neue große Kirche. Dies wäre der erste Schritt für die Kripper zu einer eigene Pfarrgemeinde hin. 1901 war es endlich so weit. Es konnte am höchsten Punkt des Ortes der Grundstein gelegt werden für eine neue, zweischiffige neugotische Kirche. Architekt war der Kölner Dombaumeister Pickel, der zu dieser Zeit auch zeitgleich die Remagener Kirche durch einen neoromanischen Bau erweiterte. 1902 wurde die Kirche eingesegnet und ein Jahr später feierlich durch Weihbischof Schrod geweiht. Im Jahre 1909 erhielt Kripp dann unter dem Vikar Dr. Roßmann den Status einer Kapellengemeinde, und 1918 wurde Kripp selbständige Pfarrgemeinde. Der erste Pfarrer von Kripp war Pastor Brückert.

Ebenfalls in diesen Jahren, 1904, wurde der Wasserturm gebaut. Er versorgte die Kripper Bevölkerung mit frischem Trinkwasser. Bis dahin mußte Wasser an der Pumpe vor der Kirche geholt werden. Die Originalpumpe ziert heute den Platz in der Ortsmitte. Kirche und Wasserturm bestimmen noch heute das Ortsbild.

                                                                             

Die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen stand in Kripp ganz im Zeichen des italienischen Grafen Taveggi. Er war der Schwiegersohn des schon oben genannten Heitemeyer, und führte die Kripper Lederfabrik. In der Fabrik wurde Leder gegerbt und anschließend gefärbt. Die Fabrik beschäftigte zeitweise 180 Arbeiter. Die gräfliche Familie war sozial sehr engagiert und daher auch sehr beliebt. In ihrer Villa auf dem Batterieweg wurde feudal Hof gehalten. 1918, in der Besatzungszeit nach dem ersten Weltkrieg wohnte dort der Oberleutnant Marshall. Möglicher-weise haben die positiven Erinner-ungen dazu beigetragen einen nach ihm benannten Wiederaufbauplan für Europa nach dem 2. Weltkrieg zu schaffen. Der Graf war ein großer Freund der Kunst und so konnte Kripp häufiger Künstler beherbergen, unter anderem für längere Zeit den später berühmt gewordenen Bildhauer Matarée sowie die Klavierspielerin Elly Nay. In den dreißiger Jahren zog es Taveggi wieder in sein Heimatland Italien, wo er auch eine Ledermanufaktur betrieb. Mit ihm ging der damals noch junge Paul Ueberbach um sein Wissen über das Färben von Leder an seine italienischen Kollegen weiter-zugeben.

                                                                           

Pfarrer Brückert war, wie es noch heute auf seinem Grabstein auf dem Kripper Friedhof steht, „ein Freund der Jugend“. Er hate vor seiner Berufung zum Priester Architektur studiert und wollte ein großes Jugendheim bauen.
Ein Grundstück war auf dem Batterieweg vorhanden und die Finanzierung sollte durch einen amerikanischen Geldgeber gesichert werden. Er begann auf eigene Kosten zu bauen, ohne eine feste Zustimmung der bischöflichen Behörde in Trier erhalten zu haben. Das Unterfangen endete in ein Desaster. Die Gelder des Amerikaners blie­ben nach dem schwarzen Freitages von 1928 und der sich anschließenden Weltwirtschaftskrise aus. Trier bewahrte die Pfarrgemeinde vor dem völligen Ruin, aber der Pfarrer, der auch mit seinem persönlichen Vermögen haftete, mußte gehen. Erst als Pensionär konnte er in sein geliebtes Kripp zurückkehren. Das Jugendheim mußte zur Abtragung der Schulden vermietet werden. Zeitweise war hier in den dreißiger Jahren eine Einrichtung der NS-Orga­nisation Bund Deutscher Mädchen (BDM) untergebracht.
Die Mädchen verbrachten hier im Anschluss an den Schulbesuch ihr Landjahr. Nach dem Krieg konnte zuerst die Pfarrgemeinde das Haus nutzen, bis es 1951 zuerst an die „Brüder in Not“ und danach an die französischen Armee vermietet wurde. Die schickte ihre marokkanische Soldaten zur Erholung nach Kripp.

Kripp liegt in der Nähe der Bahnstrecke Köln – Koblenz. Im zweiten Weltkrieg war die Ahrbrücke häufig ein Ziel alliierter Luftangriffe. Hinzu kamen noch weitere strategische Ziele: die Ludendorff Brücke in Remagen und die zur Versorgung der Westfront dien= ende Ahrtalbahn. So mußten die Kripper das Heulen der Sirenen in den Kriegsjahren häufig vernehmen und den sicheren Keller aufsuchen. Man hatte Glück. Bis zum letzten Kriegsjahr fielen keine Bomben direkt auf den Ort. Lediglich die Fenster der Pfarrkirche wurden durch eine Luftdruckmine zerstört.
Doch den 9. und 13. Februar werden die Kripper für immer im Gedächtnis behalten. Es war Hochwasser mit Pegelhöchststand in Andernach von 8,38 Meter. Der 9. Februar beschert eine geschlossene Wolkendecke. In England starten 36 „Marauder“ mit dem Ziel die Eisenbahngleise, die in Sinzig die Ahr überqueren, unbrauchbar zu machen.

Am Kripper Rheinufer dümpelt die erst 1937 in Betrieb ge­nommene "Franziska". Das Schiff mit Fährmeister Peter Valentin hatte wegen des Hochwassers den Verkehr eingestellt. Gegen 16 Uhr gibt es Fliegeralarm, die Menschen hasten in die Keller. Nicht so am Rhein - Hochwasser. Wenige Minuten später ist das Brummen der zweimotorigen 1850 PS starken Maschinen zu hören. Auf die Ahrbrücke fällt an diesem Tag keine einzige Bombe, die „Franziska“ aber versinkt in den Fluten des Rheins. Nahezu die gesamte Häuserfront am Ufer bis zum Badenacker hin fällt unter einem Bombenteppich in sich zusammen.

Marianne Überbach, die sorgfältig Tagebuch führte, verzeichnet an diesem Tag 16 Tote. Unter ihnen Fährmeister Peter Valentin und Frau Katharina. Verschüttete werden mit bloßen Händen geborgen. In Linz wird die Familie des Studienrates Lohmann ausgelöscht. Zwei 20-Zentner-Bomben durchschlagen dort das Viadukt der Reichsbahn. Historiker streiten sich, ob die Sinziger Eisenbahnbrücke verfehlt wurde oder die Fähre das Angriffsziel war. Von Letzterem ist der Kampfkommandant der Remagener Brücke, Hauptmann Bratge, überzeugt. Den Toten und ihren Anverwandten nutzt die Ursachenforschung nicht mehr.Die Bomben fallen weiter: am Fastnachts= sonntag, den 11. Februar, auf Sinzig und Unkel. Wie Vikar Lueger aus Unkel schreibt: "Keine Todesopfer, die meisten Bomben fallen in den Rhein, wir sammeln tote Fische auf.“ Der 13. Februar ist ein weiterer Schreckenstag für Kripp: 72 Maschinen werfen erneut ihre Tod bringende Last in Richtung Ahrbrücke. Die Kripper Ahrstraße wird getroffen. Wohnhäuser stürzen in sich zusammen. Auch das von Peter Küpper. 14 Menschen haben im Keller Schutz gesucht. Sie werden mit den Händen ausgebuddelt. Wie durch ein Wunder überleben sie.
Am 7. März erreicht ein amerikanischer Stoßtrupp Remagen und kann, völlig über­raschend, die unzerstörte Eisenbahnbrücke einnehmen. Die ange-ordnete Sprengung durch ein deutsches Kommando ist fehlgeschlagen. Den Amerikanern gelingt es, einen Brückenkopf auf dem rechten Rheinufer bei Erpel zu errichten. Bis zum Einsturz der Bücke können die Amerikaner eine Pontonbrücke zwischen Kripp und Linz errichten. Der Vor­marsch auf Berlin erhält eine unvorhergesehene Dynamik. Innerhalb kürzester Zeit gelangen Millionen deutscher Soldaten in alliierte Gefangenschaft. Die Amerikaner errichten in der goldenen Meile ein riesiges Gefangenenlager, unterteilt in das Lager Remagen, dass von Remagen bis Kripp, und vom Rhein bis zur Eisenbahn sich erstreckt und das Lager Sinzig, dass sich von der Ahr bis nach Bad Breisig ausdehnt. Und Kripp liegt mitten drin. Die Lederfabrik an der Römerstraße dient als Tor und Kommandantur. Die gefangenen Soldaten sind ungeschützt zuerst dem Regen und dem Schlamm und später der brennenden Sonne ausgesetzt. Sie werden nur unzu= reichend mit Essen und frischem Trinkwasser versorgt. Die Bevölkerung versucht zu helfen, hat aber selbst kaum das nötigste zum Überleben. Der Kripper Pfarrer Dr. Keller wird zum Gefangenenseelsorger. Der Künstler und spätere Folkwankprofessor aus Essen Adolf Wamper schenkt ihm zum Dank eine von ihm aus Lehm und Stacheldraht geformte Madonna. Der Lehm ist nicht gebrannt und die heilige Figur droht sich aufzulösen. Der Pfarrer vertraut die Skulptur seinem Pfarrkind Deusen an, der sich nur dadurch zu helfen weiß, dass er die Figur immer wieder mit Leinöl tränkt. Dadurch wird sie schwarz.
Vier Jahrzehnte später erfährt der Remagener Bürgermeister Hans-Peter Kürten zufällig von der Schwarze Madonna, die bis dahin im Kripper Pfarrhaus oder zu besonderen Anlässen auch in der Kirche ihren Platz gefunden hatte. Kürten schafft es nach einem Aufruf Gelder zu sammeln, um eine offene, zeltartige Kapelle zu bauen, in der eine Kopie der Madonna untergebracht ist. Die Kapelle, auf offenem Feld zwischen Kripp und Remagen errichtet, erinnert an das Gefangenenlager.Die Nachkriegsjahre brachten für Kripp, wie für ganz Westdeutschland, einen enor­men wirtschaftlichen Aufschwung. Neue Betriebe entstanden. Da waren die Gebrüder Breuer, alteingesessener „Kripper Adel“, die eine Möbelfabrik gründeten. Nach rasantem Start folgte schon nach Kurzem eine gewaltige Pleite. Immerhin entstand an der Mittelstraße keine Industrieruine, sondern in die Fabrikgebäude zog 1953 die Firma Worm ein, die aus dem Sudeten= deutschen kommend, bis heute dort Cord färbt und veredelt. Schon 1939 hatte eine andere Möbelfabrik, die Friedrich Atzenroth K.G. in Kripp auf der Hauptstraße, heute Quellenstraße, ihre Tore geöffnet. In den zwanziger Jahre hatte Ignaz Lohmer die Maria Luisen Quellen Quellen unterhalb der Fähranlegestelle in Rheinnähe entdeckt. Bei Hochwasser hatte er die aufsteigende Kohlensäure bemerkt. Sie ist ein alkalischer-muriatisch-salinischer Eisensäuerling. Das Quellwasser zapfte die Firma Lehnig ab. Das halft bei Blasen-, Nieren- und Rheumabeschwerden. Auch hier muß leider die Vergangenheitsform benutzt werden, da die Firma in den siebziger Jahren ihren Betrieb einstellte. Die Quelle war auch Ausgangspunkt für eine touristische Entwicklung des Ortes. Die Villa, auf dessen Grundstück die Quelle lag, wurde zum Kurhaus und nannte sich das „Schlößchen am Rhein“. Dr. Karsten hatte sich bereits 1937 mit einer Zahnarztpraxis und einem Naturheil-Sanatorium mit der ersten finnischen Sauna Deutschlands in Kripp niedergelassen. Am Rhein betrieb die Familie Geyer außer einer Gastronomie einen Campingplatz. Zeitweise strebte Kripp den Status eines Heilbades an. Aber daraus wurde nichts. Der Rheintourismus nahm mit wachsendem Wohlstand der Bevölkerung in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts rasant ab und wich der ewigen Sehnsucht der Deutschen nach dem sonnigen Süden. Bella Italia und feuriges Spanien waren nun in Einkommensreichweite breiter Schichten gelangt.

In den Nachkriegsjahren blühte das gesellschaftliche Leben wieder auf. Im Rheinland bedeutet das, es bildeten sich viele neue Vereine. Der Schützenverein, schon 1837 gegründet, und damit der älteste Ortsverein, sowie der 1857 gegründete Junggesellen= verein lebten nach den Einschränkungen der NS-Zeit neu auf. Hinzu kamen der Sport= verein, die Feuerwehr, die Karnevalsgesellschaft und der Bürger- und Heimatverein. Sie sorgten auch dafür, dass die vielen Flüchtlinge und Vertriebenen hier nicht nur ein neues zu Hause, sondern auch eine zweite Heimat fanden.

Die gewaltige Bevölkerungsverschiebung durch den zweiten Weltkrieg brachte für Kripp einen starken Anstieg der Einwohnerzahl. 1958 weist die Chronik des Junggesellenvereins ein Zahl von 1600 Einwohner aus. Dringend notwendig wurde der Neubau der Schule, der 1963 im Maar errichtet wurde. Auch der Kindergarten platzte aus allen Nähten. Er wurde bis Anfang der siebziger Jahre von Gemeindeschwestern des Schönstatt Ordens, die seit 1934 in Kripp tätig waren, betrieben. Dechant Hammes, seit 1968 ist der Pfarrer von Remagen auch Pfarrer von Kripp, sorgte für den Neubau eines vier Gruppen Kindergartens in der Neustraße, Ecke Voßstraße. In der oben schon genannten Chronik des JGV findet man auch eine Vielzahl von Anzeigen kleiner Geschäfte und Gewerbetreibender. Neben der des Schneider August Betzing enthält sie die Anzeigen der Bäckereien Heinz Kupp (hier gibt es auch Lebensmittel zu kaufen), Bachem-Etscheid, Fleischwaren offeriert der Ochsen- und Schweinemetz= germeister Anton Schmitt, sowie Anton Linden & Sohn. Bei Maria Rick gibt es täglich frische Milch, im Feinkost und Lebensmittelladen Karl Heinz Schremmer mit angeschlossenem Café und Konditorei sogar frische Sahne von Hans Schneider aus Bachem. Käthe Schumacher preist neben Haushalts- und Eisenwaren Textilien an, die auch vom Hause Lenz-Wester angeboten werden. Der Salon Hammer sowie Seb. Lützig versprechen modischen Haarschnitt und Pflege. Willi Ueberbach und Max Schittko werben für Rosenkulturen und Baumschule, die Schlosser Peter Marx und Jakob Breuer für Installation, Propangas und Herde, Walter Wellpott betreibt eine Werkstatt für Kunsthandwerk, Johann Balthasar Wahl baggert sich durch seine Kies- und Sandkaule und Kurt Kalle vertreibt chemische Produkte, Wachswaren und Seifen. Malermeister Herbert Syberz bietet Anstrich, Tapezier- und Lackier- sowie Verglaserarbeiten an, während die Geschwister Syberz eine Dampfwäscherei als anerkannten Meisterbetrieb unterhalten. Um die Wäsche kümmert sich außerdem noch die Kripper Dampfwäscherei. In der Gastronomie sind tätig Matthias Huintjes im Gasthaus Rhein-Ahr und das Hotel Lindenhof wirbt mit gepflegten Getränken und Speisen. Welsch merkantile Vielfalt! Wie gesagt, dass sind nur die Kripper Betriebe, die in der Chronik von 1958 inseriert haben. Darüber hinaus gab es noch weitere Firmen und Gastronomiebetriebe. Viele dieser, heute würde man sie Ich-AG nennen, überlebten allerdings den Strukturwandel der sechziger- und siebziger Jahre nicht. Der heutige Konsument will, unterstützt durch die Gewerbepolitik der Kommunen, ein breites und vor allen Dingen billiges Angebot. Dazu ist er auch bereit längere Fahrten mit dem Auto hinzunehmen. Die SB Ketten auf der grünen Wiese verdrängen dadurch den ortsnahen und manchmal etwas skurrilen Kaufmann.

In den neunziger Jahren gab es einen weiteren Schub für die Bevölkerungszahl. In der Verlängerung des Baumschulenweges, zwischen Mittelstraße und Römerstraße wurden neue Bauplätze erschlossen. Besonders junge Familien bauten sich hier ein Haus. Die Schule mußte erneut erweitert werden, und die Stadt baute einen zwei­ten Kindergarten. Heute hat Kripp über 3000 Einwohner. Seit den Zeiten, als die deutsche Wirtschaft noch unter Arbeitskräftemangel litt, und viele Arbeitskräfte aus dem Mittelmeerraum angeworben wurden, zählen auch Bürger aus fast 40 Nationen zu unseren Nachbarn. Die stärkste Gruppe bilden hierbei die Türken.

Seit 1705 hat sich das Leben gewaltig geändert, es hat sich in diesen 300 Jahren wesentlich stärker verändert als in den 3000 Jahren davor, seit der Zeit, als Men­schen sich in festen Unterkünften niederließen und Ackerbau und Viehzucht betrieben. 1705 war der Schutz der städtischen oder dörflichen Gemeinschaft überlebenswichtig.
Alles Leben spielte sich im Dorf ab. Hier bei uns in Kripp war der Rhein der Lebens= mittelpunkt. Nicht nur, dass der Fluss Leid (Hochwasser) und Einkommen (Treideln und Fischen) brachte, sondern er bestimmte auch die Beziehungen. Nicht selten wurde über und entlang des Rheins bis in die Niederlande hinein geheiratet. Der Rhein verband. Heute, in den Zeiten des Autos, trennt der Rhein, trotz Fähre. Die Funktion unserer Orte hat sich geändert. Wir wohnen und verbringen hier einen Teil unserer Freizeit. Das Erwerbsleben findet meist woanders statt. Aber tragen wir für unseren Ort und deren Gemeinschaft, wenigstens so viel bei, dass Vereine und Gewerbe existieren können? Die meisten von uns schätzen und brauchen ein intaktes soziales Netz und Infrastruktur. Mit seinen 300 Jahren hat Kripp hoffentlich noch soviel jugendlichen Schwung, dass es sich hier gut leben läßt.



Nachwort 
Diese Chronik beruht nicht auf eigener Recherche, sondern verarbeitet Texte von Willy Weis und Hildegard Funk, die in mehreren Heimatjahrbüchern des Kreises Ahrweiler veröffentlich sind, sowie verschiedene Chroniken von Kripper Vereinsfestzeitschriften und einen Beitrag von Pfarrer Peter Schug in der Geschichte der Pfarreien der Diözese Trier. Ein Historiker unterscheidet sich von einem Chronist darin, dass er versucht die treibenden Kräfte einer Entwicklung herauszustellen, während der Chronist sich mit der Darstellung der Ereignisse begnügt. Lassen Sie uns zum Schluß noch einen historischen Blick auf die Kripper Entwicklung versuchen. Auch wenn es auf den ersten Blick so scheint, dass die treibenden Kräfte ökonomischer Natur waren, so kann die Geschichte von Kripp auch anders gelesen werden. Ob es rauhe, vielleicht sogar entwurzelte Gesellen waren, die nach dem 30jährigen Krieg und der sich anschließenden französischen Verwüstung der linksrheinischen Gebiete im 17ten Jahrhundert hier in Kripp ein neues zu Hause fanden, ob es arme Leute waren, die hier als Lehmbäcker oder in der Lederfabrik Arbeit fanden, sie suchen alle hier ihr Lebensglück. Und Kripp war offen für sie. Hier fanden sie Heimat, hier wurden sie integriert. In meinen Augen zeigt sich da Gottes Wirken, oder warum haben sich so außergewöhnliche Männer und Frauen, wie die Geistlichen Lenzen, Rossmann, Brückert und Dr. Keller oder die Schönstattschwestern in Kripp verliebt?


Luftbild der Felder


zwischen Remagen und Kripp mit Bombentrichter vom 30.1.1945. Das Bild wurde von englischen Aufklärungsflugzeugen aufgenommen.

                                             



 
Kripper Spitznamen

Wie in jedem Dorf werden und wurden viele nicht mit ihren bürgerlichen Namen benannt und gerufen, sondern mit einem Spitznamen. Hier eine (unvollständige) Liste davon.

Ahrjöttisch (Frau) Tempel,  Allesmeng Adolf Breuer,  Appelschosch Georg Breuer,  Aspäd Alois Betzing, Babba Josef Höllen  Bemm Karl Brenner, Bimbambulla Hans Geyer,   Binni Fritz Schäfer, Bömm`s Tünn Toni Becker, Bömmel Rudi Schumacher Bommi Heinz Luchs, Bubes Josef Kanisius, Bui Ludwig Berger, Bunne Helmut Schmitt, Büs Peter Wolf, Syberze Bock Peter Sybertz, Dedda Volker Schmitt, Deuwel Hans Luchs, Dökes Josef Schmitt, Dölwes Adolf Breuer, Dresspite Peter Schumacher, Düres Theodor Lüttgen,Fäusje Franz Leimbach, Fell Eugen Betzing,Grese Brömmes Michael Gries Haarjenau Jakob Breuer Habbese Toni Breuer Hawibock Herbert Syberz Heuchesmann Michael Palm Ike Heinz Rick Jode Meggel Robert Leimbach Jottsche Fritz Schäfer Kaggi Werner Hartmann Kanapesche Frau LüttgenKatze luis Luise Bruder Ketsch Friedrich Überbach Knack Hans Nies Knolle Bauer Pastor Halft Knudel Robert Valentin Köche Mitzje Maria Wilhelm Kurz + Klein Wilhelm Rick Kräumöbbel Walter Schmitt Kötche Alfons Schmitz Mötteche Frl. Lamperhoff Langeberger Sender Josefine Berger Lüsteklemm Peifje Walter Delord Lohmer`s Hänesje Hans Lohmer Lörsch Mechel Michael Delord Lus oder Schweutearsch Ignaz Lohmer Lappuhr Matthias Schwäbisch Matzebrut Josef Wahl Nähtraut Gertrud Überbach Näng Nängche Willi Schäfer Nösje Hans Josef Tönnes Panne / Bläu Elmar Hammer Pela Karl Betzing Pläns Jöp Josef Dahm Praggel Nikolaus Marx Rütebötzje Hans Ludwig Rüth Sahnejeiß Josefine Schubach Säubünnesje Wilhelm Kanisius Schächtelsche Will Gumersbach Scheffje Herbert Betzing Schida Dieter Lenz Schlüp Helmut Schmitt Schnaf Karl Thelen Schwabbel Stefan Schmitz Schweutearsch Jakob Lohmer Seckemanns Tünnes Toni Schumacher Spaggi Günter Gering Stoppejewehr Albert Wilhelm Stross Lothar Schmitt Stüpp Peter Lüttgen Töntele Anton Rick Tibbesse Familie Überbach Tarzan Dieter Hoffmann Tubak Heinrich Stoffels Zeppelin Otto Syberz Zwobbel Philipp Bauer




Chronik der Kripper Schule


Tja, selbst die aufständischen Bürger aus dem kleinen Ort Kripp, besuchten eine Schule um das schon vorhandene Grundwissen weiter auszubauen. Dies begann vor ca. 175 Jahren. Denn im Jahre 1830 bekam Kripp die alten Schulmöbel aus Remagen "zugewiesen" um einen eigenen Schulbetrieb aufzubauen. Jenes geschah zur damaligen Zeit nur mit der Zustimmung der Katholischen Kirche, welche auch die Aufsichtspflicht über den Lehrkörper hatte.

                                                          

Leider war es sehr schwierig, über die ersten 90 Jahre der Geschichte der Kripper Volksschule Informationen zu erhalten, daher hier die Bitte, Nachsicht walten zu lassen. Das erste Schulgebäude, bei den Krippern auch als ‚Eulenkasten’ bekannt, be-fand sich auf dem heutigen Dorfmitten-Platz direkt an der Quellenstraße. Später kam noch ein Ziegel-steingebäude hinzu, welches zeitweise als Mädchenschule diente. Nach Umzug der Schule 1963 wurde diese als katholischer Kindergarten genutzt.
Von 1830 bis 1969/70 besuchte man bis zum 8. bzw. 9. Schuljahr die Kripper Volksschule (Volksschul-abschluss). Ab 1970 wurden in Kripp nur noch die ersten vier Jahre unterrichtet

Durch den stetigen Zuwachs der Einwohnerzahl in Kripp wurde es mit der Zeit immer schwieriger für die, welche Verantwortung hatten, einen ordnungsgemäßen Schul= unterricht durchzuführen.
Die Rufe nach einer neuen, größeren Schule wurden immer lauter. Die Absicht, die durch einen Anbau zu vergrößern, wurde fallengelassen, da man Bedenken wegen des dort beengten Spielplatzes und der Gefahren des Verkehrs auf der Straße hatte. Also musste ein Neubau her. Für dieses Unterfangen fehlte allerdings noch ein geeignetes Grund= stück. Dieses konnte man dann im Jahre 1959 von der Erbengemeinschaft Niessen für 30.000 DM erwerben.

                                                                    

Schulgrundstücke in Kripp werden gekauft - Neubau soll in zwei Bauabschnitten ausgeführt werden. (Artikel aus der Rhein-Ahr-Rundschau vom 26.August 1959)

Erwartungsgemäß war der Stadtrat einstimmig für den Ankauf, wie es bei der letzten Sitzung mit Ortsbesichtigung in Kripp besprochen worden war.
Amtsbürgermeister Dr. Kemming erläuterte noch einmal die Schulsituation in Kripp und warum man von einem Erweiterungsbau der alten Mädchenschule in Kripp abgesehen hat.

                                                                             

Die Aufsichtsbehörde hat für das Baugrundstück zwischen der Pastor-Keller-Straße und der Römerstrasse (Lederfabrik) die Zustimmung gegeben. Das Stück ist 183 m lang und 56 m breit. Um in Verbindung mit dem Schulhof auch ein Sportplatz für die sporttreibende Jugend und die Schule zu erhalten, ist es notwendig, ein Anschlussgrundstück von 126 Ar zu kaufen.
Grundstückskosten betragen etwa 50.000 DM.

In Arbeitsgemeinschaft haben die Remagener Architekten Urbach und Diehl einen Entwurf für den Schulneubau angefertigt, der in der Sitzung gezeigt wurde.

Im rechten Flügel sind vier und im linken Flügel zwei Klassenräume sowie Schulküche und Gymnastikraum vorgesehen. Wegen der Tiefenlage des Geländes kommen die Fenster des Kellergeschosses des linken Flügels ohne Ausschachtungsarbeiten frei zu liegen.

Der eingeschossige Bau wird etwa 600.000 DM kosten. Die Nebenkosten betragen 76.000 DM. Bei einem Drittel Landeszuschuss müsste die Stadt 400.000 DM verkraften, was in zwei Bauabschnitten möglich wäre. Zuerst würden die vier Klassenräume gebaut. Die vierte Lehrerstelle ist bereits eingerichtet. Zu einem Kinderspielplatz gibt das Land 50 vH Zuschuss. Diese Frage wird noch besonders beraten. Die beiden Grundstücke werden gekauft, die Baugesuche und Beihilfeanträge werden sofort gestellt; sie müssen geprüft werden und am 1.Oktober der Regierung vorliegen.
Man rechnet mit Baubeginn im nächsten Jahr. Am Freitag, 17:00 Uhr, ist in dieser Sache noch eine Besprechung des Bauausschusses mit den Kripper Stadtratsmit gliedern und Lehrern.

                                          

Hauptlehrer Anschütz begrüßte den Bauplan und dankte dem Stadtrat für den Beschluss.

Feierliche Grundsteinlegung – Das Ideal einer christlichen Erziehung soll gepflegt werden
(Artikel aus der Rhein-Ahr-Rundschau vom 10.Juli 1961)

Pfarrer Kern gab der Freude über die Vollendung der Schule Ausdruck. Neben dem Gotteshaus, so sagte der Pastor, habe das Schulhaus eine hohe Bedeutung. Der Neubau diene einer Bekenntnisschule, in der das Ideal einer christlichen Erziehung gepflegt würde. Diese Schule soll nicht nur das Wissen, sondern auch das Gewissen fördern. Nur die Bekenntnisschule gebe der Kirche den notwendigen Raum für ihre Erziehungsaufgabe, sie gebe aber auch dem Staat den ihm gebührenden Anteil an der Heranbildung der Jugend. In der Bekenntnisschule müsse der christ-katholische Geist durch alle Unterrichtsstunden wirksam werden. Die Verdrängung der Religion aus der Schule sei ein Angriff auf das Elternrecht und führe zur Gottlosigkeit des Volkes. Das Elternrecht aber sei das oberste Recht, das erhalten bleibe müsse. So sei die Schule die Pforte des Lebens. In diesem Sinne segnete Pfarrer Kern den Grundstein und damit den ganzen Neubau und sprach die Gebete der Kirche.

Amtsbürgermeister Dr. Kemming sprach von dem Willen des Stadtrates, in Kripp diese sechsklassige Schule zu errichten, deren Rohbau nun fertiggestellt sei. Das neue Bauwerk werde vorbildlich in Ausmaß, Einrichtung und Form. Er verlas sodann den Wortlaut der Urkunde, die in einer Metallhülse in den Grundstein eingemauert wurde.

Die Urkunde

"Im Jahre des Herrn eintausendneunhundertundsechzig, 16 Jahre nach Beendigung des zweiten Weltkrieges (1939-1945) mit seinen Millionenopfern an Blut und Gut, als Deutschland infolge des Krieges in zwei Teile gespalten war, 12 Jahre nach Errichtung des westlichen Deutschlands als Bundesrepublik Deutschland nach einer noch nicht zur Ruhe gekommenen, durch Flucht und Vertreibung als Folge des Krieges ausgelösten Binnenwanderung von Millionen Deutschen, von einem begonnenen, von der Welt bewunderten staatlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Wiederaufstieg Deutschlands in der Bundesrepublik, in einer Zeit hoffnungsvoller Bemühungen um eine wirtschaftliche und politische Gemeinschaft in einen geeigneten und christlichen neuen Europa für eine friedvollere Welt, erfolgte am 7.Juli 1961, die feierliche Einmauerung dieser Urkunde in die Fundamente dieser Volksschule, welche die Stadt Remagen ihren Kindern und ihrer Jugend in Remagen-Kripp errichtet zum Zeugnis ihres Kultur- und Opferwillens und ihres Verantwortungsbewusstseins gegenüber der lebenden Generation und den kommenden Geschlechtern. Diese Schule wurde errichtet nach den Plänen der Architekten Heinz Diehl und Johannes Urbach, Remagen. Bauausführung: Arbeitsgemeinschaft Valentin Seifert, Remagen, und Winfried Neuß, Kripp/Rhein. Der Neubau dieser Schule wurde ermöglicht durch die großzügige von der Bezirksregierung Koblenz vermittelte Hilfe, des Landes Rheinland-Pfalz und des Kreises Ahrweiler welche sich mit einem Betrag von 215.000 DM an den auf 651.500 DM veranschlagten Kosten beteiligten, was hier zum Dank vermerkt sei. Möge dieses Werk glücklich vollendet werden und möge von ihm ausgehen der Segen Gottes als Unterpfand für Glück, Wohlstand und Frieden von Geschlecht zu Geschlecht."

Das Herz baut mit Die Festteilnehmer gingen dann ins Erdgeschoss des Mitteltraktes, wo die Schuljugend in Lied und Gedicht dem Werk, ihrer Schule, die Ehre gaben.

"Unser Herz fängt zu bauen an", hieß es in einem Spruch der Kinder. Das war auch die Stimmung, die alle erfüllte, die Zeuge dieser denkwürdigen Feierstunde waren. Vor dem Haus an der Ortseite hob nun der hohe Drehkran die große Richtkrone hoch. Dieter Kleebach sprach als Zimmererlehrling den Richtspruch und ein Maurer- und Zimmerergeselle leerten ein Gläschen auf das gute Gelingen ihrer gemeinsamen Arbeit.

Tag der Schuleinweihung in Kripp

In zweijähriger Bauzeit entstand ein moderner Schulbau

(Zeitungsartikel vom Januar 1963)"Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land, doch Wachsen und Gedeihen liegt nur in Gottes Hand."

                                             

Dieser sinnvolle Spruch auf der Stirnwand des Flures neben den Klassenräumen der neuen Volksschule in Kripp ist wegweisend für die erzieherische Arbeit und den Geist, der die Lehrpersonen erfüllt.
Heute ist der Tag der Einweihung, an dem Schulkinder und Lehrerschaft, Priester und Bürgermeister, Vertreter der Bezirksregierung und Kreisverwaltung, Stadträte und Bürger mit gleicher Freude teilnehmen.

Die alte Schule aus dem Jahre 1830 war den schulischen Anforderungen räumlich und baulich nicht mehr gewachsen. Mutig entschloss sich der Stadtrat von Remagen-Kripp unter Bürgermeister Dr. Kemming zu einem modernen Neubau. Die Architekten Johannes Urbach und Heinz Diehl haben den Bauplan entworfen und gemäß dem Auftrag des Stadtrates auf die kommende weitere Steigerung der Schülerzahl Rücksicht genommen. Vier Klassenräume, davon zwei mit durch Glaswand getrennten Gruppenräumen stehen der Jugend zur Verfügung. Zwei weitere Klassenräume sind in dem anderen Trakt des Gebäudes.

Alle Klassenräume erhielten neue Schulmöbel. Toiletten und Aufbewahrungs= räume für die Lehrgegenstände, sowie die Lehrerzimmer und ein Zimmer für den Schulleiter sind in dem Geschoss in zwei Bauflügeln zweckmäßig und schön unter= gebracht. Darunter ein Mehrzweckraum, die Aula, in der auch heute der Festakt zur Einweihung sein wird. Hier sind auch die Lehrküche für die Mädchen und ein Werk= raum für die Jungen, hier sind Duschen und Toiletten mit Umkleide- und Waschräumen, die auch von den Sportlern benutzt werden sollen sowie die Ölheizungsanlage. Hauptlehrer Hans Anschütz wird heute vom Bürgermeister den Schlüssel des Hauses erhalten. Mit ihm sind zur Zeit die Lehrer Frau Else Seifert, Leo Ulrich und Klaus Neuhoff an der Schule tätig. Ostern wird man die fünfte Lehrstelle einrichten müssen, da dann schon 210 Kinder zu unterrichten sind. Die Zahl wird noch weiter steigen.

Beim Eintritt in die große Vorhalle im Knie der beiden Bautrakte fällt der Blick auf eine große Ausstellungsvitrine, in der Schülerarbeiten ausgestellt werden. Zur Schuleinweihung ist hier auch das von Schülern vorbildlich gebastelte Modell der neuen Schule, die am Martinsfest als Fackel gezeigt wurde, ausgestellt.

Die Schulleiter

ab ca. 1890 Herr Kern Herr May

bis 1918 Herr Pies

1.10.1918 – 1.7.1947 Herr Hoellen

1947 – 1.2.1955 Herr Schmitz

1955 – 28.9.1966 Herr Anschütz

1966 – 1974 Herr Ulrich

1974 – 1991 Frau Seifert

seit 1991 Herr Stümper

                                                                                       
                                                                         


Schulgeschichte 1963 – 2005

Ostern 1966 – Herbst 1967:
In diesem Zeitraum gibt es zwei Kurzschuljahre. Der Einschulungstermin liegt jetzt nach den Sommerferien.

28.09.1966:
Hauptlehrer Leo Ulrich tritt die Nachfolge von Hauptlehrer Anschütz an. Zum Kollegium gehören Frau Seifert, Frau Floß und Frau Woll.

01.08.1969:
Mit Beginn des Schuljahres 69/70 ist die Volksschule Kripp nur noch eine Grundschule. Die Jahrgänge 5-9 gehören zur Volksschule Remagen. Die Grundschule hat drei Klassen. Die übrigen Klassenräume werden vom
5. und 6. Schuljahr der Volksschule Remagen belegt.

01.08.1970:
Im Schuljahr 70/71 wird die Grundschule 4-klassig. Der offizielle Name ist nicht mehr Kath. Volksschule, sondern Volksschule Remagen – Kripp. Es unterrichten, Herr Ulrich, Frau Seifert, Frau Floß und Frau Flier.Im Schuljahr 70/71 wird die Grundschule 4-klassig. Der offizielle Name ist nicht mehr Kath. Volksschule, sondern Volksschule Remagen – Kripp. Mit Beginn des Schuljahres 69/70 ist die Volksschule Kripp nur noch eine Grundschule. Die Jahrgänge 5-9 gehören zur Volksschule Remagen. Die Grundschule hat drei Klassen. Die übrigen Klassenräume werden vom 5. und 6. Schuljahr der Volksschule Remagen belegt.

9.06.1974:
Hauptlehrer Ulrich wird als Schulleiter verabschiedet. Konrektor Walter Kesselheim von der Grund- und Hauptschule Remagen wird mit der Wahrnehmung der Schulleitergeschäfte beauftragt.



01.10.1974
Frau Ilse Seifert wird Schulleiterin der Grundschule Kripp.

Sommer 1982:
Frau Floß tritt in den Ruhestand und wird durch Frau Born ersetzt.

Sommer 1991:
Frau Seifert tritt in den Ruhestand. Herr Stümper wird neuer Schulleiter. Gleichzeitig wächst die Schule von fünf auf sieben Klassen. Die frühere Lehrküche im Keller, die zwischenzeitlich als Vereinsraum genutzt wurde, muss als Klassenraum genutzt werden.

Sommer 1992:
Zum ersten Mal findet ein Spielnachmittag für die Vorschulkinder statt.

10.05.1993:
Auf Einladung von Schulleitung und Schulelternbeirat findet die Gründungsversammlung des Fördervereins statt.

Sommer 1994:
Die Grundschule wird nun durchgängig zweizügig. Am 08.Juni 1995 findet die Einweihung statt. Das Kolle-gium besteht jetzt aus neun Personen: Frau Hewel, Frau Beutgen, Frau Brönner, Frau Born, Frau Kaesler, Frau Weyand, Frau Schmidt-Wirth, Herr Schanzen und Herr Stümper.

Sommer 1998:
Mit der Einführung der vollen Halbtagsschule werden feste Unterrichtszeiten für alle Schüler festgelegt. Die Kripper Grundschule ist jetzt Ausbildungsschule. In den Jahren 1998 bis 2003 werden neben verschiedenen Praktikantinnen die Referendarinnen Ute Schäfer, Daniela Neuenfeld-Zwolsky und Tanja Schlesiger ausgebildet.

Frühjahr 2000:
Die Schule wird mit den ersten Computern ausgestattet. Heute verfügt jede Klasse über einen PC und die Schule verfügt über mehrere PCs mit Internet-Zugang.

Sommer 2002:
Zum zweiten Mal findet eine Schulolympiade statt.

Sommer 2004:
Nach langen Planungen, findet im Sommer 2004 das Grosse Sommerfest mit vielen Aktivitäten der einzelnen Klassen zum 40.-Jährigen Jubiläum der Grundschule Kripp statt.



Herbst 2004:
"Endlich" die neue Sport- und Turnhalle ist fertig. Nach langen diskussionsreichen Jahren ist es vollbracht.
Nach langen Planungen, findet im Sommer 2004 das Grosse Sommerfest mit vielen Aktivitäten der einzelnen Klassen zum 40.-Jährigen Jubiläum der Grundschule Kripp statt.Zum zweiten Mal findet eine Schulolympiade statt.Die Schule wird mit den ersten Computern ausgestattet.

                                 

Heute verfügt jede Klasse über einen PC und die Schule verfügt über mehrere PCs mit Internet-Zugang. Mit der Einführung der vollen Halbtagsschule werden feste Unterrichtszeiten für alle Schüler festgelegt. Die Kripper Grundschule nun Ausbildungsschule.

Die guten Seelen der Grundschule, ohne die es einfach nicht geht.

Das Wohl und Wehe der Schule ist jedoch nicht nur von den Lehrern und dem Direktor abhängig. Es gibt noch mehr gute Geister in der Schule. Die Schulsekretärin Frau Fuchs ist mit allen Belangen der Schule vertraut und hat immer ein offenes Ohr für Fragen und Wünsche.

                              

Die guten Geister im Doppelpack: Das Hausmeister Ehepaar Blank. Seit 1998 betreuen sie die Grundschule Kripp. Die Arbeit beginnt am frühen Morgen und endet oft erst am späten Abend. Die Schule muss nicht nur gereinigt werden, viele andere kleine und größere Dinge wollen erledigt sein und tragen zu einem angenehmen Schulleben bei.

Aktivitäten des Schulelternbeirates der Grundschule Kripp.

Die 60er Jahre:
Nach Erbauung des Grundschulgebäudes, damals noch Volksschule Kripp, setzte sich der Elternbeirat erfolgreich dafür ein, dass die Außenanlagen instand gesetzt wurden.Eine Verlegung der evangelischen Kinder nach Remagen konnte u.a. durch den Einsatz des Elternbeirates verhindert werden.Ende der 60er Jahre, als die Volksschule in ein System aus Grund- und Hauptschule reformiert wurde, forderte der Elternbeirat mit Nachdruck den notwendigen Bau einer Hauptschule in Remagen. Dem Einsatz der Eltern und der Lehrer war es zu verdanken, dass die Aula der Volksschule Kripp nicht in Klassenräume umgebaut wurde, um dort bis zur Fertigstellung der Realschule Platz für die Realschüler zu schaffen. Der Unterricht für die Realschüler fand stattdessen in eigens dafür auf dem Schulgelände aufgestellten Baracken statt.

Die 70er Jahre:
Nach dem Umsetzen der Schulreform gastierten die Hauptschüler Anfang der 70er Jahre immer noch im Gebäude der Grundschule. Da ein Unterricht in dem durch Hauptschüler mit in Anspruch genommenen Schulgebäude nur unter erschwerten Bedingungen möglich war, wurden die Forderungen zum Bau einer neuen Hauptschule forciert und durchgesetzt. Bereits in dieser Zeit wurde ein Turnhallenausschuss gegründet, der sich für einen Bau einer Turnhalle auf dem Schulgelände einsetzte.

Die 80er Jahre:
Eine beabsichtigte Reduzierung der Lehrstellen, nach den Ausscheiden von Frau Floß, konnte vermieden werden. Gemeinsam mit der Schulleitung und den Lehrkräften wurde vor Ende des Schuljahres 1983/84 das erste im größeren Rahmen durchgeführte Schul- und Sportfest organisiert. Die 90er Jahre: Auch in den 90er Jahren bemühte sich der Elternbeirat intensiv um einen sicheren Schulweg im Bereich der Mittelstraße und der Neustraße. Durch den Einsatz interessierter Eltern und der Mitglieder des Elternbeirates gelang es, einen Förderverein zu gründen. Der Förderverein konnte dann mit Unterstützung des Elternbeirates und einer Elterninitiative eine Übermittagsbetreuung in Form einer Betreuenden Grundschule anbieten.
Im weiteren hat der Elternbeirat sich für die Anschaffung neuen Mobiliars eingesetzt und einen wesentlichen Beitrag bei den Überlegungen zur Erweiterung des Schulgebäudes geleistet.

Seit 2000:
In Abstimmung mit dem Förderverein und der Schulleitung erfolgte im neuen Jahrtausend die Ausstattung der Schule mit Computern und Internetanschluss für Unterrichtszwecke.
Die Bemühungen zum Bau der neuen Turnhalle wurden trotz vieler Rückschläge endlich belohnt.
Im Jahre 2004 konnte die neue Turnhalle auf dem Gelände der Grundschule eingeweiht werden.

Die Schulelternbeiratsvorsitzenden in chronologischer Reihenfolge

1962 bis 1967 Josef Etscheid
1967 bis 1971 Ludwig Wahl
1971 bis 1973 Philipp Bauer
1973 bis 1977 Arno Matuszak
1977 bis 1981 Rita Zeilhofer
1981 bis 1985 Helmut Kremer
1985 bis 1989 Wolfgang Möcking
1989 bis 1991 Helmut Kremer
1991 bis 1992 Elisabeth Tempel
1992 bis 1995 Karsten Sennewald
1995 bis 1997 Dietrich Tröber
1997 bis 1999 Peter Ott
1999 bis 2001 Rainer Doemen
2001 bis 2004 Ellen Vilzen
seit 2004 Elke Weber

Der Förderverein der Grundschule Kripp

Am 10.Mai 1993 war die Geburtsstunde des Fördervereins.

Auf Einladung des Schulelternsprechers Karsten Sennewald und des Schulleiters Karl-Peter Stümper trafen sich 30 Gründungsmitglieder und wählten einen dreiköpfigen Gründungsvorstand bestehend aus Margret Schittko-Wacker, Elga Sausmikat und B. Heerdmann.

Der neu gegründete Förderverein setzte sich zum Ziel, die Erziehungs- und Bildungsarbeit der Grundschule zu unterstützen und durch Finanzierung zusätzlicher Materialien zur Verschönerung des Umfeldes der Grundschule beizutragen.

12 Jahre später, ist der Förderverein nun 71 Mitglieder stark. In diesen 12 Jahren hat sich der Verein bemüht die Ziele auch in Taten umzusetzen.

Sowohl einmalige Anschaffungen wie auch regelmäßige Aktivitäten kennzeichnen das Vereinsleben.

Zu den Fördermaßnahmen und Aktivitäten gehören unter anderem:

Bewirtung der Eltern am Tag der Einschulung
Stiften des Adventskranzes
Waffelbäckerei für alle Grundschulkinder in der Adventszeit
Unterstützung von Schulfesten durch Bewirtung
Organisieren eines Schulbuchbasars
Finanzielle Unterstützung bei Klassenfahrten und Tagesausflügen
Finanzielle Unterstützung der Schülerzeitung
Finanzierung von Lernmitteln
Anschaffung von Pausenspielgeräten
Tischtennisplatte für den Schulhof
Kletterburg auf dem Schulhof
Sporttrikots für die Schule
Holzrundbank für den Schulhof
Unterstützung von Autorenlesungen
Laminiergerät
Materialschränke für die Klassenräume

Eine beabsichtigte Reduzierung der Lehrstellen, nach den Ausscheiden von Frau Floß, konnte vermieden werden. Gemeinsam mit der Schulleitung und den Lehrkräften wurde vor Ende des Schuljahres 1983/84 das erste im größeren Rahmen durchgeführte Schul- und Sportfest organisiert.
Auch in den 90er Jahren bemühte sich der Elternbeirat intensiv um einen sicheren Schulweg im Bereich der Mittelstraße und der Neustraße. Durch den Einsatz interessierter Eltern und der Mitglieder des Elternbeirates gelang es, einen Förderverein zu gründen. Der Förderverein konnte dann mit Unterstützung des Elternbeirates eine Übermittagsbetreuung in Form einer Betreuenden Grundschule anbieten.

                                             

Nach dem Umsetzen der Schulreform gastierten die Hauptschüler Anfang der 70er Jahre immer noch im Gebäude der Grundschule. Da ein Unterricht in dem durch Hauptschüler mit in Anspruch genommenen Schulgebäude nur unter erschwerten Bedingungen möglich war, wurden die Forderungen zum Bau einer neuen Hauptschule forciert und durchgesetzt. Bereits in dieser Zeit wurde ein Turnhallenausschuss gegründet, der sich für einen Bau einer Turnhalle auf dem Schulgelände einsetzte. Nach Erbauung des Grundschulgebäudes, damals noch Volksschule Kripp, setzte sich der Elternbeirat erfolgreich dafür ein, dass die Außenanlagen instand gesetzt wurden.

                                             

Eine Verlegung der evangelischen Kinder nach Remagen konnte u.a. durch den Einsatz des Elternbeirates verhindert werden.Ende der 60er Jahre, als die Volksschule in ein System aus Grund- und Hauptschule reformiert wurde, forderte der Elternbeirat mit Nachdruck den notwendigen Bau einer Hauptschule in Remagen. Dem Einsatz der Eltern und der Lehrer war es zu verdanken, dass die Aula der Volksschule Kripp nicht in Klassenräume umgebaut wurde, um dort bis zur Fertigstellung der Realschule Platz für die Realschüler zu schaffen.

                                             

Der Unterricht für die Realschüler fand stattdessen in eigens dafür auf dem Schulgelände aufgestellten Baracken statt.Zum Abschied gab es für Frau Kontschack noch eine musikalischen Gruß von allen.Gebührend wurde die beliebte Hausmeisterin Karla Kontschack nach nahezu 30 Jahren von Lehrerschaft, Schülern und deren Eltern verabschiedet. Als guter Geist ist sie in die Schulgeschichte eingegangen und hat die Geschicke der Schule mitgestaltet. 1998 ist sie dann in den wohlverdienten Ruhestand gegangen. Für sie war die Schule stets mehr als eine Arbeitsstätte, sie sorgte dafür, dass sich die Schüler und ihre Lehrerinnen und Lehrer in der Schule wohlfühlen konnten.

                                            

Informationen zur Erstellung dieser Chronik stammen zum Teil aus der Festzeitschrift der Grundschule Kripp anlässlich ihrem 40 jährigen Bestehen. Herzlichen Dank gilt auch der Familie Willi Überbach, für die Bereitstellung der alten Zeitungsartikel und Bilder.



 
Luftbild vom 12.4.1980. Noch sind viele Flächen nicht bebaut.



 
Freiwillige Feuerwehr Stadt Remagen Einheit Kripp

Seit über 15 Jahren eigenes Logo

Ein Gönner der Kripper Feuerwehr, Herr Hofer, dankte der Kripper Wehr durch ein ganz besonderes Geschenk für ihre Hochwassereinsätze. Er selbst gehörte zu den Hochwasser Geschädigten und mußte während dieser Zeit täglich von der Feuerwehr befördert werden. Zum 80. Jubiläum entwarf er für die Kripper Wehr ein neues Logo. Es zeigt den Wasserturm, nicht nur Wahrzeichen von Kripp, sondern auch für die Feuerwehr von besonderer Bedeutung, einen Feuerwehrhelm und einen Adler mit erhobenen Flügeln. Er ist das Symbol für den Schutz, den die Feuerwehr der Bevölker­ung bietet. Auch der Förderverein der Freiwilli­gen Feuerwehr Kripp hat seit seiner Gründung dieses Logo übernommen. Das Emblem soll die Freiwillige Feuerwehr Kripp durch viele Jahre hindurch begleiten.

 

Die Kripper Wehrleiter von 1909 bis heute:

1. Johann Hammer 
2. Michael Wolf   3. Hilarius Dahm  4. August Möller  5. Ignatz Lohmer  6. Peter Schumacher 7. Johann Schmitz  8. Josef Marx  9. Heinrich Laux  10. Elmar Hammer   11. Richard Syverz  12. Ingo Wolf

Die Mannschaft



Oben von links: Thomas Schremmer, Andre Göttlicher, Joachim Geil, Olaf Brohl, Udo Ehlert
Unten von links: Richard Syberz, Frank Trein, Benjamin Franzen, Florian Stadtfeld, Karl-Heinz Boes,Mathias Kunz, Marc Tilltmann, Peter Dahm, Guido Fuchs, Bastian Ehlert, Jörg Laux,Ingo Wolf (Einheitsführer)
Nicht anwesend: Rene Dietrich, Markus Laux, Hans-Georg Schäfer, Günter Keller, Andreas Popp, Alexander Mauricio, Peter Steiner, Ralf Mostert, Carsten Delord, Heinz Delord,Thomas Gallor, Marco Tanghe, Tobias Wahl


Altersmannschaft

Mit einem Alter von 60 Jahren endet nach dem Gesetz der aktive Dienst für Feuerwehrangehörige. Hiernach können die bis dahin aktiven Feuerwehr­männer in den ruhigeren Teil der Feuerwehr übertreten, die Altersmann­schaft. Ruhig ist es hier nicht immer, man trifft sich regelmäßig im Feuer­wehrhaus, unternimmt Ausflüge, oder sucht den besten Kegler in ihren Reihen. Weiterhin unterstützt man die „Aktiven“ und übernimmt Arbeiten am oder im Feuerwehrhaus, sowie an den Gerätschaften. Schöne Momente sind auch, wenn Jung auf Alt trifft und das eine oder andere Anektödchen aus alten Zeiten erzählt wird.



Von links nach rechts: Winfried Balkhausen, Horst Uhlmann (Förderver­ein), Richard Welter, Dieter Hoffmann,  Heinrich Laux, Hans Laux, Elmar Hammer +, Hans-Günter Möller, Rudi Möller, Josef Thull, Klaus Hüppen

Nicht Anwesend: Heinz-Peter Arenz, Rudolf Bruder, Rolf Dietrich, Karl-Werner Küster, Josef Marx, Hans Schäfer, Heinz-Jürgen Schäfer, Helmut Schmitt


Jugendfeuerwehr

Die Jugendabteilung der Kripper Einheit wurde am 08.11.98 ins Leben ge­rufen. Ihr gehören zur Zeit 13 Jugendliche, davon 11 Jungen und 2 Mädchen, an. Geleitet wird die Jugendwehr von Günter Keller als Jugend­feuerwehrwart und Marc Tilltman als stellvertretender Jugendfeuerwehrwart. Die zwei Jugendwarte haben sich zum Ziel gesetzt, die Jugendlichen spielerisch in Theorie und Praxis an den Ausbildungsstand der aktiven Wehr heranzuführen. Doch auch die Freizeitgestaltung kommt hierbei nicht zu kurz: Zeltlager, Spielnachmittage, Radtouren und noch vieles mehr gehö­ren ebenso zur Jugendarbeit in der Feuerwehr, wie die Ausbildung im feu­erwehrtechnischen Bereich. Auch wird mit der Jugendfeuerwehr ein Potential geschaffen, dass den Fortbestand der Kripper Feuerwehr sichert und gewährleistet. Seit der Gründung konnten bereits 10 Jugendliche in die aktive Wehr übernommen werden.



Hinten von links: Daniel Schwarz, Dirk Boes, Marc Tilttmann, Betreuer: Olaf Brohl, Florian Stadfeld, Sebastian Brohl

Vorne von links: Ina Filzen, Marc Boes, Kevin Schüller, Tobias Boes, Fabian Jöbges, Aron Filzen, Silke Wehling

Unten von links: Frederic Stroehmer, Philipp Theisen, Andreas Schwarz, Adrian Scherf


Der lange Weg zu einem geräumigen Heim


Das erste Gerätehaus der Kripper Wehr stand an der Knabenschule gegen­über der Kirche, da jedoch der Leiterwagen dort keinen Platz mehr hatte, mußte dieser im Wasserturm untergestellt werden. Das zweite Spritzenhaus befand sich in der Ahrstraße, wo das damalige Feuerwehrauto der Kripper Wehr, ein Daimler- Benz 1500 S, untergestellt war. In den 60er Jahren wurde mit dem Bau des Gerätehauses in der Weinbergstraße neben dem Wasser­turm begonnen und als dieses Haus dann 1960 seiner Bestimmung überge­ben wurde, stand den Kripper Wehrleuten erstmals neben der Fahrzeughalle auch ein Mannschaftsraum und ein Werkraum für die Wartung und Pflege der Gerätschaften zur Verfügung. Die sanitären Anlagen waren damals im Was­serturm untergebracht. Es stellte sich jedoch bald heraus, das diese Räum­lichkeiten für die Unterbringung der Ausrüstung und im Besonderen der Hoch­wasserboote nicht ausreichten. Doch erst im Monat September 1983 wurde mit dem Bau des jetzigen Gerätehauses begonnen.

                                             

Schon im November 1984 konn­ten die neuen Räumlichkeiten, welche zu einem sehr großen Teil in Eigenlei­stung erstellt wurden, bezogen werden. Doch während des Festumzuges von der Weinbergstraße in die Römerstraße wurde dieser durch Sirenengeheul unterbrochen und man wurde zu einem Brandeinsatz nach Remagen geru­fen So konnte das Gerätehaus erst am 12.05.1985 offiziell eingeweiht wer­den. Bei diesem Gerätehaus berücksichtigte man alle Unzulänglichkeiten der anderen Unterkünfte und so plante man von Anfang an die sanitären Anlagen, den eigenen Mannschaftsraum, eine Küche, ein Büro und eine Werkecke mit ein. Es wurde auch ausreichend Platz für die Fahrzeuge eingeplant - so dachte man - denn durch die Neuanschaffung eines Sonderfahrzeuges in der Remagener Wehr, welches bei uns untergestellt wurde, war der Platz dahin. Daher wurde das Gerätehaus 1995 durch einen Anbau erweitert, in dem der Hochwassersteg und die Hochwasserboote untergebracht sind. Der Anbau wurde bis auf die Dachkonstruktion und den Außenputz gänzlich in Eigenleistung erstellt.

                                           

1998 wurde von uns der Vorplatz um das Stück vor dem Anbau erweitert. Für diese Erweiterung bei der wir natürlich wieder selber Hand anlegten, wurde uns vom Bauhof das Verbundpflaster zur Verfügung gestellt. Ein Jahr später erfolgte die Erneuerung der Grünanlagen und die Aufarbeitung eines Blumennachens vor dem Gerätehaus. Um dies alles in Stand zuhalten trifft sich wöchentlich ein Arbeitsdienst, der die Anlagen und Ausrüstungen in einem guten Zustand hält.

Bodengebundene Ausstattung

Für die Sicherstellung des Brandschutzes und zur technischen Hilfeleistung im Ortsteil Kripp stehen der Wehr zwei sogenannte Tragkraftspritzenfahr­zeuge (TSF) und ein Mannschaftstransportfahrzeug (MTF) mit Anhänger zur Verfügung.

                                              

Die Tragkraftsprit­zenfahrzeuge die beide nahezu Baugleich sind, und jeweils sechs Personen Platz bieten, führen je­weils eine Pumpe (Tragkraftspritze) mit, mit denen zusammen bei 8 bar Wasserdruck 2400 Liter Wasser in der Minute gefördert werden kön­nen. Diese Pumpen eignen sich als Verstärkerpumpe bei der Wasse­rentnahme aus dem örtlichen Was­sernetz genauso wie zur Wasse­rentnahme aus offenen Gewäs­sern. Des weiteren sind auf den beiden Fahrzeugen 785 Meter Schlauchmaterial vorhanden und zum Schutz vor Brandrauch und Atemgiften werden auf einem Fahrzeug vier, dem neuesten Stand entspre­chenden, Atem-schutzgeräte mit­geführt. Wohin-gegen das andere TSF mit einer Tauchpumpe, einem Halogen-strahler und einem klei­nen Stromaggregat ausgerüstet ist.

                                                                              

Das Mannschaftstransport­fahrzeug dient zum Nachschub von Mannschaft und weiterem Gerät, welches aus Platz- oder Gewichtsgründen auf den anderen Fahrzeugen nicht mehr mitgeführt werden kann. Außerdem benöti­gen wir dieses Fahrzeug zum Zuwasserbringen der Boote. Da Kripp zu dreiviertel von offenen Gewässern (Rhein, Ahr, Kiesgru­ben) umgeben ist, hat sich das Vorhalten von zwei Löschfahrzeugen bewährt, da mit dem ersten Fahrzeug, ein Sofortangriff durchgeführt werden kann, während mit dem zweiten Fahrzeug bei Bedarf eine Wasserversor­gung von einem offenen Gewässer aufgebaut werden kann. Genauso verhält es sich bei der Unterstützung anderer Wehren. Mit dem ersten Fahrzeug wird der weitere Bedarf an Atemschutzgeräten gedeckt, während mit dem zweiten Fahrzeug die Wasserversorgung sichergestellt wird. Weiterhin besit­zen wir zwei LKW-Anhänger die mit über 250 Meter Hochwassersteg beladen sind.

Hochwasser, ein Kapitel für sich

Durch die besondere Lage des Ortes hatte und hat das Hochwasser schon immer einen besonderen Stellenwert in der Geschichte des Ortes und der Feuerwehr eingenommen. Zunächst ist da einmal die Insellage der Häuser auf der Rheinallee, die in keinster Weise einen baulichen Anschluss zum Ortskern haben. Da das Gelände in Kripp nicht so steil zum Rhein hin abfällt wie zum Beispiel in Remagen, besteht auch nur beschränkt die Möglichkeit, die eingeschlossenen Häuser vom Sandweg aus zu erreichen. Also müssen den Rheinanliegern Mög­lichkeiten geschaffen werden auch bei Hochwasser ein fast normales Leben zu führen.

                                              

Jedoch ist es hier schwierig einen Steg aufzustellen, da eine dort sichere und feste montierte Aufstellung eines Steges in der Quellenstraße wegen starker Strömung im Einmündungsbereich des Sandweges unmöglich ist. Selbst wir von der Feuerwehr müssen der starken Strömung weichen und mit der Einsatzleitung und Steg in den Sandweg umziehen und ein Boot in der Quellenstraße postieren, da wir selbst mit unseren stärksten Booten die Seitenströmung nicht sicher durch­queren können. Auch ist ein Verlauf des Steges zwischen Park-platz Fähre und Sandweg wegen der mangelnden Befestigung des Weges und den fehlenden Ver-ankerungsmöglichkeiten nicht mög-lich. Außerdem ist ein Abbau des Steges im Wasser nicht möglich was bei steigendem Hochwas­ser nötig wäre, um ihn in der Gasse zwischen Batterieweg und Sand­weg aufzubauen. Daher hat die Stadt und die Wehrführung die Investitionen in eine andere Rich­tung gelenkt und vor 10 Jahren in der Einheit Kripp ein weiteres Boot stationiert. Im Jahr 2002 erhielten wir unser 5. Boot. Dieses ist mit 4 Rollen ausgestattet und kann somit auch bei niedrigem Hochwasser eingesetzt werden.

Ende 2004 wurde auf der Wiese zwischen Fährparkplatz und Sandweg ein Graben errichtet, der das häufige Umbauen des Hochwassersteges ersetzen soll. Zu besonderen Schadenslagen oder Per-sonensuchen auf dem Rhein wer­den unsere Boote mitsamt unseren erfahrenen Bootsführern im ganzen Jahr alarmiert und eingesetzt. Wir werden auch weiterhin mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln und Kräften die Versorgung der Betroffenen des Hochwassers übernehmen. Frei nach dem Motto: Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr.

                              Die Geschichte einer Fahne - Souvenirjäger hatten Pech: Der lange Weg der ersten Fahne

Unglaublich hören sich die Einsatzberichte aus den Anfängen der Kripper Wehr an, die im Jahre 1909 gegründet wurde. „Männer der Ersten Stunde“ waren unter anderem Michael Delord, Anton Linden, August Möller, Johann Krall, Johann Betzing, Johann Hammer und im Jahre 1914 trat Ignaz Lohmer der Wehr bei. Leiterwagen und Hand­pumpen wurden mit Muskelkraft zum Einsatzort geschoben und gedrückt. War das Glück der Wehr hold, wurden die notwendige Geräte von Pferden gezogen. Im Jahre 1943 erwarb die Freiwillige Feuerwehr Kripp das erste selbstfahrende Einsatzfahrzeug in ihrer nun 90jährigen Geschichte.

                                               

Ein gebrauchter Chevrolet, dessen Erstbesitzer die Rheinische Möbelfabrik Peters & Büttgen in Oberwinter war, befand sich vor seinem Debüt in Kripp in den Händen des Löschzuges Oberwinter. Die Wehrleute aus der Hafenstadt hatten das Prachtstück mit einer Leistung von 50 PS, einem Hubraum von 3.137 Kubikzentimetern und einer Nutzlast von ganzen 200 kg im Jahre 1939 vom Erstbesitzer erworben und in ein „Sonderfahrzeug für Feuerlöschzwecke“ umgebaut. Diese „Chevrolet-Sonderausführung“ sollte nun ab dem Kriegsjahr 1943 der Kripper Feuerwehr als große Hilfe zur schnellen Brandbekämpfung zur Verfügung stehen. Doch nur knappe zwei Jahre währte die Freude über die außergewöhnliche Errungenschaft, die offensichtlich nicht nur den Kripper Wehrleuten Spaß machte. Im Jahre 1945 erspähten amerikanische Soldaten diese Rarität und nahmen das Fahrzeug kurzerhand in ihren Besitz. Auch die im Jahre 1927 beschaffte schöne sowie wertvolle Fahne und weitere Gerät­schaften gelangten in die Hände der Amerikaner.

Doch viel Freude hatten sie wohl nicht mit ihrem sonderbaren Souvenir. Die Kripper erfuhren einige Zeit später, das die Soldaten das Feuerwehr-Ein­satzgefährt mit samt den Gerätschaften in den Graben gesetzt hatten. Die Fahne aber sollte erst Jahre später wieder auftauchen. Entsprechende Nachforschungen blieben jahrelang erfolglos.

Doch zum 56. Stiftungsfest im Jahre 1965 sollte endlich wieder eine Stan­darte her und so erhielten die Kripper Feuerwehr eine neue Fahne, die am 31. Juli 1965 feierlich geweiht wurde.

Nur ein Mann in der Wehr blieb ruhelos, wollte die „alte Fahne“, soweit es sie noch gab, an ihren Bestimmungsort zurückholen. Willi Hoffmann bemühte sich hartnäckig weiter und fahndete unnachgiebig nach der seit Jahren verschollenen Feuerwehrfahne, er suchte und suchte, schrieb und schrieb und ... fand sie endlich wieder.

                                              

Jahrelang stand sie bei Frank Z. Swiderski in Eastlake, Ohio ,USA. Zur 60-Jahrfeier der Kripper Wehr kam Frank Swiderski persönlich aus den Staaten und überreicht die „alte Fahne“. Ja sie war es, die Fahne von 1927, die den Amerikanern 1945 so gut gefallen hatte, das sie sie mit­nahmen. Den Veteranen, die sie noch kannten, schlug das Herz höher, es war ein bewegender Augenblick, als sie die Standarte nach rund 20 Jahren wiedersahen. Mit einem großen Fahrzeugkonvoi und Hupkonzert wurde sie an ihren eigentlichen Standort gebracht und ist heute noch der Stolz der Truppe.

                                                                                     Der erste Kontakt in die USA

Brief des W. Hoffmann veröffent­licht in der Zeitschrift „Fireman“ im Juli 1957

An den
Herrn Kommandanten der Feuer­wehren der Stadt
New York / USA

Sehr geehrter Herr Kommandant !

Als Geschäftsführer der Freiw. Feuerwehr Kripp bei Remagen am Rhein, bin ich von meinen Feuer­wehrkameraden beauftragt, Ihnen eine Bitte vorzutragen.

Bei dem Einmarsch der amerika­nischen Streitkräfte in Kripp am Rhein, holten die amerikanischen Soldaten aus der Wohnung des Gemeindedieners Paul Sting, in Kripp, die Fahne der Freiwilligen Feuerwehr Kripp heraus und nahmen sie mit.

Die Fahne wurde im Jahre 1927/28 unter großem Opfer der Feuerwehrmänner beschafft und kostete damals 800,- Mark. Der heutige Preis stellt sich auf ca. 1300,- Mark in der gleichen Aus­führung. Die Fahne besteht aus blauem Samt und gelber Seide. Die eine Seite trägt das Bild des heiligen Florians, des Schutzpatrones der Feuer­wehren und die andere Seite die Inschrift: Städtische Freiwillige Feuerwehr Remagen-Kripp/Rhein, Gegründet 1909.

Unsere Wehr begeht nun im Jahre 1959 ihr Goldenes Jubiläum und konnte sich leider durch ihre schwache finanzielle Lage keine neue Fahne anschaffen, wird es auch in absehbarer Zeit noch nicht können.

Unsere Bitte geht nun dahin, ob Sie, sehr geehrter Kommandant uns nicht dabei helfen können. Wir haben in der Bundesrepublik unsere Zeitschrift „Brandschutz“. Wenn sie in Amerika nun auch so etwas hätten, könnten sie nicht darin einmal einen Artikel schreiben indem aufgefordert würde, den Ort ausfindig zu machen indem diese Fahne steckte. Vielleicht hätte das Erfolg und im Zeichen der Völkerverständigung bekämen wir unsere Fahne zurück. Sie wissen ja selbst das die Feuerwehr kein kriegerischer Verein ist, sondern Menschen sind, die anderen Menschen die in Not sind nur helfen wollen und helfen müssen. Darum sind wir ja als freiw. Feuerwehrmänner da.

Wir bitten Sie nochmals herzlichst um tätige Mithilfe in der Sache und wären Ihnen sehr zum Dank verpflichtet, wenn unsere Bitte von Erfolg gekrönt wäre.

Mit Feuerwehrkameradschaftlichem Gruß !

gez.: Hoffman (Schriftführer)

                                                                                    Die Brandschutzerziehung

Aufgrund der erschreckenden Anzahl von teilweise tödlichen Unfällen beim Umgang mit Feuer nimmt die Bedeutung der Brandschutzerziehung besonders im Vorschul- und Grundschulalter immer weiter zu. Daher wurden auch drei Kripper Feuerwehrkameraden an der Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule in Koblenz zu sogenannten Schul­klassenbetreuern ausgebildet. Sie sollen die Schulen und Kindergär­ten bei der Brandschutzerziehung unterstützen. Die Hauptaufgabe liegt, darin den Kindern den Unter­schied zwischen dem wärme- und lichtspendenden Feuer und dem Schadenfeuer zu verdeutlichten und das richtige Verhalten im Brandfall zu erklären. Des weiteren wird ihnen auch die richtige Alarmierung der Feuerwehr gezeigt. Hierfür steht den Schulklassenbe­treuern eine Übungstelefonanlage zur Verfügung, an der das Wählen der richtigen Notrufnummer und das Durchgeben der Notrufmitteilung realitäts­nah geübt werden kann.

                                              

Natürlich steht auch eine Besichtigung des Gerä­tehauses auf dem Programm. Hier werden neben der Besichtigung der Fahrzeuge auch einige Geräte erläutert. Für besonders wichtig und für die Kinder interessant hat sich die Vorführung der Atemschutzgeräte erwiesen, um den Kindern die Angst vor dem furchterregenden Aussehen und den ungewohnten Geräuschen die von diesem Gerät ausgehen zu nehmen. Da die Kinder und natürlich auch wir Schulklassenbetreuer sehr viel Spaß bei den Unterrichtsstunden haben und auch diese Art der Schadensverhütung sehr viel Erfolg zeigt, werden wir die Brandschutzerziehung auch weiter durchführen. Natürlich stehen wir auch anderen Interessierten für Fragen rund ums Feuer und die Feuerwehr gerne zur Verfügung.

                                                    Ein meterlanges Problem - Wie die Wehr zum Kronleuchter kam

Neben allen anderen Dingen in den schwierigen Anfangszeiten der Kripper Wehr ergab sich noch ein weiteres 10 bis 20 Meter langes Problem. Es ging um die Frage: Wo trocknen wir unsere Schläuche?

                                                                             

Zunächst einmal baute man an den Wänden des Gerätehauses in der Ahrstraße entlang spezielle Halterungen, um die Schläuche nach einem Einsatz oder einer Übung dort zum Trocknen aufzu­hängen. Doch dies erwies sich schon bald als weniger gute Lö­sung. Ein Steigerturm mußte her, um die Schläuche fachmännisch nachbehandeln zu können. Auf dem alten Schulhof an der Kirche sollte der Standplatz für den Krip­per Steigerturm sein. Fast an der gleichen Stelle hatte man Jahre zuvor an der alten Knabenschule eine Holzkonstruktion errichtet, an der man die Schläuche aufhing, damit sie trocknen konnten.Für den neuen Steigerturm konnte man alte zersägte Hochspannungs­masten von der Grafschaft nach Kripp holen.

                                             

In Eigenarbeit wurde geschweißt, gesägt und gemauert, bis er endlich stand, der neue große Steigerturm der Kripper Wehr. Aber bald schon hatte auch dieser ausge­dient, denn als der Kripper Wasser­turm nicht mehr für seine Zwecke verwendet wurde, konnten die Schläuche in ihm an einer Krone aufgehangen und mittels einer Winde bis in die Turmspitze hochgezogen werden. Die besagte Krone ist heute noch im neuen Gerätehaus an der Römerstraße zu besichtigen. Zum „Kronleuchter“ umfunktioniert, erhellt er heute den Mannschaftsraum. Mit dem Bau des jetzigen Gerätehauses kehrte auch die moderne Schlauchtrockent= echnik in Kripp ein. Zusammen­gerollt in einem Schlauchtrockenschrank wird den Schläuchen heute auf kleinstem Raum die Nässe entzogen. In ca. 24 Stunden ist der Trockenvor­gang abgeschlossen, ein enormer Fortschritt und eine riesige Erleichterung für die Wehrleute.


Chronik des Tischtennisclub Kripp

Schon 1949 nahm erstmalig eine Mannschaft aus Kripp am Tischtennis-Wettkampf in der Kreisliga Ahrweiler/Neuwied teil. Nach Abschluß der Punkterunde von 10 Mannschaften konnte der SV Bad Kripp den 8 Platz belegen. Über weitere Aktivitäten in den 50er Jahren liegen keine genauen Angaben vor.1962 wurde der TTC Kripp gegründet. Im Lokal „Rhein-Ahr“ trainierten die Spieler und führten dort auch die Mannschaftskämpfe aus. Aus finanziellen Gründen schloß man sich bald dem wiederbelebten SV Bad Kripp an. Die neue Tischtennisabteilung wurde vom Sportkameraden Willi Ueberbach geführt. Mit viel Ehrgeiz nahm ihm Bernd Lüttgen , jetzt Bruder Wolfgang genannt, fast die ganze Arbeit ab. In der Nachwuchsarbeit rieb sich Bernd völlig auf. Schon bald gehörten die Kripper Jugendlichen zu den besten des Kreises Ahrweiler. 1963 fand der Spielbetrieb in der alten Schule statt. 1964 setzte sich Willi Ueberbach für die Benutzung der Aula in der heutigen Grundschule ein. Kreis-, Bezirks- und Rheinlandmeister­schaften konnten von Kripper Mädchen und Jungen gewonnen werden. Vom Gegner besonders gefürchtet waren die Zwillinge Wolfgang und Heinz Delord, die in dieser Zeit nur schwer auseinander zu halten waren und zwei grundverschiedene Spielanlagen hatten. Im Sportjahr 1967/68 wurde so­wohl die Mädchenmannschaft in der Aufstellung Ilse Mohr, Dagmar Vaselow, Ilse Möller und Doris Mohr als auch die Jungenmannschaft mit Wolfgang und Heinz Delord, Horst-Willi Gäb und Karl Lüttgen Rheinland­meister und Rheinland-Pokalsieger. Beide Mannschaften vertraten den Tischten-nisverband Rheinland bei den Südwestdeutschenmeisterschaften in Ludwigshafen. Im Frühjahr 1970 erreichten dann Uwe Adams, Rolf-Peter Schmidt, Werner Scheck und Rafael Martin den größten Vereinserfolg bei diesen Meisterschaften mit dem 2. Platz in Großen-Linden (Hessen). Weiter viel beachtete Erfolge errangen Wolfgang Delord und Alfred Mayer (TTC Gimmigen) als Rheinlandmeister im Jugenddoppel, Rheinlandmeister und 3. Südwestdeutschermeister im Schülerdoppel wurden Werner Scheck und Gisbert Hoß (FC Niederlützingen). Rheinlandmeister im Mixed wurde Rolf-Peter Schmidt und seine Partnerin Resi Scheuer (TTC Poltersdorf).

Als Sportskamerad Willi Ueberbach zum 1. Vorsitzender des Gesamtver­eins gewählt wurde, übernahm Bernd Lüttgen die Tischtennisabteilung. Mit den inzwischen herangewachsenen Jugendlichen verstärkte sich die 1. Herrenmannschaft erheblich. 1966 rückte sie in die A-Klasse auf. 1969 schaffte sie ohne Niederlage bei den Aufstiegsspielen in Mendig den Sprung in die Bezirksklasse. Im folgenden Jahr stieg sie ohne Niederlage und nur einem Unentschieden direkt in die Bezirksliga Koblenz auf. Als Bernd Lüttgen 1972 ins Kloster eintrat, wurde Karl Boes sein Nachfolger. In der Session 1972/73 setzte die 1. Mannschaft ihre Erfolgsserie mit dem Aufstieg in die 2. Rheinlandliga fort, und in der nächsten Session gelang Wolfgang Delord, Rolf-Peter Schimdt, Hermann Sorger, Alfred Meyer, Werner Scheck und Hermann Geyer ihr Meisterstück mit den Aufstieg in die 1. Rheinlandliga.

Leider nahm der auf Platz 1 gesetzte Wolfgang Delord auf dem Höhepunkt seinen Abschied und Werner Scheck mußte zur Bundeswehr einrücken. Der Mannschafts= betreuer Ernst Walter Scheck mußte oft genug seinen Sohn in einer saarländischen Kaserne abholen damit die Mannschaft spielfähig war. Bei einem Auswärtsspiel in Kirchen an der Sieg kamen dann viele unbezahlte Kilometer zusammen. Auch wollte der Gesamtverein die anfallenden Übernachtungskosten nicht übernehmen. Ein weiteres Hinder­nis war die Aula in der Grundschule, die nicht mehr dem Standard ent­sprach, so das die Heimspiele in den Nachbarorten ausgetragen werden mußten. Trotz der Verstärkung durch Hans-Josef Schmitz aus Nieder­lützingen konnte der Rang nicht gehalten werden. Nachdem auch noch Rolf-Peter Schmidt mit einem Gebrauchtwagen nach Sinzig gelockt worden war, war der Abstieg aus der 1. Rheinlandliga nicht mehr zu verhindern. Die Mannschaft fiel auseinander. Man entschloß sich für einen Neuan= fang in der 1. Kreisliga.

Im Juni 1981 kam es dann zu Bruch mit dem SV Kripp. Die Aktiven der Tischtennis= abteilung waren zu der Überzeugung gelangt, das ein Abspal­tung für sie notwendig sei um den Fortbestand und die Jahrzehnte lange Aufbauarbeit zu sichern. Nur so waren die finanziellen Mittel für Startgelder und Trikots gesichert. Bei der Neugründung unter dem Vereinsnamen TTC Kripp wurde folgender Vorstand gewählt:


Karl Boes 1. Vorsitzender
Franz-Josef Balas 2. Vorsitzender
Hans-Gerd Königs Schriftführer
Alfons Marienfeld Kassenwart
Kornelius Seifert Jugendleiter



                                                                Die Evangelische Kirchengemeinde Remagen - Sinzig

Die evangelische Kirchengemeinde Remagen – Sinzig ist in zwei Pfarrbezirke unterteilt. Der Pfarrbezirk I umfasst Remagen und Kripp. Die Gemeinde in Remagen ist im Jahre 1585 das erste Mal erwähnt. Bezüglich der Entwicklung in Kripp ist in der Chronik der evangelischen Kirchengemeinde und in den Gemeindebriefen zu lesen:

1950 Zuzüge aus den deutschen Ostgebieten und aus dem Gebiet der DDR lassen die Zahl der evangelischen Gemeindeglieder in Kripp erheblich ansteigen. Pfarrer der Gemeinde ist seit September Walter Hentze.

1951 Ab Ostern finden 14-tägig regelmäßige Gottesdienste und Kindergottesdienste in Kripp statt und es wird eine Frauenhilfe gegründet. Gottesdienst und Versammlungen finden in Privathäusern statt.

1960 In Kripp wird ein Grundstück von Herrn Dannemann und Frau Hess erworben, auf dem ein Gemeindehaus errichtet werden soll.

1963 Kirchenbau in Kripp wird beschlossen; erster Spatenstich erfolgt.

1964 Am Reformationsfest erfolgt die Grundsteinlegung in Kripp.

1965 Im Mai findet das Richtfest am Kripper Gemeindezentrum statt

1965 Am 3. Advent Einweihung durch Landeskirchenrat Dr. Seeger. Das Haus trägt den Namen Martin-Luther-Haus.

                                             

1966 Abschiedsgottesdienst von Pfarrer Hentze im Oktober. Der Hilfsprediger Pastor Mielke wird in die Gemeinde eingewiesen. In seiner Dienstzeit werden Jugendnachmittage in Kripp zusammen mit Herrn König (Diakon der Gemeinde) eingerichtet. Der Glockenturm in Kripp wird am 30. Oktober eingeweiht.

1968 Im Januar wird Pfarrer Wolfgang Rehbein eingeführt

1971 Ziel der Arbeit in der Gemeinde ist, durch einen qualifizierten Mitarbeiterkreis auch in den Außenbezirken zu wirken.

1973 Der langjährigre Organist Ernst Barthel (wohnhaft in Kripp) scheidet im Dezember aus dem Dienst aus.

1976 Pfarrer Schnapp wird am 13. Juni als Inhaber der 2.Pfarrstelle in Sinzig eingeführt.

1977 Gottesdienstzeiten werden geändert: Am 1. und 3. Samstag Gottesdienst in Kripp, am 2. und 4. Samstag in Bodendorf; sonn- und feiertags 9:30 Uhr in Sinzig, 10:30 Uhr in Remagen.

1978 Abschiedsgottesdienst von Pfarrer Wolfgang Rehbein (im August). Pfarrerin Erdmute Wittmann wird im September auf die 3. Pfarrstelle (Schulpfarrstelle) eingeführt.

1979 Im August: Einführung von Pfarrer Udo Grub

1980 Bei der Presbyterwahl tritt Frau Christa Wellpott an die Stelle von Arthur Grams. Die Gemeindeversammlung bei der Visitation im September bringt eine intensive Besprechung der Lage der evangelischen Kirchengemeinde, besonders im Gemeindeteil Kripp.

1981 Ein Miniclub für Mutter und Kind wird gegründet und ein Abendkreis für jüngere Frauen hat sich zusammengefunden. Die Frauenhilfe wird in einen Seniorenclub für Männer und Frauen umgewandelt.

1983 Abschied von Familie Schnapp

1984 Pfarrerin Erdmute Wittmann wird als Gemeindepfarrerin in die 2. Pfarrstelle eingeführt. Die altkatholische Kirchengemeinde Koblenz wird einmal im Monat einen Gottesdienst in der Martin-Luther-Kirche in Kripp feiern. Frau Mollbach wird als Presbyterin für Kripp eingeführt, Wolfgang Schwindt als Schulpfarrer.

1985 Am 15.06.1985 findet in Kripp eine Gemeindeversammlung statt. Schwerpunktthema ist die Zukunft des Gemeindezentrums in Kripp. Im Juli wird der Aktionskreis Kripp ins Leben gerufen. Im Gemeindebrief heißt es hierzu:
„Ziel des Aktionskreises ist die Erhaltung des Gemeindezentrums Kripp; d.h. sowohl die Aktivierung des Gemeindelebens als auch eine positive Gestaltung der Kosten. Wir wollen beitragen zu einer für alle Beteiligten positiven Gesamtentwicklung. Hierfür bitten wir um Gottes Hilfe und um seinen Segen.“

Am 14.12.1985 wird gemeinsam mit den altkatholischen Mitchristen und Pfr. Schlenzig das 20 jährige Jubiläum des Martin-Luther Hauses in Kripp gefeiert. Der Festgottesdienst wurde durch den Kirchenchor mitgestaltet. Im Gemeindebrief ist zu lesen: Zwanzig Jahre Gemeindezentrum Kripp – das ist eine Grund, zurückzuschauen, sich zu besinnen und nachzudenken über den Weg unserer Gemeinde auch in Kripp. Antworten, überzeugende Antworten, sind noch nicht gefunden. Doch wir sind unterwegs. Möglicherweise finden wir eine für die Zukunft des Gemeindezentrums in Kripp befriedigende Aufgabe. Wir wollen es hoffen – auch in Zusammenarbeit mit dem Aktionskreis Kripp.

1986 Auf 5 Jahre kann der Verband Christlicher Pfadfinder Siedlung Albert Schweitzer zurückblicken.

1989 Frau Annemarie Behrendt wird Pfingsten in einem festlichen Gottesdienst nach 24 jähriger Dienstzeit aus ihrem Dienst als Küsterin und Hausmeisterin des Martin-Luther Zentrums verabschiedet. Am 15. Juli übernimmt Frau Renee Kniel die Küster- und Hausmeisterstelle in Kripp.

1994 Infolge des Baumschulenweg-Ausbaus wird der Zugang zum Martin-Luther-Zentrum behindertengerecht eingerichtet. Die Parkplätze und Außenanlagen werden neu gestaltet. Unter der fachmännischen ehrenamtlichen Bauleitung von Ullrich Heym (Sinziger Gemeindeglied) wurden in Zusammenarbeit mit dem Aktionskreis Kripp umfangreiche Baumaßnahmen in Eigenleistung durchgeführt. Rund 30 Helfer aus Sinzig, Remagen und Kripp sorgten für eine neue Dachverkleidung in Naturschiefer und nutzten das stehende Gerüst für einen hellen Außenanstrich

                                                

.1995 Das bewährte Team der ehrenamtlichen Helfer erstellt unter der Leitung von U. Heym den Vorbau zum Eingangsbereich in Eigenleistung. Werner Töpel verschönt die Vorderfront des Martin-Luther-Zentrums durch eine in Naturschiefer gestaltete Luther-Rose.

1997 Der Kindergottesdienst in Kripp wird „wiederbelebt“. Am 1. Sonntag im Monat findet er von 10:00 bis 11:00 Uhr statt. Das Kindergottesdienst-Helferteam umfasst einige „junge Mütter“ und wird von Bettina Eisele (ehemalige Jugendmitarbeiterin) unterstützt. Familiengottesdienste in Kripp werden durch das Kindergottesdienstteam mitgestaltet.

1998 Sanierung des Glockenturms wird durchgeführt.

2003 Frau Renee Kniel wird verabschiedet; Frau Elke Geil tritt ihren Dienst als Hausmeisterin im Martin-Luther-Zentrum an. Der Küsterdienst wird im Hinblick auf die finanzielle Gesamtsituation der Kirchengemeinde von den Kripper Lektorinnen ehrenamtlich übernommen.

2004 Die ehemalige Hausmeisterwohnung wird renoviert und Frau Sokoliss (hauptamtliche Mitarbeiterin für Kinder- und Jugendarbeit) als Jugendräume zur Verfügung gestellt.Die katholischen Pfarrgemeinden St. Peter und Paul Remagen und St. Nepomuk Kripp und die evangelische Kirchengemeinde Remagen-Sinzig unterzeichnen eine ökumenische Partnerschaftsvereinbarung.

Presbyterinnen und Presbyter für Kripp waren: Herr Völker, Herr Ernst Barthel, Herr March, Herr Arthur Grahms, Frau Christa Wellpott, Frau Ursula Mollbach, Frau Annemarie Behrendt, Frau Bärbel Hildebrandt. Heute vertreten den Ortsteil Kripp Frau Bettina Eisele und Frau Heidemarie Falkenberg.

Die räumliche Nähe hat dazu geführt, dass sich eine gute Nachbarschaft zum städtischen Kindergarten Pusteblume entwickelt hat. Insbesondere ist hier der Besuch und die Darbietungen der Kinder in der Seniorengruppe/Frauenhilfe hervorzuheben.

Wir freuen uns über unsere junge engagierte Küsterin und hoffen, dass die Einrichtung der Jugendräume im Martin-Luther-Zentrum Früchte trägt.

Am 1. Advent 2005 findet ein Festgottesdienst zum 40 jährigen Bestehen des Martin-Luther-Zentrums statt. Gleichzeitig haben wir Grund zu danken für „20 Jahre Aktionskreis Kripp“. Die Vorbereitungen für dieses Jubiläum werden Ende Januar aufgenommen.


                                                                                              Aktionskreis Kripp

Der Aktionskreis Kripp (AKK) wurde 1985 ins Leben gerufen. Ausgangsbasis waren „heiße Diskussionen“ im Presbyterium und auf der Gemeindeversammlung um die Zukunft des Kripper Gemeindezentrums.

Ziel des AKK ist die Erhaltung des Gemeindezentrums Kripp. Hierzu soll durch die Aktivierung des Gemeindelebens und durch einen Kostenbeitrag für die Ausstattung und die Instandsetzung beigetragen werden.

In den vergangenen 19 Jahren konnte das Gemeindeleben in Kripp etwas „aktiviert“ werden, sowohl durch regelmäßige Veranstaltungen als auch durch Sonderveranstaltungen. Auch die finanzielle Entwicklung ist erfreulich.

Als jüngere „Aktivierungsimpulse“ sind beispielhaft zu nennen:

- der nach 12 Jahren Pause wieder aufgelebte Kindergottesdienst in Kripp.

- im Zeitraum 1994 bis 2002 wurden 7 Familienfreizeiten in Selbstversorgungshäusern durchgeführt

· Gemeinsam mit der Frauenhilfe Kripp wurden 3 einwöchige Seniorinnen-Freizeiten durchgeführt. Zwei davon als „Urlaub
   ohne Koffer“ in Kripp und Umgebung, eine auf
- der Elsenburg in Kaub am Rhein.

                                                

Herausragende Ereignisse waren die Renovierung des Daches, der neue Außenanstrich und der Vorbau, die in Eigenleistung durchgeführt wurden. Ein besonderer Dank gilt dem Bauleiter Herrn Ullrich Heym sowie den rund 30 ehrenamtlichen Helfern aus Sinzig, Kripp und Remagen. Gleichzeitig sei auch allen gedankt, die durch ihre Spende zur Sanierung des Glockenturmes beigetragen haben.

In seinem 19jährigen Bestehen konnte der Aktionskreis über 35.000,-- EUR aufbringen, die in die Ausstattung und Erhaltung des Kripper Gemeindezentrums und in gemeinsam beschlossene Projekte zurückgeflossen sind.

Im Jahr 2005 wollen wir das 40 jährige Jubiläum des Martin-Luther-Zentrums vorbereiten und am 1. Advent ausrichten und gleichzeitig für 20 Jahre Aktionskreis Kripp danken.

Inhaltlich werden wir uns verstärkt mit der Thematik „Besuchsdienst“ beschäftigen

Ein herzliches DANKESCHÖN für alle bisherige Unterstützung durch Gebet, tatkräftige Hilfe und Spenden! Wenn Sie mehr über den Aktionskreis wissen wollen oder Anregungen weiter geben wollen, steht Ihnen Heidemarie Falkenberg, Quellenstrasse 55, 53424 Remagen-Kripp, Tel. 02642 / 98 06 41 als Ansprechpartnerin zur Verfügung.


Chronik der Katholischen Frauengemeinschaft

Die Frauengemeinschaft wurde am 10.April 1973, auf Anregung von Herrn Dechant Hammes und dem damaligen Vikar Hermann Holl, in der Aula der Grundschule gegründet.

In den neu gegründeten Verein, der sich zunächst Frauen- und Mütter­gemeinschaft nannte, traten spontan 35 Frauen ein. Wenig später schon schloß man sich dem Diözesanverband der Kath. Frauengemeinschaften in Trier an, und fortan nannte sich der Verein „Katholische Frauengemein­schaft Kripp“ . Zu diesem Zeitpunkt zahlten die Mitglieder einen Monats­beitrag von DM 1,20.

Schon im ersten Jahr plante man Ausflüge und ein Oktoberfest. Anneliese Grams hatte als gelernte Fotolaborantin eine Menge Diamaterial gesam­melt und brachte an einem gemütlichen Abend so die für viele unbekann­ten Flecken von Deutschland in die gute Stube des Vereins. Noch im selben Jahr fand der erste Weihnachtsbasar in der Aula der Grundschule statt. Der Erlös kam dem kath. Kindergarten zu Gute.

                                       

Im Februar 1974 wurde im damaligen alten Kindergarten zum ersten mal ein Seniorenkarneval veranstaltet. Ab Okto­ber1974 trafen sich auf Initiative der Frau­engemeinschaft jede Woche die Senioren zur einer gemütlichen Kaffeestunde, die sich nach kurzer Zeit zu einem Spiel- und Er­zählnachmittag aus­dehnte. Diese Nach­mittage wurden schnell zu einer festen Einrichtung in Kripp, bei denen die allseits beliebten und verehrten Marienschwestern Eleonore und Bonvita gern gesehene Gäste waren. Schnell fanden sich 14 Frauen, die im Wechsel diese Nachmittage vorbereiteten und die anwesenden Senioren bestens versorgten.

Weiterhin wurden die ersten Bastel-, Batik und Backkurse durchgeführt, die sich zunehmender Beliebtheit erfreuten. Später kamen Kurse für Kosmetik, Weihnachtsgestecke, Weihnachtsbäckerei und zur Herstellung von Prali­nen dazu.

Im Jahre 1978 hatte sich die Zahl der Mitglieder bereits verdoppelt. Zu die­sem Zeitpunkt wurde der Verein Mitglied im Bundesverband der „Katholi­schen Frauen Deutschlands“ mit dem Logo „Kfd“. Jedoch wurden noch nicht alle Mitglieder gemeldet und so war der Vorstand auf höherer Ebene nicht wahlberechtigt.

Ab Juni 1980 wurde zunächst alle zwei Wochen , später wöchentlich, ein Müttertreff im alten Kindergarten angeboten, der nach Fertigstellung des neuen Pfarrheims in der Voßstraße nach dort verlegt wurde und auch heute noch dort stattfindet.

1981 bildete sich ein Arbeitskreis, der einen Besuchsdienst für ältere Mit­glieder im Ort organisierte. Vor einigen Jahren hat es sich dann die Frau­engemeinschaft zusätzlich zur Aufgabe gemacht, alle Mitbürger von Kripp, gleich welcher Konfession, die in den umliegenden Senioren- und Pflege­heimen wohnen, vor Ostern und vor Weihnachten zu besuchen.

Im Laufe der Zeit wurde dann der Wunsch laut, regelmäßige Wanderungen durchzuführen. So trifft sich seit vielen Jahren eine lockere Gruppe (mal mehr, mal weniger, je nach Wetterlage und Jahreszeit) zu einer, über etli­che Jahre von Anneliese Grams und nun von Vera Blumenstein geführten und stets gut organisierten Wanderung.

                                     

Der Jahreszeit ent­sprechend werden die Ziele ausgesucht. So führt die erste Wander= ung im Jahr stets zu einer besonderen Krippe. Wenn die Wildorchideen blühen, ist das Ziel die Lohrs­dorfer Wiesen, wo viele dieser herrlichen Gewächse bewundert werden können, und zur Weinlese geht es sicherlich mehr als einmal durch die Wein= berge im wun­derschönen Ahrtal. Auch steht ab und zu der Besuch eines Heimat= museums auf dem Program. In jedem Fall weiß die Organisatorin immer, wo es guten Kaffee und Kuchen gibt. In diesem Zusammenhang muß erwähnt werden, das das Ziel der Wanderung im Monat August stets die Grillhütte auf dem Viktoria­berg ist, wo die Mitglieder des Vorstands mit Kaffee, Kuchen, belegten Brötchen und Getränken auf die Wanderfreundinnen warten. Zu diesem Picknick werden auch gerne die Mitglieder gebracht, die an den Wan­derungen aus gesundheitlichen oder altersbedingten Gründen nicht mehr teilnehmen können. Alt und Jung verbringen hier stets einen wunderschö­nen Nachmittag.

Für die Kath. Frauengemeinschaft in Kripp stand es sicherlich außer Frage, das sie bei den dringend notwendigen Anschaffungen für die Pfarr­kirche stets ihr Scherflein einbrachte. Die wichtigsten von der Frauenge­meinschaft finanzierten Anschaffungen seien hier kurz erwähnt: Kniepolster und Auflagen für Sitzbänke, Altardecken, Messdiener-Alben, Meßgewand sowie Infokasten im Außenbereich. Des weiteren beteiligte sich die Frau­engemeinschaften an den Kosten für Ambo, Restaurierung von Hochaltar, Antoniusstatue und der Kanzel. Der soziale Bereich stand dabei keines­wegs im Hintergrund, so gingen Spenden an die Aktion Menschen für Men­schen, Welthungerhilfe, Rumänienhilfe, Hungerwinter Wolgograt, Alten­hilfswerk, SOS Kinderdörfer, Bosnienhilfe, Suppenküche Sarajewo, um nur einiges zu nennen. Seit ca 8 Jahren wird nun der Erlös des immer gut besuchten Weihnachtsbasars, bei dem neben Kaffee und Kuchen auch viele Bastel- und Handarbeiten angeboten werden, vor allem für Kinder­projekte zur Verfügung gestellt. So erhalten regelmäßig Spenden der För­derkreis Tumor- und Leukämieerkrankte Kinder in Bonn, das Frauenhaus Bad Breisig, das Kinderhospiz in Olpe, die beiden Kindergärten in Kripp, die kath. Pfarrbücherei für Kinderbücher und Kassetten und die von Pastor Klaus Birtel ins Leben gerufene Philippinenhilfe. Erstmals erhielt in diesem Jahr eine Spende die Suppenküche der Johanniter, wo Kindern oftmals die einzige Mahlzeit des Tages gereicht wird.

                                  

Seit dem Bestehen der Frauengemeinschaft beteiligt sich diese selbstver­ständlich aktiv am Geschehen in der Pfarrgemeinde. So wurden stets Mai­andachten oder Betstunden von den Frauen gestaltet. Seit Oktober 1995 findet jeden ersten Dienstag im Monat das Morgengebet der Frauenge­meinschaft statt, zu dem nicht nur Mitglieder herzlich willkommen sind. Auch nach nun fast zehn Jahren hat dieser Wortgottesdienst nicht an Inte­resse verloren. Frau Marianne Schmitt opferte so manche Stunde, um diese Gottesdienste vorzubereiten. Im Anschluß findet dann immer ein gemeinsames Frühstück im Pfarrheim statt. Nach 5 Jahren schrieb eine Morgengebetbesucherin folgenden Text:

5 Jahre Morgengebet , 60 mal Vorbereitungen treffen.

Es muß ja alles zusammen passen. Die Texte, die Lieder, die Fürbitten. Damit nicht genug, es muß ja alles geschrieben werden. Das kostet Zeit und Geduld. Ich kann mich nicht erinnern, das mich einmal ein Text gelangweilt hätte. Er gab mir immer etwas zu denken oder gab mir etwas tröstliches. Andere sammeln alte Töpfe oder Briefmarken, Christa sammelt Gebete, die sie hier oft beim Morgengebet oder bei der Wall­fahrt betet oder beten lässt. Nicht genug mit dem Beten, das Frühstück kommt ja auch noch dazu. Es stehen nicht nur Brötchen oder der Belag auf dem Tisch, es ist immer ein mit Liebe gedeckter Tisch mit der pas­senden Dekoration. Die dies alles vorbereiten haben Verpflichtungen und sind immer da. Wir versäumen ab und zu das Morgengebet, weil wir wieder einmal etwas Wichtigeres vorhaben. Wir können uns das ja leisten und denken nicht daran, wieviel Zeit die Frauen für uns geopfert haben. Für dies alles will ich, stellvertretend aller Morgengebet besu­cher, danken. Wir freuen uns auf die nächsten 5 Jahre Morgengebet und natürlich auf das Frühstück.

Das Schmücken des Maialtares ist seit vielen Jahren eine Aufgabe der Frauengemeinschaft, die sie mit Freude übernommen hat. So findet dann gleich zu Beginn des Marienmonats eine Maiandacht statt und im Anschluß daran wird im Pfarrheim in gemütlicher Runde mit Singen und Ratespielen bei einem Gläschen Bowle gefeiert. Bei den Ratespielen wird dann die vereinseigene Maikönigin ermittelt. Erstmals in der Geschichte der Frauengemeinschaft konnte 2004 ein Mann die Maikönigswürde erringen. Es war natürlich der einzige männliche Gast des Abends, Präses Dr. Johannes Meyer.

Doch bereits im Mai 1998 fand noch unter Präses Pastor Klaus Birtel ein besonderer Maiabend statt, konnte man doch auf 25 Jahre nach der Vereins­gründung zurück­schauen. Dieser Abend wurde natürlich mit einer ganz beson­deren Maiandacht begonnen. Hierzu war ein Vereinsgebet er­stellt worden in dem sich die Gemeinschaft unter den besonderen Schutz der Gottes Mutter stellte. Bei einem gemeinsamen Abendessen, zu dem auch zahlreiche Gäste aus Dekanats- und Regionalvorständen eingeladen waren, feierte die Gemeinschaft diesen besonderen Tag. Die Mitglieder der ersten Stunde wurden hierbei besonders geehrt. Die Zahl der Mitglieder hatte zu diesem Zeitpunkt die 100 überschritten.

Meist im Juni startet die Frauengemeinschaft zu ihrem Jahresausflug. Hier führten die Ziele u.a. nach Aachen, Frankfurt mit Besichtigung des Flug­hafens und des Palmengartens, zum ZDF in Mainz, nach Arcen/NL mit seinen herrlichen Gartenanlagen, nach Fulda mit Dombesichtigung und historischer Altstadt, nach Limburg/NL mit einer unvergessen Maasfahrt und viele mehr. Stets war man bemüht, rechtzeitig Stadt- bzw. Dom­führungen usw. zu organisieren. Auch wird immer eine Möglichkeit gesucht, noch eine kurze Zeit für einen Einkaufsbummel zu bieten.

Im Monat September findet dann die Wallfahrt ebenfalls mit wechselnden Zielen statt.

Gerne besucht wird auch die Adventsfeier der Frauengemeinschaft, bei der entweder der Nikolaus einen Besuch abstattet, oder auch mal eine Vertre­tung schickt. Es wird immer ein recht gemütlicher Abend.

Doch gleich nach Weihnachten lau­fen die Vorbereitungen für Karneval auf vollen Touren. Denn an Weiber­donnerstag findet die Möhnesitzung der Frauengemeinschaft statt. Diese Sitzung ist weit über die Grenzen unseres Ortes hinaus bekannt. Ein­trittskarten sind meist in kürzester Zeit im Vorverkauf vergriffen. Ein Zeichen, welcher Beliebtheit sich diese Veranstaltung erfreut.

                                                  

Wünschenswert wäre, dass noch mehr junge Frauen Interesse an der Frauengemeinschaft finden, um mit neuen Vorstellungen und Ideen das Vereinsleben in einer der Gruppen zu bereichern und mitzugestalten.

Vorstände der Kath. Frauengemeinschaft Kripp

1973 1. Vorsitzende: Cilly Hagen, 2. Vorsitzende: Barbara Wißkirchen, Kassiererin: Marianne Möller, Schriftführerin: Johanna Tempel, Beisitzer: Anneliese Grams, Marianne Bauer, Rita Probst, Maria Palous

1977 1. Vorsitzende: Ilse Seifert, 2. Vorsitzende: Carola Überbach, Kassiererin: Susi Schmitt, Schriftführerin: Johanna Tempel, Beisitzerin: Bernadette Wahl

1981 1.Vorsitzende: Ilse Seifert, 2. Vorsitzende: Carola Überbach, Kassiererin: Susi Schmitt, Schriftführerin: Johanna Tempel Beisitzerinnen: Bernadette Wahl, Henny Bockshecker

1985 1. Vorsitzende: Johanna Tempel, 2. Vorsitzende: Cilly Iven, Kassiererin: Erika Arenz, Schriftführerin: Christa Lenz, Beisitzerin: Henny Bockshecker

1989 Vorstand komplett wiedergewählt

1993 1. Vorsitzende: Johanna Tempel, 2. Vorsitzende: Christa Laux, Kassiererin: Ulrike Laschet, Schriftführerin: Christa Lenz Beisitzerin: Heidi Möller

1995 1. Vorsitzende: Christa Laux, 2. Vorsitzende: Johanna Tempel, Kassiererin: Ulrike Laschet, Schriftführerin: Marianne Schmitt, Beisitzerinnen: Sybille Überbach, Monika Brüssel

1999 1. Vorsitzende: Christa Laux, 2. Vorsitzende: Johanna Tempel, Kassiererin: Ulrike Laschet, Schriftführerin: Marianne Schmitt, Beisitzerinnen: Monika Brüssel, Doris Plath Hilla Schäfer

2002 Vorsitzende: Christa Laux, Kassiererin: Margret Wolf, Schriftführerin: Heidi Krajewski, Beisitzerinnen: Doris Plath, Monika Brüssel, Vera Blumenstein, Renate Schladt, Hilla Schäfer

seit 2004 Der bisherige Vorstand fungiert als Teamvorstand

Präses: Dechant Friedhelm Hammes, Pastor Klaus Birtel, Dechant Johannes-Georg Meyer, zwischenzeitlich die jeweiligen Vikare

                                                                                       Sportverein 1946 Kripp e.V.

Schon in der Gründungszeit des SV Kripp zeigten die Kripper, wie man durch Erfindungsreichtum und Improvisationstalent auch unmögliche Situa­tionen meistern kann. Bereits im Sommer 1945 spielten einige Jungs am Rhein Fußball. Der erste Ball bestand aus unzähligen Flicken und besaß als Innenleben einen Fahrradschlauch mit Ventil. Teilweise waren die Bälle mit Rosshaar gefüllt. Die ersten "Fußballschuhe" hatten handgefertigte Stollen aus einem ehemaligen Keilriemen und bestanden oft aus ehemaligen Mili­tärschuhen.

Dem Spaß am Fußball tat das jedoch keinen Abbruch, im Gegenteil, man war von Anfang an mit Begeisterung bei der Sache. Auch bei der Tor­konstruktion zeigte man echte Kripper Tugenden, für die Torstangen wurden einige Telegrafenmasten zweckentfremdet, die Tornetze bestanden aus ehemaligen Tarnnetzen des amerikanischen Militärs.

                                                                           

Der erste Fußballplatz wurde hinter dem heutigen Fährhaus am Rhein angelegt. Die Idealzündung für die Vereinsgründung kam von einem ehe­maligen Düsseldorfer, Georg Lahme, der in seiner besten Zeit mit Fußball­größen wie Paul Janes in einer Mannschaft spielte. Er nahm die ersten Kripper Fußballer in seine Obhut, organisierte regelmäßige Trainingsein­heiten und war damit der erste Kripper Trainer nach dem zweiten Weltkrieg.
Eine besondere Problematik war die Anreise zu Auswärtsspielen. Falls irgend möglich, benutze man Fahrräder, wobei es auch durchaus vorkam, dass sieben oder acht Drahtesel für eine ganze Mannschaft reichen mussten! Für Spiele in der Hocheifel musste man sich etwas anderes einfallen lassen. Die französische Militärregierung verhängte in den ersten Nachkriegsjahren ein striktes Sonntagsfahrverbot für Kraftfahrzeuge. Der SV Kripp hielt auch dafür eine elegante Lösung bereit: man nutzte die Orts­kenntnisse aus und verließ Kripp, meist mit einem LKW über eine befahr­bare Furt an der Ahr.

Erste Sporttreibende nach dem Krieg waren eine Gruppe Turnbegeisterter unter der Führung von Paul Ueberbach, der im Sommer 1945 bei der fran­zösischen Militärregierung die Erlaubnis für sportliche Betätigungen ein­holte. Interessanterweise wurde das Geräteturnen zunächst nicht erlaubt, da die Franzosen einen militärischen Hintergrund vermuteten.

Die Gründungsversammlung des "Sport-Verein 1946 Bad Kripp" vollzog sich am 17. April 1946 im Cafe Valentin. Zum ersten Vorsitzenden wurde Georg Lahme gewählt, zweiter Vorsitzender wurde Peter Arenz. Sport war damals noch reine Männersache, es waren 22 Männer und keine einzige Frau anwesend! Die sportlichen Betätigungen in folgenden Sparten wurde angestrebt: Fußball, Handball, Leichtathletik, Tennis, Faustball, Tischtennis, Kegeln und Schach. Die Festlegung der Vereinsfarben (Rot-Schwarz) hatte ungeahnte Auswirkungen. Die französische Militärregierung und die katholi­sche Kirche fühlten sich durch die Farbwahl provoziert und vermuteten einen kommunistischen Hintergrund. Die Beschlüsse der Gründungsver­sammlung wurden schließlich außer Kraft gesetzt, so dass der SV Kripp am 24. Mai 1947 erneut eine Gründungsversammlung einberufen musste. In der Gastwirtschaft Lohmer waren 40 Sportinteressierte (und ein Wachmei­ster der Polizeibehörde) anwesend und gründeten den Verein innerhalb eines Jahres zum zweiten Mal. Peter Arenz wurde zum ersten Vorsitzenden gewählt, zweiter Vorsitzender wurde Paul Ueberbach, dritter Vorsitzender Georg Lahme.

 Die Entwicklung des Sportverein 1946 Kripp e.V.





7.04.1946: Gründungsversammlung des "SV 1946 Bad Kripp e.V." Zum 1. Vorsitzenden wird Georg Lahme gewählt. Anwesend waren 22 Männer, keine Frau.

1946: Erstes Fußballspiel.

1947: Erneute Gründungsversammlung, die Beschlüsse der ersten Ver­sammlung wurden außer Kraft gesetzt, da sich die französische Armee und die kath. Kirche durch die Wahl der Vereinsfarben provoziert fühlte und einen atheistischen Hintergrund vermutete. 1. Vorsitzender wurde Peter Arenz. Anwesend waren 40 Sportinteressierte und ein Polizist.

1947: Der SV Kripp nimmt am offiziellen Staffelbetrieb des Fußballverban­des teil. Durch einen Sieg gegen Adenau schafft der SV Kripp bereits im ersten Jahr in der B-Klasse den Aufstieg in die A-Klasse.

1950: Die Fußballabteilung wächst weiter an: Gründung der 2. Mannschaft.

1952: Der SV Kripp muss den Sportplatz am Batterieweg aufgeben (Kath. Kirche vermietet das Grundstück an das französische Militär).

1952: Ende des organisierten Spielbetriebes, da man den Platz nicht mehr bespielen konnte und die Mannschaft auseinander viel.

06.05.1959: Erneute Gründungsversammlung 1. Vorsitzender wird Herr Ulrich, 2. Vorsitzender Toni Delord.

1959/60: Wiederaufbau der Abteilung Fußball, der Spielbetrieb fand auf dem Sportplatz in Remagen statt.

1960: Die Stadt Remagen erwirb ein Grundstück zwischen Pastor-Keller-Str. und Römerstr. für de Bau einer Grundschule und einer Sportanlage. Noch heute Sportplatz des SV Kripp. Gründung der Kinderturn-Abteilung.

1962: Gründung der Leichtathletik-Abteilung.

1963: Einweihung der Grundschulhalle, in der bis heute regelmäßig Übungsstunden des SV Kripp stattfinden. Heinrich Fuhrmann wird 1. Li­zenztrainer der Abteilung Fußball. Gründung der Tischtennis-Abteilung.

1964: Die D-Jugend der Fußballabteilung wird Kreismeister. Die 1. Mann­schaft gewinnt den Kreispokal im Fußball.

1965: Josef Beißel wird 1. Lizenztrainer der Leichtathletik-Abteilung Teil­nahme der Leichtathleten am Internationalen Sportfest auf dem Koblenzer Oberwerth.

1967: Die Tischtennis-Abteilug des SV Kripp gewinnt die Rheinlandmeister­schaften bei den Jungen und Mädchen.

1968: Die 1. Mannschaft wird Kreismeister im Fußball und schafft den Auf­stieg in die A-Klasse.

1969: Gründung der Frauenturngruppe, unter Leitung von Hanne-Dore Freise.

1971: Die 1. Mannschaft wird im Rheinlandpokal erst im Finale vom Rhein­landligisten Lahnstein gestoppt. In den Jahren darauf scheitert man unglücklich in der Relegation zur Bezirksliga.

1974: Die 1. Mannschaft im Tischtennis schafft den Aufstieg bis in die Oberliga. Der SV Kripp richtet erstmals eine Karnevalssitzung für Kinder aus. Monika Witzmann wird als erste Kinderprinzessin des SV Kripp pro­klamiert. Bis heute ist der Sportverein Ausrichter des Kripper Kinderkarne­vals.

1974/75: Der SV Kripp geht in der Abteilung Fußball eine Spielgemein­schaft mit Remagen ein. In den Jahren darauf folgt der zweimalige Abstieg von der A-Klasse in die C-Klasse.

1978: Auflösung der Spielgemeinschaft, da die SG nicht den gewünschte Erfolg brachte.

1980: Erweiterung der Turnabteilung durch Yoga -und Aerobic-Stunden.

1981: Trennung der Tischtennis-Abteilung vom SV Kripp zu einem selb­ständigen Verein.

1982: Entstehung der Stadtsoldaten/Prinzengarde des SV Kripp. Komman­dant wird Dieter Breuer.

1982: Gründung des Männerbaletts "Ententanzgruppe".

1983: Der SV Kripp erweckt den Kripper Karneval wieder zum Leben und veranstaltet eine eigene Karnevalssitzung. Otto I. und Marlies I. (Poth) wer­den als erstes Prinzenpaar proklamiert. Auch heute noch stellt der SV Kripp das Kripper Prinzenpaar

1985: Die Karnevals-Abteilung wächst weiter an: Gründung der Kinder­garde und des Kinderfunkenpaares.

1987: Nach jahrelangen Anläufen schafft die 1. Mannschaft endlich den Aufstieg in die B-Klasse.

1988: Die C-Jugend der Fußballabteilung wird Kreismeister.

1989: Zwangsabstieg der 1. Mannschaft in die C-Klasse, da man zu Saisonbeginn
nicht genügend Schiedsrichter gemeldet hatte.

1991: Aufstieg der 1. Mannschaft in die B-Klasse.

1993: Gründung der Showtanzgruppe "Magic Dancers" In den folgenden Jahren entstanden neben den Magic Dancers noch die Magics und Mini Magics.

1994: Die F-Jugend wird Kreismeister im Fußball.

1996: Der SV Kripp feiert mit einer Sportwoche sein "50-jähriges Jubiläum". Die B-Jugend feiert den Kreismeistertitel im Fußball.

1997: Die 1. Mannschaft schafft nach mehreren Anläufen endlich den Auf­stieg in die A-Klasse.

1998: Der SV Kripp geht im Seniorenfußball mit dem SV Remagen eine Spielgemeinschaft ein.

2000: Aufstieg der SG Remagen/Kripp in die Bezirksliga. Die C-Jugend wird Kreismeister im Fußball. Gründung der Stepp-Aerobic Gruppe, unter Leitung von Alexandra Marx.

2002: Erstmals richtet der SV Kripp ein Jugendturnierwochenende mit mehr als 70 teilnehmenden Mannschaften aus. Mittlerweile ist es das größte Jugendturnier im gesamten Fußballverband.

2003: Die 1. Mannschaft schafft die Relegation zur neuen Bezirksliga nicht und muss den Weg in die A-Klasse antreten.

02.09.2004: Im Rahmen des Jugendturnierwochendes gastiert die Traditi­onsmannschaft des FC Schalke 04 auf dem Kripper Sportplatz. Eine Aus­wahlmannschaft des SV Kripp unterliegt den Königsblauen vor mehr als 700 Zuschauern mit 0:7.

2004: Nach nur mäßigen Erfolgen kündigt der SV Kripp nach sieben Spiel­zeiten wieder die Spielgemeinschaft im Seniorenfußball mit dem SV Remagen.

 Die Geschichte der Magic Dancers

Angefangen hat alles 1992, als der SV Kripp über die Möglichkeit nach­dachte, eine Aerobic-Gruppe für Mädchen einzurichten. Es fanden sich damals auch genug Interessierte im Alter von 10 bis 11 Jahren, die zunächst einmal für die vom Verein ausgerichtete Kinderkarnevalsveran­staltung einen Tanz einstudierten. Schnell merkten die Beteiligten jedoch, dass auf dem Gebiet des Schautanzes die eigentlichen Interessen lagen und ab 1993 wurde aus der Aerobic-Gruppe die Tanzgruppe MAGIC DANCERS. Schwierig war es zunächst mit dem männlichen Nachwuchs. Zunächst gab es bei der Gründung nur einen männlichen Teilnehmer, aber bereits im ersten Jahr konnte ein zweiter gefunden werden. Im ersten Jahr wurden die Kostüme für den Harems- und Russentanz noch ausgeliehen, ab dann wurde alles selbst genäht. Es folgten in den kommenden Jahren eine Samba, Rock´n Roll, die Zuschauer wurden nach Rom "entführt" oder es wurde zu Musik aus dem Musical "Grease" getanzt. Weiter ging es mit Indianern bevor die Gruppe 2000 nach Musik von "Lord of the Dance" steppte.

Durch immer mehr Jungen waren auch immer mehr Hebefiguren möglich, die im Tanz der Vampire und dem Piratentanz ebenso gezeigt wurden wie im Tanz "Von der Army bis zum Broadway". Im Angebot blieb selbstver­ständlich für die Karnevalszeit das Potpourri mit vielen Hebefiguren, das seit einigen Jahren fester Bestandteil des Programms ist. Zum 10-jährigen Jubiläum wurde auf vielfachen Publikumswunsch noch einmal einen Stepptanz zu Musik aus "Feet of flames" einstudiert. In diesem Jahr heißt unser Motto: "Wir hexen in die 70'er".



Seit mehreren Jahren stehen auch die Jüngeren auf der Bühne. Die MAGICS zeigten in den letzten Jahren Tänze von Piraten, Mary Poppins, Grease, Star Wars und ebenfalls ein Karnevalpotpourri. Nach einer Reise durch Japan entführten die MAGICS ihr Publikum im letzten Jahr nach Rußland. In fetzigen Kostümen tanzen sie dieses Jahr auf den Sommerhit 2004 "Dragostea din tei" von Haiducii.

Seit dem Jahr 2002 gibt es die MINI MAGICS. Nachdem sie im ersten Jahr zur Musik der Schlümpfe tanzten, zeigten sie im letzten Jahr einen Diddl-Tanz mit Pompons. Seit September 2003 besteht noch eine 4. Gruppe, die MAGIC STARS. Sie tanzten in der letzten Session nach der Musik "I will follow him" aus dem Film "Sister Act". Der neue Tanz der Mini-Magics und Magic-Stars trägt das Motto: "Welcome to the jungle".

Alle Gruppen treten nicht nur in der Karnevalszeit, sondern auch bei den verschiedensten privaten und öffentlichen Anlässen auf.

 
Stimmung in Kripp wie auf Schalke – SV Kripp empfing die Traditi­onsmannschaft des FC Schalke 04

Ohne Zweifel, der Fußballverein Schalke 04 gehört zu den ganz großen Mannschaften in Deutschland, nicht nur was die Historie anbelangt, auch die Zahl der Mitglieder und der Fans sind ungezählt. Umso größer war die Freude bei den Verantwortlichen des SV Kripp um Jugendleiter und Organi­sator Marc Göttlicher, dass man zum Auftakt des großen Jugendturnier­wochenendes mit 72 Mannschaften die Traditionsmannschaft des FC Schalke 04 begrüßen konnten. Namen wie Jürgen Welp, Hermann Erlhoff oder Klaus Fischtel wurden über die Lautsprecher bekannt gegeben und die rund 700 zahlenden Besucher hatten sich auch entsprechend vorbereitet und in blau-weiß eingekleidet.

                                                                 

"Steht auf, wenn ihr Schalker seid" klang die Vereinshymne aus den Laut­sprechern und bereits kurz vor dem Spiel, als sich die Spieler zum Aufwär­men auf dem im Volksmund nur "Kripper Lederpark-Stadion" genannten Platz machten, wurden diese von den Kindern abgefangen und so manches Trikot wurde mit der Unterschrift ehemaliger Bundesligaprofis versehen. Gespielt wurde gegen eine Auswahlmannschaft des SV Kripp, wobei Franz Keller zusammen mit seinen beiden Assistenten Helmuth Blumenstein und Otto Rübsamen die Leitung hatte.

Es sollte eine überaus faire Partie werden und die Kripper hielten in den ersten 15 Minuten auch wacker dagegen, dann jedoch schoss Klaus Marquardt das 1:0 für den FC Schalke 04. Die Schalker gewannen das Spiel letztlich mit 7:0, wobei die Kripper durchaus ein Tor verdient gehabt hätten. Aber letztlich wurde der Unterschied in den Bewegungsabläufen doch sichtbar, die ehemaligen Profis beherrschten noch immer ihre Zuspiele dort blind, wo die Spieler des SV Kripp viel zusätzliche Laufarbeit verrichten mussten und so doch auch konditionell schneller ermüdeten

                                                                          

Alle Spieler des SV Kripp, die an diesem Tag aufgelaufen waren, hatten es als eine Ehre empfunden, einmal gegen diese hochkarätige Mannschaft spielen zu dürfen. Allgemein als überaus hervorragend wurde es jedoch empfunden, dass die Schalker überhaupt auf dem Aschenplatz spielten und vor allem die kleineren und älteren Fans von Schalke standen auch nach dem Spiel noch lange an, während die Spieler Autogrammwünsche erfüllten und von den glorreichen Tagen im Gelsenkirchener Parkstadion zu berich­ten wussten.


                                                                                   Jugendturnierwochenende 2004

Seit Dezember des vorangegangen Jahres hatte Marc Göttlicher, Jugend­leiter beim SV Kripp, an der Gestaltung und Organisation des großen Jugendturnierwochenendes in Kripp gearbeitet. Der Erfolg sollte belohnte die Arbeit, 72 Mannschaften aus der näheren und weiteren Umgebung wa­ren nach Kripp gekommen, um hier begeisternden Fußball zu spielen.

Neben der sportlichen war das ganze bei herrlichem Sommerwetter vor allem eine logistische Herausforderung, so mussten rund 100 Helfer organi­siert werden, welche in den Pavillons kühle Getränke, Kaffee und Kuchen sowie Würstchen und Fritten verkauften. Allerdings waren die Helfer vor allem auch nach Ende des Turniers gefordert, mussten doch der Schulhof und auch der Sportplatz aufgeräumt und gesäubert werden.

Am Samstag ging es dann im Turnier los mit 16 Mannschaften der D-Ju­gend, wo sich der SV Kripp hervorragend behaupten konnte. Bei der C-Jugend ging der Sieg an den FC Eintracht Italia Köln, in dieser Klasse spielten 12 Mannschaften.

Am Sonntag starteten 12 Mannschaften im Bambini-Treff, wo es jedoch keine Platzierungen gab, da hier der Spaß am Spiel eindeutig im Vorder­grund stand. Heftiger ging es da anschließend bei der F-Jugend mit 16 Mannschaften zu, welche die JSG Bengen gewann. Ebenfalls mit 16 Mann­schaften ging es in das Turnier der E-Jugend, wo der VfB Linz gewann.

 Die Rheinfähre - Brücke zwischen Westerwald und Eifel

Ein Artikel aus dem Heimatjahrbuch des Kreis Ahrweiler von 1995 von Hermann Josef Fuchs

Seit 550 Jahren besteht zwischen der „Bunten Stadt Linz" und dem Remagener Ortsteil Kripp eine Fährverbindung über den Rhein, die in alten Unterlagen im Linzer Stadtarchiv und in der Chronik der Rheinfähre als Rheinfahrt bekannt ist. Josef Siebertz stellt in seinem Beitrag zur Geschichte der Rheinfähre im Festbuch zur 1100 Jahrfeier von Linz fest, das die Fährgerechtsame von je her im Linzer Besitz war. Sinzig lag an der drei Kilometer vom Rhein entfernten alten Römerstraße und hatte deshalb kein Fährrecht.

Im zurückliegenden halben Jahrtausend gab es für den Fährbetrieb bewegte Zeiten. Aus kleinen Anfängen entwickelte sich das Fährunternehmen zum heutigen Großbetrieb. Das Unternehmen Fähre ist für die Städte Linz und Remagen ein beachtlicher Wirtschaftsfaktor. Die Fähr-gesellschaft verfügt über zwei leistungsfähige Autogroßfähren, die jährlich rund 870.000 Personen und 830.000 Fahrzeuge von einem zum anderen Ufer des Rheins bei täglich durchschnittlich 150 bis 160 Fahrten befördern. Die Fährverbindung Linz-Kripp ist die größte und modernste ihrer Art im hiesigen Raum als Brükke zwischen Westerwald und Eifel.

Die älteste urkundliche Nachricht über die Rheinfahrt, datiert vom 2. Mai 1443, befindet sich im Linzer Stadtarchiv. Beurkundet ist, das Jakob Schade, Bürger zu Linz, fürsich und Katharina, seine eheliche Tochter, erblich gelehnt hat, vom Bürgermeister, Rat und ganze Gemeinde Linz den Teil und die Rechte, die sie hat an dem „Var zu Lynss". Hiertür waren 20 Mark Erbzins an die Stadt zu zahlen. Als Sicherheit gab Schade der Stadt Linz seinen Anteil an Häusern, Kelterhaus, Stallungen und Hof mit Zubehör zu einem Drittel.

Von 1443 bis 1597 sind keine Urkunden vorhanden. Am 1. Mai 1597 sind die Eheleute Weyn-and und Gertrude Gressenich, Bürger von Linz, mildem „Fahr" belehnt worden. Sie waren Nachfolger von Erhard von Erenberg und Grietgen Bieschoffs. Nach dem Tode von Gressenich übernahm Sohn und Schwiegertochter das Fahr. Ober die Behandlung der Passagiere heißt es unter anderem: „Niemand, er sei wer er wolle, sei über Gebühr sitzen zu lassen, sondern für billige, rechtmäßige Belehnung nach Gestalt und Gelegenheit der Fracht, Jahreszeit, Hochwasser, Eis, Wind und Unwetter behilflich zu sein. Für die Überfahrt war ein Gebührentarif festgelegt. In den Akten sind am 1. Mai 1604 Johann von Plittersdorf und am 30. Juni 1665 der Schiffer Jost Reifferscheid als Pächter der Rheinfähre vermerkt. Letzterer schloß einen Pachtvertrag über 24 Jahre ab.

1706 kam es zu einem Fährkrieg, als der kurfürstliche Vogt zu Sinzig eigenmächtig die Überfahrt an den Remagener Bürger Christian Unkel »»pachtete, obwohl das Fährrecht im Besitze der Stadt Linz war. Am 28. Juni 1706 wurde Unmittelbar nach der ersten Überfahrt der Fährflachen von einem Linzer Beauftragten festgehalten.

                                                                           

Voller Zorn hierüber wurde auf Geheiß des Kurfürsten der Pfalz der Sinziger Vogt beauftragt, das Vermögen der kölnischen Bürger in Linz zu beschlagnahmen. Die Reaktion hierauf war, das Soldaten der kurkölnischen Garnison in Linz das jüliscne Territorium in Kripp überfielen und die Schiffe des Pächters Unkel entwendeten.

Es war Kleinkrieg, der für die Beteiligten erheblichen Schaden mit sich brachte. 1730 wurde ein Vergleich geschlossen zwischen dem Kölner Domkapitel und dem Kurfürsten zu Pfalz in seiner Eigenschaft als Herzog zu Jülich-Kleve-Berg. Sinzig durfte die Überfahrt von Kripp nach Linz nicht mehr behindern. Die kurpfälzische Regierung mußte den Schaden ersetzen, der den kurkölnischen Beamten, den Linzer Bürgern und Eingesessenen durch die Jahre 1706 erfolgte Beschlagnahme ihres Eigentums entstanden war. Die Stadt erklärte sich bereit, jährlich sechs Goldgulden an die kurfürstliche Kasse zu Sinzig zu zahlen.

1730 wurde die Rheinfahrt an den Meistbietenden verpachtet. Johannes Richarz aus Königswinter erhielt für 221 Talerden Zuschlag. 1742 ist der Schiffer Johann Peter Nonn und 1761 Johann Kaff als Pächter vermerkt. Frankreich besetzte 1794 das linke Rheinufer und nahm das Fährrecht vom linken zum rechten Ufer in Anspruch. 1821 pachtete der Schiffer Kaspar Gemünd aus Linz mit sechs Unterpächtern die Querfahrt auf dem Rhein. Fuhrwerk und Vieh wurden mit der „Schaal", das ist ein langer, breiter Kahn, übergesetzt, wozu zwei Mann nötig waren. Einzelpersonen wurden sofort übergesetzt, wenn sie am Tage 6 Stüber und nachts 12 Stüber zahlten. Das Fahrgeld für eine Person betrug laut Tarif ein Stüber.

Mit der Abtretung der jahrhundertealten Gerechtsame der Stadt Linz an den preußischen Staat mit Vertrag vom 13. Oktober 1832 gab es einen tiefen Einschnitt in die Fährgeschichte. Der Staat zahlte für die Abtretung der Gerechtsame jährlich 150 Taler. Ferner verpflichtete er sich, zur Erleichterung des Fährverkehrs eine Gierponte anzuschaffen, die am 3. November 1834 in Betrieb genommen wurde. Pächter der Ponte war ein Herr Broicher aus Sinzig. 1845 standen für den Querverkehr auf dem Rhein eine Gierponte und zwei Nachen zur Verfügung. 1848 wurde eine neue hölzerne Gierpon-te in Betrieb genommen, die bis 1893 den Übersetzverkehr besorgte. 1893 schaffte die Pächterin Witwe Christian Lurz für 10.000 Mark eine Eisenponte an. Das erste Motorboot läutete 1905 die technische Neuzeit ein.

Von 1914 bis 1930 war Albert Dörries aus Kripp Fährpächter. 1920 wurde die Rheinfähre an die Städte Linz und Remagen verpachtet.


 Die Fähre Franziska

Am 29. April erfolgte im Gebäude der Villa Nagel in Kripp die Gründung der Fähr= gesellschaft mit Eintragung im Register des Amtsgerichtes in Linz. Die Bürgermeister Dr. Paul Pieper (Linz) und Josef Froitzheim (Remagen) besiegelten mit ihrer Unterschrift das Vertragswerk zwischen beiden Städten. Von 1926 an setzte man mit viel Hoffnung auf die Querseilfähre. Sie ist als die eigentliche Vorläuferin der heutigen Motorfähren zu betrachten, weil sie schon damals Wagen und schwere Lasten übersetzen konnte. Am 15. Dezember 1937 schlug für die vertraute Querseilfähre die letzte Stunde. Von der Fährgesellschaft Bad Honnef hatte man die Motorfähre „Franziska" erworben. In den schweren Kriegsjahren hat sie so manches Schicksal gesehen und wurde manchem zur letzten Brücke.

                                      

Die Franziska erhielt beim Bombenangriff am 9. Februar 1945 einen Volltreffer. Dabei fanden der Fährmeister Peter Valentin, seine Ehefrau und weitere 16 Kripper Bürger den Tod. Die Jahre des Zusammenbruchs wurden zu einem traurigen Kapitel in der Fährgeschichte.



 Kripper Fähren nach 1945

Nach den Kriegswirren erfolgte der Übersetzverkehr von Personen mit einem Nachen. Die französische Militärregierung genehmigte nur den Bau einer Querseilfähre. Der Neubau wurde bei der Firma Hilgers in Rheinbrohl in Auftrag gegeben. Am 7. Juli 1948 wurde das neue Fährschiff, das keinerlei Namensbezeichnung trug, nach der kirchlichen Weihe durch Dechant Schütz aus Linz in Dienst gestellt. Schon nach vier Tagen riß das Querseil. Die Fährverbindung war wiederum unterbrochen. Es gab keine andere Möglichkeit, als die Fähre seitlich zu schleppen. Hierfür vermietete Bootseigner Kickel aus Bad Honnef sein Boot „Argo" an die Fährgesellschaft. Vom 27. Juli 1948 bis 25. Januar 1949 war die „Argo" der Nothelfer.

Es waren Pläne gereift, einen Seitenmotor an die Fähre anzubauen. Die Argo versah in der Zwischenzeit den Personenverkehr. Später lieh man sich vorübergehend die Motorfähre aus Zons. Am 1. April 1949 nahm die erste Fähre der Gesellschaft mit seitlichen Pferdestärken ihren Betrieb auf. Ein Jahr später erfolgte bereits ein weiterer Anbau. Eine Werft in Main-Castel wurde mit der Modernisierung und notwendigen Reparaturen beauftragt. Am Karfreitag 1951 präsentierte sich den Linzern und Krippern eine modernisierte Fähre mit dem Namen „Linz-Bad Kripp". Im Oktober 1952 erwarb die Fährgesellschaft das angemietete Fährschiff „Zons". Im Folgejahr wurde die „Zons" als zweites Fahrschiff umgebaut und erhielt auf Wunsch der Kripper Bürger bei der Einsegnung den Namen „Finte". Ihre erste Fahrt absolvierte die „Finte" am 29. Dezember 1953. Die Bürgermeister Dr. Hoffmann, Linz, und Dr. Kemming, Remagen, sowie Dechant Schütz und Pfarrer Dr. Reindell übergaben die Neuerwerbung einen Tag vor Silvester ihrer Bestimmung.

Immer wieder waren es Naturgewalten, die in den Folgejahren den wackeren Fährleuten zu schaffen machten. Hochwasser und Eisgang im Winter und Frühjahr und Niedrigwasserstand in heißen Sommermonaten. Stets war man darum bemüht, die Verbindung zwischen beiden Ufern des Rheins aufrecht zu erhalten. Oft genug unter schwierigen Bedingungen.

           

Bei der Fährgesellschaft reiften weitere Pläne. Am 2. November 1959 erhielt die Firma Hilgers in Rheinbrohl den Auftrag zum Bau des Fährschiffes „St. Johannes". Ein neues Kapitel in der Fährgesellschaft begann mitdem Eintreffen des Neubaus St. Johannes am 30. Juni 1960 in Linz/ Kripp. 1961 verkaufte die Fährgesellschaft das Fährschiff „Finte" an den Fährbesitzer Heinz Lurz in Langst. Das Fährschiff Linz-Bad Kripp wurde in St. Martin umbenannt. Nach 23 Jahren Übersetzverkehr zwischen Linz und Kripp nahm St. Martin Anfang Juni 1971 Abschied von seinem Einsatzort. Das Fährschiff wurde an den Holländer W. H. Martens in Huissen bei Arnheim verkauft.

St. Johannes war rund drei Jahrzehnte als Autofähre im Einsatz. Im März 1990 wurde St. Johannes von einer englischen Maklerfirma zum Einsatz in der fernen Bucht von Daressalam/ Tansania am Indischen Ozean angekauft. St. Johannes wurde auf den Namen M. V. Alina umgetauft und liegt derzeit auf dem Trockendock zur Reparatur. Der Vorsitzende des Kripper Bürger- und Heimat-Vereins, Willi Weis, erhielt diese Auskunft bei seinen Nachforschungen um den Verbleib des ehemaligen Fährschiffes.

Zum 50. Geburtstag im Jahre 1970 machte sich die Fährgesellschaft ein besonderes Geschenk. Beschlossen wurde der Neubau des Fährschiffes „Stadt Linz", der bei der damaligen Schiffswerft in Oberwinter in Auftrag gegeben und am 8. Mai 1971 im Rahmen eines Festaktes seiner Bestimmung übergeben wurde. Der Neubau, „Stadt Linz", galt als größte Auto- und Personenfähre auf dem Rhein. 1990 wurde die „Stadt Linz" in St. Johannes umbenannt. Sie bekam den Namen des nach Daressalam/Tansania verkauften Fährschiffes.



In den siebziger und achtziger Jahren nahm die Zahl der übergesetzten Fahrzeuge ständig zu. 1971 wurden 415.000 und 1986 615.000 Fahrzeuge von einem zum anderen Ufer des Rheins befördert. Diese positive Entwicklung und der Aspekt auch für die Zukunft funktionstüchtig und optimal ausgerüstet zu sein, ließen im Herbst 1986 den Verwaltungsrat der Fährgesellschaft zu dem Entschluß kommen, den Bau eines neuen Fährschiffes in Auftrag zu geben. Mit einer Kostensumme von 2,6 Millionen Mark wurde der Auftrag an die Schiffswerft in Germersheim vergeben. Mit der Planung und Bauaufsicht wurde Diplom-Ingenieur Hans Stolle aus Unkel beauftragt. Die technische Bauaufsicht hatte der Germanische Lloyd. Die neue Großfähre mit einer Länge über alles von 56 Metern, einer Breite von 16,53 Metern und einem Tiefgang von 1,20 Metern entstand in einer Bauzeit von 4,5 Monaten. Vier Schottel-Ruder-Propeller besorgen den Antrieb. Die Antriebsleistung beträgt viermal 205 PS. Am 4. Oktober 1987 wurde die neue Autogroßfähre eingeweiht und ihrer Bestimmung übergeben. Taufpaten waren die Ehefrauen der Bürgermeister von Linz und Remagen, Gerti Lück und Carola Kürten, die das Fährschiff auf den Namen Linz-Remagen tauften.

Der Oberländer – das mittelalterliche Frachtschiff

Der Text basiert auf einer Vorlage von Toni Schwarz, Oberwesel.


Schon im frühen Mittelalter fuhren auf dem Rhein verschiedene Schiffs­typen. Weil die Strömungsverhältnisse am Oberrhein, am Mittelrhein und am Niederrhein sehr unterschiedlich sind, entwickelten sich im Laufe der Zeit verschiedene Schiffstypen, die für diese Rheinabschnitte jeweils be­sonders geeignet waren. Das wichtigste Frachtschiff auf dem Mittelrhein war mehrere Jahrhunderte lang der „Oberländer“ oder auch „Mainzer Lade“ genannt. Ursprünglich fuhren die Oberländer von Frankfurt bis zu den gro­ßen Hafenstädten in den Niederlanden. Als aber seit dem 14. Jahrhundert Köln als Handelsstadt so erstarkt war, dass an seinem Stapel keiner mehr vorbeikam, en­dete für die Oberländer die Reise meist in Köln. Dort mussten die Waren gestapelt, das heißt, ausgeladen und zu Kölner Marktbedingun­gen angeboten werden, ehe sie auf „Niederländer“ umgeladen wur­den.

                                                           

Fracht- und Personenschiff um 1530, für den Mittelrhein, “Oberländer Schiff" oder “Mainzer Lade” genannt. L 24,00 m, B 6,40 m, Tragfähigkeit 40 t. Wurde von Menschen oder Pferden getreidelt.Der Oberländer war ein robustes Frachtschiff von etwa 15 bis 25 m Länge. Der Bug war nur etwa 3,50 m, das Heck aber fast doppelt so breit. Das Schiff hatte einen fla­chen Boden und konnte deswegen nahe am Ufer fahren. Wegen des geringen Tiefganges konnte der Oberländer auch an Orten Ladung aufnehmen oder löschen, die keinen Hafen oder einen Schiffskran hatten. Der Bug des Schiffes lag nur wenig über der Wasserlinie. Vorne im Bug standen bei der Talfahrt mehrere kräf­tige Ruderknechte, die mit einem langen Bugru­der, dem „Lappen“, das Schiff auf Kurs hielten. Nach achtern (alles was sich hinter mittschiffs be­findet) stieg der Ober­länder steil an, so dass die First der Heckhütte etwa acht Meter über der Wasserlinie lag. Die Heckhütte, Ruff genannt, diente dem Steuermann als Wohnung. Während der Fahrt stand der Steuermann zwischen Heckhütte und Ladeluke und be­diente von dort das schwere Senkruder. An einem kurzen stämmigen Mast von nur etwa sieben Meter Höhe war die Treidelleine festgemacht. Sie lief von der Mastspitze über einen Block, „Hundskopf“ genannt, nach unten zum Treidel­poller. Durch diese Anordnung wurde der Zug gleichmäßig auf den Masttopp und das Schiffsdeck verteilt. Um den Zug auf die Mastspitze auszugleichen und ihm den nötigen Halt zu geben, waren von der Mastspitze nach achtern Leinen gespannt. Der Laderaum, die „Lade“, lag ausschließlich unter Deck. Die Ladeluke war während der Fahrt geschlossen. Ein Oberländer konnte hun­dert bis 120 Tonnen Ladung aufnehmen. Trotz der schweren Zuladung waren die Schiffe wendig und gut zu manövrieren und deshalb für die schwierigen Stromver­hältnisse im Gebirgsrhein mit den vielen Felsen und Sandbänken besonders geeignet.

                                                          

Jeder Oberländer hatte noch ein bis zwei Nachen, „Schluppen“ genannt, im Schlepptau. Einen leichten Rudernachen brauchte man, um die Leine an Land zu bringen oder um sie über Hindernisse im Wasser zu heben, wenn sie sich verfangen hatte. Der Schiffsknecht für diese Arbeit hieß der „Leinenschnäp­per“, weil er die Wurfleine aufschnappten musste, die ihm von Bord aus zu­geworfen wurde. Der größere Nachen wurde ge­braucht, wenn das Schiff auf Grund gelaufen war. Das kam oft vor, denn mit jedem Hochwasser verlager­ten sich die Sandbänke. Das Schiff wurde durch den Zug der Pferde ständig zum Ufer hin gezogen, darum musste der Steuermann immer hart gegensteu­ern. Ein falscher Ruder­schlag, und das Schiff konnte auf eine Sand- oder Kiesbank auflaufen. Dann musste ein Teil der Ladung in den großen Nachen umgeladen werden, das Schiff wurde geleichtert.




 Von Treidlern oder Halfen

Mit schweren Lasten flussabwärts fahren ist leicht, weil das Schiff mit der Strömung schwimmt. Es muss nur auf Kurs gehalten werden. Anders ist es bei der Bergfahrt. Da muss nicht nur die schwere Last bewegt, son­dern auch die Strömung überwunden werden. Das erfordert viel Kraft. Vor der Erfindung der Dampfschiffe haben Jahrhunderte lang Menschen und Tiere diese schwere Arbeit leisten müssen, denn Segeln war im engen Tal des Mittelrheins nur selten möglich. Voraussetzung dafür, Schiffe vom Land aus strom­aufwärts zu ziehen, waren ufernahe Wege. Diese Wege an den Ufern – wie auch entlang des gesamten Stadt­gebietes Remagen – heißen heute noch Leinpfade, weil von ihnen aus die Schiffe an lan­gen Leinen gezogen wurden (Bei Schiffs­leuten gibt es kein Seil, sondern nur Leinen). Andern Orts heißen die Wege Treidelpfade. Das Wort „trei­deln“ leitet sich von dem lateinischen Wort „trahere“ ab, was soviel wie ziehen heißt. Wie so oft wurde auch hier mit der antiken Technik das lateinische Wort in unsere Sprache übernommen. Um die Lastschiffe zu ziehen, hatten die Römer bereits an den Flussufern befestigte Wege ge­baut. Da ufernahe Wege durch Hochwasser und Eisgang besonders ge­fährdet sind, blieb von den römischen Treidelpfaden kaum etwas erhal­ten. Zwar wurden von den Königen und später von den Landsherren Zölle für die Instandhaltung der Wege erhoben, jedoch die Einnahmen aus den Wegezöllen schnell für andere Aufgaben verwendet. Letzt­endlich blieb die Arbeit bei den Einwohnern der Dörfer und Städte am Rhein die für den Unterhalt der Lein­pfade herangezogen wurden. Sie mussten auch dort, wo Bäche oder Neben­flüsse in den Rhein mündeten, sichere Furten anlegen oder Brücken bauen.

                                                   

Die Technik des Treidelns hat sich in den Jahrhunderten nur wenig geändert. Nachen und kleinere Schiffe wurden zumeist von Menschen gezogen, vor größere spannte man Pferde. Das Kummetgeschirr der Treidelpferde musste besonders stark sein, um den hohen Belastungen standzuhalten. Die Arbeit der Treidler und ihrer Pferde war hart und gefahrvoll. Bei Wind und Wetter, bei Hitze und Kälte mussten sie die Pferde antreiben, denn den Schiffseignern und Händlern ging es nie schnell genug. DasTreideln war für die Pferde qualvoll. Ständig mussten sie schräg im Zug gehen und wurden deshalb bald kreuz­lahm. Länger als zwei, drei Jahre hielt kein Gaul diese Schinderei aus. Täglich waren die Pferde zwölf bis 14 Stunden im Geschirr, immer von der Peitsche ge­trie­ben. Meist saßen die Halfen, so wurden die Treidler auch genannt, seit­wärts auf den Pferden, um rasch abspringen zu können. Das war oft nötig, denn schnell konnte es gefährlich werden. Wenn etwa ein Schiff durch fal­sches Steuern in die Strömung abtrieb, drohte es die Pferde mit­zureißen. Wenn die Pferde scheuten und durchgingen, wenn die Leinen rissen oder wenn sich ein Pferd ein Bein brach – die Leinpfade waren oft in einem mise­rablen Zustand – dann musste rasch gehandelt werden. Konnten die anderen Pferde das Schiff halten oder mussten rasch die Leinen gekappt werden, damit nicht alle Pferde in den Strom gerissen wurden? Für den Fall hatte jeder Treidler immer ein langes Messer griff­bereit, denn die Pferde waren ihr Be­triebskapital. Wenn die Leine gekappt war, mochte der Schiffer sehen, wo hin sein Schiff trieb.

Wie viele Pferde vorgespannt wurden, hing vor allem vom Gewicht der Ladung und von der Strömung ab. Ein Pferd zog je nach Wasserstand zehn bis 15 Tonnen stromauf. Meist genügten fünf bis sieben Pferde, manchmal mussten aber auch zehn vorgespannt werden. An einem Tag konnten je nach den Wege- und Zollverhältnissen zehn bis 35 Kilometer zurückgelegt werden. Zeitraubend war immer der Wechsel von einem Ufer zum anderen, der Überschlag, wie die Halfer das nannten. Bei ei­nem Überschlag wurden zuerst die Pferde auf das Schiff verladen und dann halfen die Pferdeknechte, das Schiff auf die andere Stromseite zu rudern. Aber oft standen an einer solchen Überschlagstelle auf der ande­ren Rheinseite neue Pferde bereit. Am Mittelrhein zwischen Koblenz und Bingen kamen die Schiffe besonders langsam vorwärts, weil hier oft auf das andere Ufer gewechselt werden musste.

Die harte Arbeit machte die Halfen zu rauen Gesellen. Die Fuhrmanns­sprache war noch nie leise und höflich. Bei den Halfen kam noch hinzu, dass sie stän­dig laute Kommandos zum Schiff rufen mussten, um den Steuermann vor Hindernissen zu warnen. Das gehörte zu den Aufgaben der Halfer. Der vor­derste Reiter wurde darum auch „Wahrschauer“ genannt. Das ständige Rufen, die Hitze und der Wind machten trockene Kehlen. Die musste abends in der Halferschenke angefeuchtet werden. Heute gibt es ja noch das Wort vom Fuhrmannsschnaps. In den Wirts­häusern waren die Treidler wegen ihrer Rau­fereien und Messerstechereien gefürchtete Gäste. In Kripp kehrten die Halfen gerne ins Haus „Rheingold“. Reich ist trotz der harten Arbeit kein Treidler ge­worden.

Im sozialen Gefüge standen die Leinenschlepper unter den Halfen. Es waren arme Gele­genheitsarbeiter, die vor allem auf der schwierigen Strecke am Ufer neben den Schiffen herliefen, um die Zugleineüber die Felsklippen und Ufergestrüpp zu heben.


 Der Aufstand

Das Ende für die Treidler kam mit der Dampfschifffahrt. Die Arbeitskraft der Pferde wurde überflüssig und die Halfen somit arbeitslos. So in ihrer Existenz bedroht, wurden die Halfen mit zunehmender Zahl der Dampf­schiffe immer feindseliger. Sie wehrten sich verzweifelt gegen die neue Technik, so wie sich die Weber in Oberschlesien gegen die mechani­schen Webstühle wehrten. Im Revolutionsjahr 1848 trieb die wirtschaft­liche Not die Treidler zum Aufstand. Zugespitzt hatte sich die Situation insbesondere dadurch, dass sich zwei große Zechenbesitzer aus dem Ruhrpott für den Transport ihrer Kohle Schleppdampfer einsetzten und damit zwei der größten Auftraggeber auf dem Rhein für die Halfen weg­fielen. Der „Halfenaufstand“ begann am 3. April 1848. Aufgrund von mangelnder Organisation handelte es sich jedoch lediglich um unkoordi­nierte fast drei Wochen andauernde Beschießungen von Dampfschiffen. Mut gefasst hatten die Rheinhalfen aller Wahrscheinlichkeit nach auf einer in Köln abgehaltenen Versammlung aufgebrachter Segelschiffer, die schließlich ebenso wie die Halfen zunehmend an Aufträgen verloren. Die Segelschiffer forderten eine staatliche Regelung, die dafür Sorge tra­gen sollte, dass immer nur in Ausnahmefällen, wie z.B. Hochwasser oder Vereisung des Leinpfades, Schleppdampfer zugelassen werde sollten. Auf dieser Versammlung lief schließlich das Gerücht um, dass eine Beschießung lediglich der Schleppdampfer nicht geahndet würde. Auf­grund der gefährlichen Situation für die Dampfschiffe und deren Besat­zung sicherten die Schiffseigner ihre Schiffe mit Eisenplatten, die an Steuerstühlen, Dampfaggregaten und Rudern angebracht wurden.



 Der Kripper Aufstand

Auch die Rheinhalfen in Kripp beteiligten sich an diesen Beschießungun­gen und griffen vorbeifahrende Dampfschiffe mit Flinten, Böllern und so­gar einer Kanone an. Diese soll ein in Kripp anwesender Engländer beschafft haben, der dann ebenfalls der Kripper „Halfenwehr“ das Exer­zieren an dieser Kanone beigebracht haben. Zur Erinnerung an diesen Aufstand errichtete der Kripper Heimat- und Bürgerverein 1995 ein entsprechendes Denkmal an der Rheinpromenade von Kripp.

                                               

Durch Eingaben von einem der beiden Zechenbesitzern, Matthias Stinnes (Stinnes Konzern, Ruhrpott) beeinflusst, schickte die preußische Regierung Dragoner und Husaren gegen die aufständischen Treidler. In Kripp sorgte das Eintreffen einer Schwadron des 4. Dragoner Regiments aus Bonn wieder für Ruhe und Ordnung. Die Dragoner sahen sich genö­tigt einige der gewältätigen Halfen, die in Kripp gegen die Schleppschiffe vorgegangen waren, nach Bonn ins Gefängnis zu bringen.

Der Rheinhalfenaufstand wurde schließlich in der dritten Aprilwoche 1848 endgültig zerschlagen. Um die „öffentliche Sicherheit und Ordnung“ auf­recht zu erhalten, wurden berittene Militäreinheiten in verschiedenen Orten entlang des Rheins von Bonn bis Koblenz einquartiert. Die in Kripp einquartierten Dargoner ließen ihre Pferde im Flurbereich „Am Dorn“, direkt im Ahrmündungsbereich weiden.

 Chronik der Karnevalsgesellschaft Kripper Fente e.V 1998

Früher, vor über 50 Jahren Karneval in (Bad) Kripp

Bereits vor 1951, als nachweislich der erste Karnevalsprinz in Kripp das närrische Zepter übernahm, wurde Karneval gefeiert. Zum Beispiel führten Sportverein, Feuerwehr, Junggesellenverein und die Möhne Maskenbälle durch. Dafür wurden zwei Säle genutzt, und zwar der Saal beim „Hirz­mann‘s Hein“ (heute Dorfschänke)und der Saal vom „Lohmers Ing“ (heute Hotel Rhein-Ahr)

                                             

Ludwig Bauer, Ludwig Lüttgen, Erna Linden Wilhelm, BauerIn launiger Runde hatten die Mitglieder des Kegelclubs Mannesmann die Idee einen Karnevalsprinzen zu küren. 1951 wurde die Idee dann Wirklich­keit, als Albert Wilhelm sich bereit fand, das Amt zu übernehmen. Die erfor­derlichen Narrenkappen wurden angeschafft bzw. in Handarbeit durch Krip­per Mädchen angefertigt. Die Prinzenrolle lieh man sich bei der KG Narren­zunft Remagen, die schon einige Jahre vorher ihren ersten Nachkriegsprin­zen hatten. Sie stellten auch eine Proklamationsrede (die 11 Närrischen Paragrafen) zur Verfügung. Nun stand der Proklamation des ersten Karne­valsprinzen nichts mehr im Wege.

Wie Zeitzeugen berichten waren weitere Männer der ersten Stunde, u.a. Walter Schmitt, Hans-Josef Tönnes, Leo Breuer, Günther Tempel, Paul Hartmann, Hans Nies, Otto Syberz, Hans Tempel, Ludwig Lüttgen, Ludwig und Philipp Bauer.


                                  

Durch die positive Resonanz fanden sich nach der Karnevalssession 1951 mit Franz Breuer und Günther Möller weitere Interessierte, die dann mitver­antwortlich waren für die Gründung der KG Kripper Fente. Im heutigen Tro­phäenzimmer der Familie Wilhelm wurden von Helmut Schmitt und Hans Nies die Statuten der KG Kripper Fente ausgearbeitet. Am 20. September 1951 trafen sich dann sieben Fastelovendsjecke bei Franz Breuer am Sandweg, um unter dem Motto „Frohsinn, Freude und Humor soll dringen an jedes Ohr, die KG Kripper Fente“ den Grundstein zu legen. Bei den Wahlen wurden Franz Breuer zum Präsident, Hans Nies zu seinem Stell­vertreter, Walter Schmitt und Hans Tempel zum Schatzmeister gewählt. Zeremonienmeister wurde Hans Josef Tönnes, Beisitzer waren Ludwig Bauer, Otto Syberz und Leo Breuer, Helmut Schmitt fungierte als Protokol­larius

Der Name der KG ist keine Wortspielerei sondern hat einen historischen Bezug. Die Bewohner unseres Ortes wurden früher im Umkreis oft auch außerhalb der fünften Jahreszeit als „Kripper Fente“ bezeichnet. Dies ge­schah nach den Überlieferungen in Anspielung auf die Finte, einer Fischart, die früher in der Ahrmündung laichte. Aus diesem Grund enthielt das Ver­einslogo auch zwei überkreuzt dargestellte Fische.

                                                                              

Die ebenfalls im Vereinslogo dargestellten beiden überkreuzten Pfeifen waren das Symbol des Kegelclubs Mannesmann. Hintergrund war, dass neue Mitglieder zur Besiegelung der Aufnahme in den Kegelclub eine Ton­pfeife rauchten. Der Kegelclub Mannesmann ging nicht in der KG Kripper Fente auf, sondern bestand auch nach deren Gründung weiter.

Die erste Sitzung der KG war am 20. Januar 1952 im Saal der heutigen Dorfschänke. In den Folge­jahren prägten auch Hans Klock, Friedel Valen­tin, Günter Möller, und Willi Krebs die Karnevalsgesellschaft. Helmut Kre­mer war 1969 der letzte närrische Herrscher, der als Prinz Helmut III. von der KG proklamiert wurde.

Die Unterlagen der damaligen KG sind den heutigen Verantwortlichen nicht zugänglich so dass eine Aufarbeitung an dieser Stelle nicht möglich ist.

Nach zwanzig guten Jahren kehrte dann nach der Versammlung am 27. März 1971, an der 21 Mitglieder teilnahmen, eine Flaute ein. 27 Jahre fan­den keine Aktivitäten mehr statt.



 Närrische Herrscher’ der ‚Kripper Fente’ (1951):

Prinzen, Prinzenpaare und Prinzessinnen in der Zeit von 1951 bis 1969

                                         

                                        

                                   

                                      

 Die „prinzenlose“ Zeit

Natürlich wurde auch in der „prinzenlosen“ Zeit von 1971 bis zur Gründung der Karnevalsgesellschaft in Kripp Karneval gefeiert. In Erinnerung sind die Veranstaltungen von Sportverein, Junggesellen-Verein, Möhnen und Feu­erwehr, die in den Sälen bei „Hirzmanns Hein“ (heute Dorfschänke), beim „Lohmers Ing“ (heute Gasthaus Rhein-Ahr) und in der Aula der Grundschule stattfanden. Auf den althergebrachten Saalkarneval der KG mussten die Kripper jedoch in dieser Zeit verzichten.

1983 proklamierte der Sportverein Otto Poth und seiner Gattin Marlies als Prinzenpaar. Hierbei kam die alte Prinzenuniform der KG Kripper Fente zu neuen Ehren. Die vermutlich erste Kinderprinzessin war 1974, Monika Witzmann.

 Die KG ‚Kripper Fente e.V.’ (1998)

Am 13. Juli 1998 gründeten 19 am Karneval Interessierte die Karnevalsge­sellschaft Kripper Fente e.V.. Versammlungs- und Wahlleiter war hierbei das leider viel zu früh verstorbene Mitglied Thomas Bayer. Die Anwesenden wählten aus ihrer Runde heraus den über die Ortsgrenzen bekannten „Erz­karnevalist“ Wilfried Brüssel als ersten Vorsitzenden, Michael Schunk als Geschäftsführer und Manuela Laux (geb. Ludwig) als Schatzmeisterin.

Wahlspruch und Ziel der neu gegründeten Karnevalsgesellschaft sind die Fortsetzung der Tradition der damaligen Kripper Fente als belebendes Ele­ment des Kripper Karnevals. Neben der heimatlichen Brauchtumspflege wird natürlich auch die Geselligkeit als unverzichtbares Element im rheini­schen Karneval großgeschrieben.

   

2002 „Leichtmatrosen“ Tanzgruppe der KG. Einer der Schwerpunkte in der Arbeit einer Karnevalsgesellschaft ist sicher­lich das Abhalten einer eigenen Karnevalssitzung. Am 6.2.1999 um 19.11 Uhr begrüßte der Vorsitzende der KG, Wilfried Brüssel, die Besucher im Saal des Gasthauses Rhein-Ahr unter dem Motto, „die Kripper Fente sind widder do“, zur ersten Karnevalssitzung der KG. Diese erlebten anschlie­ßend Willi Kramer als Eisbrecher in der Rolle des "schönsten Mann von Kripp“.

Die Frauen der KG begeistern in wechselnder Besetzung jedes Jahr aufs Neue mit flotten, themen- bzw. mottobezogenen Showtänzen; ob als Leichtmatrosen, Südseeschön­heiten, Zigeunerinnen, oder in 2005 mit dem Thema Eisverkäufer(innen). So manches KG-Mitglied oder der KG Nahe­stehende standen in den letzten Jahren allein oder in einer Gruppe auf der Bühne. Außerdem wird auf Nachwuchs­kräfte gesetzt, die z.T. das erste Mal die Bühne betreten; so z.B. Tim Seger als „Radler“(2000), Alexander Bravo als „Figaro“ (2001) und Bianca Brüssel (2003), welche bei ihrem Bühnendebüt von den Erfahrung als Kind karnevalsverrückter Eltern be­richtete.

Entgegen dem allgemeinen Trend werden die Sitzungen gut besucht und sind auf eine angenehme Art auch etwas anders. Dies hat bis heute dazu geführt, dass die Veranstaltung nicht nur bei Insidern einen guten Ruf ge­nießt.

Die Organisatoren versuchen natürlich, trotz des begrenzten Kostenrah­mens, den Besuchern auch Highlights zu bieten. Jedes Jahr sind die Pla­nung, Vorbereitung und Realisierung der Veranstaltung durch Kreativität und un­kon­ventionelles Vorgehen geprägt.

                                                           

Oberstes Prinzip der Sitzungen sind „Spaß an der Freud“ für Besucher und Mitwirkende. Ein Vorteil für die KG ist, dass sie keine großen finanziellen Überschüsse erzielen will und muss, weil der Fixkostenblock und damit das finanzielle Risiko überschaubar gestaltet wird. Dabei ist auch die vertrau­ensvolle Zusammenarbeit mit dem Hause Schremmer (Gasthaus Rhein-Ahr) herauszustellen.

Ein weiteres Highlight für jeden Karnevalisten ist sicherlich die Mitwirkung an den Karnevalsumzügen. Seit der Session 1999 nimmt die KG auch mit eigenem Wagen und Fußgruppe am Strohbärtreiben des Junggesellenver­eins am Karnevalssamstag teil. Seit 2000 bereichert sie, wie andere Grup­pen aus Kripp, auch den Karnevalszug in Remagen.

Das Vereinsgeschehen beschränkt sich natürlich nicht nur auf die närri­schen Tage. Für den Zusammenhalt der Mitglieder und auch, um das Inter­esse am Karneval zu wecken, werden von der KG diverse sonstige Veran­staltungen angeboten (Wanderungen zu bekannten Zielen in der Umge­bung, Tagestouren und mehrtägige Reisen mit Führungen, Info-Veranstal­tungen mit diversen Programminhalten, Zeltlager für Groß und Klein, Grillabende und sonstige Treffen, Begleitung sportlicher Aktivitäten, wie z.B. die Teilnahme am Rhein-Ahr-Triathlon. Besonders zu erwähnen wäre noch der „KG-Stammtisch“ jeweils am 1. Freitag im Monat.

Seit neuestem veranstaltet die KG im September für die Bevölkerung in der Ortsmitte den Erntedankmarkt. Dort werden selbst gemachte Produkte und Leckereien der heimischen Küche, Dekorationen etc. angeboten. Kleine Ausstellungen und eine kostenlose Pflanzentauschbörse bereichern das Geschehen. Für das leibliche Wohl ist der Besucher ist ebenfalls gesorgt, so laden u.a. Kaffee und Kuchen zum Verweilen ein.



 Session 2001 „50 Jahre Karneval in Kripp“


Dieter Breuer (KG-Sitzungspräsident), der Prinz von 1951 Albert I. (Wilhelm), Bianca I. Prinzessin 2001 (Schmidt), Wilfried Brüssel (KG-Vorsitzender)Da sich die KG Kripper Fente e.V. auch der Brauch­tumspflege verschrie­ben hat, war das in der Session 2001 anstehende 50-jährige Jubiläum mehr als nur ein Grund zu feiern. Die Historie der letzten 50 Jahre wurde im Gasthaus Rhein-Ahr in einem gebührenden Rah-men gewürdigt. Im Vorfeld trugen die Mitglieder eine Fülle von Erinnerungs-stücken aus den letzten 50 Jahren zusammen. Eine Auswahl hiervon wurde der Bevölkerung im Rahmen des “Karnevalistischen Frühschoppen“ am 21. Januar 2001 in den Räumen des Gasthauses Rhein-Ahr präsentiert.

                                                         

In einer Galerie konnten die Besucher u.a. Orden, Ehrenzeichen, Prinzenfotos und Logos, sowie Erinner= ungsstücke wie Prinzen= mützen, Möhnekostüme und Tonauf­zeich­nungen alter Sitzungen bewundern. Die Ausstellung fand bei den Krippern reges Interesse. Besonders erfreulich war, dass neben den Aktiven auch viele ehemalige Prinzen und Prinzessinnen, Förderer und Freunde des Kripper Karnevals es sich nicht nehmen ließen, persönlich zu erscheinen. Im Verlauf der Veranstaltung ließ der Sitzungspräsident der KG, Dieter Breuer, in gewohnt souveräner Weise 50 Jahre Karneval Revue passieren. Wie nicht anders zu erwarten, konnte auch so mancher der Anwesenden noch die eine oder andere heitere Episode beitragen


 Der Fanfarenzug der KG

Die ersten Überlegungen in der KG Fente eine Musikgruppe zu gründen, gab es schon im August 2001. Der erste ernsthafte Versuch wurde aber erst am 23. Februar 2002 nach dem Fischessen der Fente Kinder unter­nommen.

Für diesen Tag hatte Fente Aktivist Dieter Breuer Miriam Bauer eingeladen, die seit neun Jahren Fanfare und Flöte spielt. Da die Fanfare mit von der Partie war, konnte jedes Kind probieren ihr Töne zu entlocken. Es machte allen sichtlich viel Spaß und so wurde für den nächsten Samstag 11.00 Uhr die erste Übungsstunde in der Aula der Grundschule angesetzt. Es began­nen fünf Mädchen, drei Jungs und ein Erwachsener als Fanfarenspieler sowie ein Junge und zwei Erwachsene als Trommler. Als Übungsleiter für die Trommler konnte Stefan Bauer gewonnen werden.

Nun begann die Suche nach gebrauchten Instrumenten, sprich Fanfaren und Landsknecht­trommeln.


Die erste Fanfare war ein ca. 40 Jahre altes Instrument eines Kripper Bür­gers. Mit dem Erwerb von Trommeln war man weniger erfolgreich, so dass neben einer Marsch-trommel unter anderem Eimer und Tischplatten herhalten mussten.

Als Miriam Bauer im Mai aus beruflichen Gründen aufhörte die Gruppe zu trainieren, fand man schließlich in Ferdinand Bauer, Eh­rentambourmajor aus Unkelbach, einen neuen Übungsleiter.

                                                                

Durch den weiteren Zuwachs der Gruppe entschloss sich der Verein sukzessive Instrumente anzuschaffen. Dies war jedoch nur möglich, weil Geschäftsleute und Privatpersonen mit Spenden halfen.Den ersten öffentlichen Auftritt hatte die Musik­gruppe auf der KG-Fentesitzung am 22. Februar 2003 im Gasthaus „Rhein-Ahr“. Auch wenn einigen Spielern die Beine zitterten und nicht jeder Ton richtig getroffen wurde, so war dies nach knapp einem halben Jahr Übungszeit für die Anfänger ein großer Augen­blick und ein toller Erfolg.

Mit den Auftritten bei der Schlüsselübergabe in Remagen sowie nach dem Umzug „Strohbärtreiben“ in Kripp beim Schremmer folgten weitere Auftritte.
Im Juni schloss sich mit Dirk Twesten aus Neuwied ein aktiver Fan­farenspieler und Trommler der Gruppe an. Er ist seit August 2003 Übungsleiter, bringt seitdem mit seiner Erfahrung und seinem Kön­nen den Fanfarenzug der KG Fente weiter voran.

Seit der Session 2004 spielte man neben den Veranstaltungen der KG Fente auch in der Karnevalsumzügen von Kripp und Remagen, sowie in der karnevalslosen Zeit auf privaten und öffentlichen Veranstaltungen.

Zur Zeit besteht der Fanfarenzug aus 13 Fanfarenspielern und acht Trommlern. Davon sind sieben Mitglieder Kinder/Jugendliche und 14 Mit­glieder Erwachsene.

Der Vorstand
Wilfried Brüssel Vorsitzender (seit 1998)
Hermann-Josef Klapperich Geschäftsführer u. Sitzungspräsident (ab 2002)
Manuela Laux Beisitzer u. Sitzungspräsident (seit 1998)
Dieter Breuer Beisitzer u. Sitzungspräsident (seit 1998)
Anke Schäfer Beisitzer(ab 2002)
Norbert Seelbach Beisitzer (ab 2002)
Ellen Filzen Beisitzer (ab 2004)
Sabine Giessau-Breuer Beisitzer - Vertreter Fanfaren (ab 2004)
Michael Schunk Geschäftsführer (1998-2000)
Markus Schäfer Geschäftsführer (2000-2002)
Dieter Plath Beisitzer (1998-2004)
Jürgen Delord Beisitzer (1998-2000)
Karsten Sennewald Beisitzer (2000-2002)





 Aus der Geschichte des Junggesellenvereins-FreundschaftsbundKripp e.V. 1857

300 Jahre Kripp, dass bedeutet auch fast 150 Jahre Junggesellenverein. Eine Zeit, in der die Bereicherung des dörflichen Lebens im Vordergrund steht und stand. Fast 150 Jahre sind nichts in der Geschichte der Völker, aber eine sehr lange Zeit im Leben eines Vereins.

Bei dieser Rückschau ist unsere Freude umso größer, als sich der Junggesellenverein-Freundschaftsbund nach fast 150 Jahren trotz seiner arbeitsreichen Vergangenheit noch durch besondere Frische und große Aktivität auszeichnet. Bedenken wir an diesen Festtagen, dass im Mittelpunkt seines selbstlosen Wirkens die Erhaltung und Fortführung der von den Vorfahren übernommenen Traditionen steht. Darüber hinaus hat eine ständige Anpassung an die jeweiligen Verhältnisse und Lebensformen zu einer stetigen Entwicklung und einer gesellschaftlichen Entfaltung beigetragen. Mit einer starken Ausstrahlung hat sich der Verein längst einen festen Platz im kulturellen Leben unseres Ortsteils gesichert. Aus Anlass des Jubiläums möchte der Chronist rückschauend die Geschichte des Junggesellvereins-Freundschaftsbundes kurz darstellen.

Es war im Jahre 1857, als sich der erste Präsident Anton Rick mit den Jungmännern von Kripp zusammenfand und den Junggesellverein ins Leben rief. Sehr schnell entwickelte sich eine harmonische Gemeinschaft, die nicht nach äußeren Ehren und materiellen Dingen trachtete, sondern zu einem echten Sammelpunkt gleichgesinnter und kameradschaftlich-verbundener Jungmänner wurde. Man war sich unter dem damaligen Junggesellen einig, altes heimisches Brauchtum und die Geselligkeit zu fördern und zu pflegen. Durch Treue, Energie und starke Einigkeit, aufgebaut auf religiöser Grundlage, gelang es der kleinen Schar schon im Gründungsjahr eine Fahne ihr Eigen zu nennen. Fortan veranstaltete der Verein bei jeder Kirmes seine Umzüge und trug bis zum heutigen Tage zur Verschönerung dieses Dorffestes bei. Zunächst wurden die alten Kirmesbräuche wahrgenommen. Während des Vereinsaufbaues entstanden neue Sitten und Gebräuche.

Als erstes wurde die Versteigerung der Mädchen des Dorfes als Mailehen eingeführt, die jedes Jahr am Vorabend des 1. Mai stattfand. Bekannt ist aus der Überlieferung, dass oft hohe Preise gezahlt wurden. In der Versammlung vom 28. April 1895 verlangte der Präses des Vereins, Kaplan Kohlbecher aus Remagen, die sofortige Aufhebung dieser Unsitte der Mädchenversteigerung.

Heute findet zu diesem Termin das Ansingen des Maibaumes in der Dorfmitte statt, welches durch den Junggesellenverein zusammen mit dem Förderverein des Tambour= corps gestaltet wird.

Bemerkenswert ist auch, dass bei der Verheiratung eines Mitgliedes diesem gemäß den Vereinssatzungen die Pflicht auferlegt wurde, im gleichen Jahr am Kirmes- und Fronleichnamstag in der sakramentalen Prozession den Himmel zu tragen. Dieser Brauch hat sich nur bis zum Beginn des ersten Weltkrieges erhalten. Seit der Nachkriegszeit wird dieses hohe Amt von den Mitgliedern der St. Sebastianus-Schützengesellschaft ausgeübt.

So schwanden teilweise bis dahin übliche Bräuche und Sitten, neue kamen hinzu. Der Wunsch aller Mitglieder ein Vereinsfähndel zu besitzen, wurde erstmals im Jahre 1907 erfüllt.

Ein Höhepunkt in der Vereinsgeschichte war das Goldene Jubiläum im gleichen Jahre.

Eine wesentliche Veränderung für den Verein sei hier noch erwähnt. Am 04. Januar 1912 wurde der Zusammenschluss des Junggesellenvereins mit dem Freundschaftsbund beschlossen. Seither können nach der Heirat die jungen Ehemänner als inaktive Mitglieder im Verein verbleiben und werden nach 25jähriger Vereinszugehörigkeit als Ehrenmitglied ernannt. Schon damals wurde erkannt, dass ältere und junge Mitglieder gemeinsame Arbeit zum Wohle der Dorfgemeinschaft leisten können.

Ein Jahr später konnte der Junggesellenverein-Freundschaftsbund an seinem Stiftungsfeste eine neue Kirchenfahne vorweisen, die dem hl. Josef als Schutzpatron geweiht wurde.

Mit dem Ausbruch des 1. Weltkrieges und der allgemeinen Mobilmachung wurde dem Vereinsleben ein schwerer Schlag versetzt. 13 Mitglieder sind in der Blüte ihrer Jugend draußen auf den Feldern des Todes verblieben.

Doch kaum fanden die kriegerischen Jahre ein Ende, erblühte neues Vereinsleben. Trotz den wirtschaftlichen Schwierigkeiten dieser Jahre gelang es dem Junggesellenverein-Freundschaftsbund wieder in den Dienst der Dorfgemeinschaft zu treten. Im Jahre 1926 wurden auf dem Stiftungsfest zwei neue Vereinsfahnen eingeweiht. An den Festzügen, beim Kirmes-Weckruf und anderen Anlässen wurde zu Ehren des Pastors, des Ortsvorstehers und verdienter Bürger das Fähndel geschwenkt. Kripper Fähnriche und Junggesellen besuchten die Stiftungsfeste der Nachbarvereine und wurden überall beliebt. Nicht jeder Wettstreit war mit Erfolg gekrönt, doch ständiger Fleiß führte zum Ziel. So wurden in späteren Jahren einige Meisterschaften und Pokale gewonnen.

In der Chronik wird gleichzeitig die Einführung des Königschießens festgehalten, das alljährlich am Schutzfeste des hl. Josefs stattfand. Dem Schützenkönig wird an Kirmes und am Stiftungsfeste die gebührende Ehre zuteil. Er nimmt einen besonderen Platz in den Festzügen ein. Die alten Traditionen, insbesondere das Fähndelschwenken sowie das Setzen des Maibaumes, wurden wieder in den Vordergrund gestellt.

Mit dem dritten Reich kam wieder eine schlimme Zeit. Die Aufgaben des Vereins wurden weitgehend eingeschränkt. Bei Ausbruch des 2. Weltkrieges wurden viele junge Männer zu den Waffen gerufen. Die Vereinstätigkeit erlahmte nun ganz. Viele Männer aus Kripp kehrten nicht mehr aus dem Kriege zurück, darunter 19 Mitglieder des Vereins. Unser Gedenken gilt den gefallenen und gestorbenen Mitgliedern, die seit dem Bestehen des Vereins aus unseren Reihen gegangen sind. Wir werden sie nie vergessen und zum Dank für ihre Treue zum Verein in ihrem Geiste weiterarbeiten.

Der verbleibende Rest der zurückgekehrten Mitglieder, gemeinsam mit der heranwachsenden Jugend, konnte Dank der Initiative des Mitgliedes Mathias Föhr den Junggesellenverein-Freundschaftsbund am 14.07.1947 im Gasthaus „Rhein-Ahr“ neu gründen. In diesen schweren Nachkriegsjahren sah der Verein seine erste Aufgabe darin, entschlossen zuzupacken. Es galt, die früheren Traditionen wieder aufleben zu lassen, den Nachwuchs zu fördern und die Zukunft des Vereins zu sichern.

Zum ersten Male nach dem 2. Weltkrieg wurde am 30.04.1948 der Maibaum aufgestellt. Auch der schöne Brauch des Ständchensingens bei der Heirat eines Mädchens aus dem Dorfe mit einem auswärtigen Manne wurde mit dem 30.10.1948 erneut eingeführt. In der jetzigen Zeit ist dies Heulbierholen leider nicht mehr konsequent durchzuführen.

Auf den Stiftungsfesten des Vereins wurde im Wettstreit der auswärtigen Fähnriche um das „Band der Goldenen Meile“ geschwenkt. In den anschließenden Jahren wurden Kripper Fähnriche durch das Doppelschwenken weit über die Grenzen unseres Ahrkreises bekannt. Ein Kripper Fähnrich errang im Wettstreit das „Blaue Band vom Siebengebirge“. Der Verein war stets um Fähnrich-Nachwuchs bemüht. Es gelang, mit einigen Unterbrechungen, bis zum heutigen Tage diese im Rheinland übliche Tradition aufrechtzuerhalten.

Im Jahre 1948 führte der Junggesellenverein-Freundschaftsbund zusammen mit dem Martinsausschuss den Martinstag als Brauchtum in Kripp wieder ein. Anfangs wurde zur Freude der kleinsten und kleinen Dorfbewohner eine Fackelprämierung durchgeführt. Diese Tradition ist später fallengelassen worden. Die Schule und die Kindergärten erhalten stattdessen eine finanzielle Unterstützung aus dem Martinslosverkauf des Junggesellenvereins um kleinere Anschaffungen selber tätigen zu können. Das Aufschichten des Martinsfeuers und die Durchführung des Martinszuges verblieb allerdings in den Händen des Martinsausschusses des Junggesellenvereins.

Am Karnevalsdienstag des Jahres 1949 trat der Verein mit seinen Veranstaltungen wieder an die Öffentlichkeit. Außer seinem Preismaskenball hat er zur Belustigung der Dorfjugend das beliebte Strohbärentreiben wieder eingeführt. Dieses Fest der Narren wurde in den 70er Jahren auf den Karnevalssamstag verlegt und wird heute durch den musikalischen Beitrag des Tambourcorps und verschiedener Gruppierungen aus Kripp bereichert. Der Junggesellenverein ist glücklich, dass den Krippern dieser Tag des rheinischen Straßenkarnevals verblieben ist. Der Preismaskenball ist anderen Karnevalsveranstaltungen gewichen, das Strohbärtreiben als alte Tradition ist dem Ort erhalten geblieben - und dies ohne Unterbrechung.

Ein entscheidendes und bedeutungsvolles Ereignis war die Gründung eines Tambourcorps am 14. Mai 1949. Die Ausrüstung bestand aus alten und gebrauchten Instrumenten, die Uniform aus schwarzer Hose und weißem Hemd. Junge, musikinteressierte Menschen wurden herangebildet. Durch die tatkräftige Arbeit des Tambourmajors Walter Schmitt konnte das junge Corps bald mit einigen schneidigen Märschen die Bürger von Kripp erfreuen. Die spätere Anschaffung neuer Uniformen wurde durch Spenden der Bevölkerung, der hiesigen Industrie und der großzügigen Zuwendung der Stadt Remagen unter dem damaligen Bürgermeister Dr. Kemming ermöglicht. Seitdem tritt das Tambourcorps bei allen öffentlichen Veranstaltungen des Vereins und an allen Festlichkeiten der Dorfvereine auf.

Das Königschießen wurde im Jahre 1950 wieder aufgenommen und ist seitdem das erste Highlight des Junggesellenvereins im Frühling. Dieser Tag wird mit dem morgendlichen Kirchgang und anschließender Ehrung der gefallenen und verstorbenen Mitglieder am Ehrenmal eingeleitet. Die eigentlich interne Veranstaltung ist inzwischen zu einem netten kleinen Dorffest geworden. Große Teile der Bevölkerung wandern an diesem Frühlingstag zum Schützenplatz, um mit den Junggesellenverein den neuen Schützenkönig zu feiern.

Der ermittelte Schützenkönig wird von dem Präses ausgezeichnet und erhält die Königskette. Der neue Teil der Königskette wurde nach dem 2. Weltkrieg von den Ehrenmitgliedern gestiftet. Der ältere Teil wurde während des Krieges von dem damaligen Schützenkönig Hermann Tempel vergraben und später geborgen. So symbolisiert diese Kette heute die Verbundenheit von Generationen und gemeinsamer Arbeit. Beim Frühschoppen an der Maikirmes erhält der Schützenkönig aus der Hand des Bürgermeisters den von der Stadt gestifteten Königsorden.

Die Ehrung der Gefallenen des Dorfes war dem Junggesellenverein vom Ende des 2. Weltkrieges an ein besonderes Anliegen. Seit dem Jahre 1950 wurden die Soldatengräber auf dem Ehrenfriedhof gepflegt. Bis zur Umbettung auf dem Ehrenfriedhof Bad Bodendorf wurde der im Gefangenenlager Kripp verstorbenen Soldaten besonders gedacht. Die neue Gedenkstätte für die Gefallenen des 2. Weltkrieges wurde von dem damaligen Verein für Denkmalpflege unter Vorsitz von Herrn Ernst Dannemann mit unserer Unterstützung errichtet. Neben den Vereinsaktivitäten hat der Verein immer ein Interesse an den Belangen des Ortes gezeigt. In Zusammenarbeit mit dem Bürgerverein wurden Lose verkauft und aus dem Erlös die Bürgersteige in der Quellenstraße angelegt.

Mit Wirkung eines Beschlusses vom 01. September 1951 nimmt der Verein unter Mitwirkung des Tambourcorps an den Goldenen Hochzeiten mit Fackelzug und Ständchen teil, wenn dies von den Jubilaren gewünscht ist.

In der Vereinschronik wird die Stiftung eines neuen Schwenkfähndels durch die Firma Gebr. Breuer dankbar erwähnt. Die Gebrüder Breuer wurden als Ehrenmitglieder ernannt.

Nun folgten einige Jahre ruhiger Vereinsgeschichte. Die aufgetretenen Nachwuchsprobleme, verursacht durch den Generationswechsel, mussten in Angriff genommen werden. Durch Vereinsfahrten, andere Geselligkeiten und durch intensive Jugendarbeit wurde das Bestehen des Vereins gesichert. Zu einem begeisternden Erlebnis für die ganze Dorfgemeinschaft und der Mitglieder wurde das 100jährige Stiftungsfest vom 03. – 04.08.1957. Unter der Leitung des Präsidenten Günther Möller wurde ein umfangreiches Festprogramm geboten und unser Ortsteil stand zwei Tage lang im Zeichen des Junggesellenvereins. Ein imposantes, festliches Bild bot sich bei den Festzügen durch den geschmückten Ort.

Ein weiteres schönes Fest wurde am 28. und 29.06.1969 anlässlich des 20jährigen Wirkens des Tambourcorps gefeiert. Unter der Schirmherrschaft von Herrn Dechant Hammes wurden auch diese Veranstaltungen für den Verein ein Erfolg. An dieser Stelle gilt Präses Herrn Dechant Hammes, der von 1969 bis 1985 als Pfarrer von Kripp unser Präses war besonderer Dank. Er stand dem Junggesellenverein besonders nahe und war sehr aktiv am Geschehen des Vereins beteiligt. Er machte stets deutlich, dass der Ursprung unserer Traditionen und Bräuche dem kirchlichen Leben entstammt.

Nach 20jähriger Tätigkeit trat im Jahre 1969 Tambourmajor Walter Schmitt von seinem Amt zurück. Für sein verdienstvolles Wirken wurde er zum Ehrentambourmajor ernannt.

Ab 1971 wurde die Kripper Maikirmes ununterbrochen in einem Festzelt veranstaltet. Trotz dem hohen finanziellen Risiko und einer enormen Mehrarbeit hat der Verein der gesamten Bürgerschaft die Möglichkeit erhalten, dieses traditionsreiche Fest gemeinsam zu feiern. Zu ihrem geliebten Frühschoppen werden die Einwohner ab 70 Jahre besonders eingeladen und mit kleinen Aufmerksamkeiten bedacht. Dies kann aus Datenschutzgründen heute leider nicht mehr erfolgen, da entsprechende Daten nicht mehr vorhanden sind. Aber auch für die Kinder gibt es alljährlich Überraschungen und Sondereinlagen musikalischer Art. Die Verantwortlichen des Vereins sind sich bewusst, dass diese gemeinsam gepflegte Gemütlichkeit eine Besonderheit darstellt und für die Zukunft erhalten bleiben muss.

Unter der Leitung des Tambourmajors Klaus Hüppen wurde nach sorgfältiger Vorbereitung eine Jugendabteilung des Tambourcorps gegründet. Diese trat erstmals an der Maikirmes 1973 auf und erwarb sich zunehmend die Sympathien der Bevölkerung. Klaus Hüppen und den älteren Musikern war das Wachstum des Corps zu verdanken.

Unter dem Protektorat von Herrn Minister Heinz Schwarz feierte das Tambourcorps mit einem Fanfaren- und Tambourwettstreit sein 25jähriges Bestehen. Zahlreiche auswärtige Vereine kämpften um den Pokal der Goldenen Meile. Ein Feuerwerk und ein Starabend vervollständigten eine bunte Palette von Veranstaltungen. Noch heute ist dieses einmalige Fest den Gästen aus nah und fern in guter Erinnerung.

In den folgenden Jahren wurde sich ständig um den Bestand und die Erweiterung des Corps bemüht. Wanderungen, Werbeabende, Zeltlager und sonstige, für Jugendliche interessante Unternehmungen wurden ausgerichtet. Auf dem Programm stand ständiges Üben und Anlernen durch auswärtige Fachleute.

Dank gilt dem Kripper Gewerbe und der Industrie, der Fährgesellschaft Linz-Kripp für die finanzielle Hilfe. Nur so war es möglich, das Corps mit einer guten instrumentalen Ausrüstung, Uniformen usw. zu unterhalten.

Im Jahre 1978 trat der Spielmannszug dem Kreismusikverband Ahrweiler bei. Hier ergaben sich Möglichkeiten, musikinteressierte junge Leute zu schulen.

An der Kirmes 1979 veranstaltete das Tambourcorps ein Musikfest anlässlich seines 30jährigen Bestehens. Die Anteilnahme der Bürgerschaft war groß. Es sind heute nicht nur die „Kripper Knüppelchens-Jonge“, sondern unser Corps ist im Verband, bei den Nachbarvereinen und weit über unseren Heimatort hinaus als zielstrebige und angesehene Gruppe bekannt. Auf auswärtigen Wettstreiten wurden Erfolge erzielt, von dem die Gründer träumten. Maßgeblichen Anteil an dieser Aufwärtsentwicklung hatten der Tambourmajor Klaus Hüppen und Protektor Günther Möller seit dem Jahre 1969.

So beauftragte der Kreismusikverband das Tambourcorps im Junggesellenverein-Freundschaftsbund mit der Austragung des Kreismusikfestes am 16. Mai 1982.

Natürlich stand 1982 auch das 125jährige Jubiläum des Junggesellenvereins-Freundschaftsbund im Mittelpunkt. So feierte der Verein vom 30. April – 2. Mai 1982 sein Stiftungsfest. Hierbei weihte der Präses Dechant Hammes am Sonntagmorgen in der im Zelt abgehaltenen heiligen Messe sein neues Fähndel.

Natürlich durfte auch in diesem Jahr die traditionelle Maikirmes nicht fehlen. Auf beiden Festen verbrachte die Dorfgemeinschaft zusammen mit dem Junggesellenverein ein paar nette Stunden.

Nach einige ruhigen Jahren der Vereinsarbeit gründete man am Freitag, den 27. November 1987, den Förderverein des Tambourcorps. Als erster Vorsitzender des Vereins wurde Helmut Schmitt gewählt. Der Förderverein unterstützt seitdem das Corps und führt das Maiansingen durch.

Im Jahre 1994 gab es dann wieder einen Wechsel an der Spitze des Tambourcorps. Nach 25jähriger Tätigkeit als Tambourmajor trat Klaus Hüppen zurück. Er übergab den Stab an Wolfgang Möller und wurde für seine Verdienste um das Corps zum Ehrentambourmajor ernannt.

Wolfgang Möller führte ab nun das Tambourcorps einer neuen Zukunft entgegen. So galt es bald nach dem Stabwechsel ein 50jähriges Vereinsjubiläum des Tambourcorps im Jahre 1999 zu organisieren. Das Highlight für das Corps und die Kripper Bevölkerung in diesem Jahr war sicherlich der große Zapfenstreich auf dem Schulhof und das Jubiläumskonzert in der Aula der Grundschule am Samstag, den 30. Oktober 1999.

Mit Stolz erfüllt den Junggesellenverein die Tatsache, dass Anfang des 21. Jahrhunderts wieder das Doppelschwenken aufgelebt ist. Auch wenn die Tradition des Fähndelschwenkens nie aufgegeben wurde, so ist diese Art des Schwenkens doch etwas ganz besonderes.

Ende 2004 gab es dann erneut einen Wechsel an der Spitze des Tambourcorps. Nach 10jähriger Dirigentschaft legte Wolfgang Möller den Stab des Tambourmajors nieder. Sein Nachfolger wurde leider nur für sehr kurze Zeit Willi Kramer. Er verstarb leider schon im Februar 2005. Trotz seiner kurzen Amtszeit möchte sich der Junggesellenverein für seine geleistete Arbeit bedanken und wird seiner immer gedenken.

Auch dieser Chronik möge der Leser entnehmen, welche Arbeit in unserem Verein geleistet wurde. Mit dem Jubiläumsjahr 300 Jahre Kripp möchten wir allen Freunden und Gönnern und der Dorfgemeinschaft einige frohe und gesellige Stunden wünschen und Sie schon jetzt bitten sich den Termin unserer 150 Jahrfeier im Jahr 2007 vorzumerken.

Es wird auch weiterhin das Bestreben des Junggesellenverein-Freundschaftsbundes sein, alles Schöne und Gute zu erhalten.

Treu Gott, Treu deutsch,
Treu den alten Sitten,
Rheinisch fröhlich, Einig frei

 Katholische Pfarrgemeinde St. Johannes Nepomuk Daten aus der Geschichte der Pfarrgemeinde

1768 17 Bürger erhalten die Genehmigung eine Kapelle zu bauen.
23.5.1769 Grundsteinlegung durch Pfarrer Engels.
1772 Einsegnung der Kapelle durch Pfarrer Engels
19 Jhd Anstrengungen zum Erhalt der Selbständigkeit des schnell wachsenden Ortes.
1885 Stiftung Pfarrer Lenzen.1889, Gründung des Kirchenchors St. Cäcilia Kripp
16.9.1900 Grundsteinlegung der neuen Kirche. Bau durch den Architek­ten Pickel
6.2.1902 Einsegnung der Kirche.
7.7.1903 Feierliche Konsekration durch Weihbischof Karl Ernst Schrod.
29.8.1910 Erhebung zur Kapellengemeinde.
29.8.1911 Das Pfarrhaus wird fertig gestellt.
1.12.1918 Die Pfarrei wird selbständig. Damit ist Kripp mit Abstand die jüngste Pfarrgemeinde im Kreis Ahrweiler.
1922 Die Kirche erhält neue Glocken. Die alten mussten im ersten Weltkrieg abgegeben werden.
1926 Pfarrer Brückert baut das Jugendheim ohne eine Erlaubnis des Bischofs. Die Finanzierung bricht zusammen, da zuge­sagte Gelder aus den USA nicht eintreffen. Das Jugendheim wird durch den NS-Staat als BDM-Heim ge­nutzt. Nach dem Krieg kann es zuerst die Pfarrgemeinde nutzen bis nach einer kurzen Zwischenzeit, in der die Brüder in Not das Haus beziehe, bis die französische Armee ihre ma­rokkanischem Soldaten hier zur Erholung einquartiert. Später ist es dann an die Bundeswehr vermietet, die hier eine Außen­stelle des Wehrmedizialamtes und eine Funkerdienststelle be­treibt. Die Miete wird angespart zum Bau eines Pfarrheims.
18.11.1934 Schönstatt Schwestern kommen nach Kripp. Sie übernehmen den Küsterdienst, unter­halten die Kranken­station und führen den Kindergarten. Die Schwestern bleiben bis 1987.
Nach Schwester Bonvita ist heute eine Straße be­nannt
1945 bei einem Bombenangriff auf Kripp werden die Fenster der Pfarrkirche zerstört
1948 Renovierung. Dabei werden auf Geheiß des Künstlers die Mataré Bilder entfernt.
1959 die Kirche erhält neue Fenster.
1968 Nach dem Tode von Pfarrer Kern wird Dechant Hammes aus Remagen auch Pfarrer von Kripp. Die Pfarrei bleibt weiterhin selbständig. Damals ein Novum des Kirchenrechts, dass eine Person gleichzeitig Pfarrer in zwei Pfarreien ist. Die Kirche wird im Einklang mit dem Vatikanum II renoviert
1973 Gründung der katholischen Frauengemeinschaft
1975 der erste Pfarrgemeinderat wird gewählt. Vorsitzender wird Helmut Blumenstein. Nach der Wahl 2003 entschließt sich der PGR zusammen mit dem PGR in Remagen einen gemein­samen Pfarreienrat zu bilden. Vorsitzender wird der Kripper Peter Ockenfels
1986 Pfarrheim in der Voßstraße wird eingeweiht. Es ist gleichzei­tig die Verabschiedung von Dechant Fiedhelm Hammes. Er wird Vertreter der vier Rheinland-pfälzischen Bischöfe bei der Landesregierung in Mainz.
1989-91 Nach einem Brand erfolgt eine weitere Renovierung. Neben einer neuen Farbgestaltung werden Zehlebrationsaltar und Ambo in Basaltstein gestaltet
14.4.1992 Unfall an der Schwarzen Madonna. Vier Tote und zahlreiche Verletzte bei einem Busgang der beiden Pfarreien Remagen und Kripp am Vorabend zu Palmsonntag. Am 10ten Jahrestag, 2002 findet ein Gedächtnisgottesdienst mit Altbischof Spital an der Kapelle statt.Ein Rundgang durch die Pfarrkirche und die Geschichte der Gemeinde.

 Ein Rundgang durch die Pfarrkirche und die Geschichte der Gemeinde.

Die Kirche ist erbaut worden am höchsten Punkt in Ort. Sie wurde errichtet aus Ziegelsteinen, die hier im Ort hergestellt wurden.
Um 1900 war die Herstellung von Ziegeln, sowohl nach dem traditionellen Verfahren des Feldbrandes als auch die industriellen Produktion im Ringofen, der bedeu­tendste Erwerbszweig im Ort..
Es wurde weitestgehend auf Fassaden­schmuck verzichtet, wenn man von den Steinmetzarbeiten der Fenster und am Dach absieht. Selbst die beiden Eingänge mit ihren kurzen steilen Stu­fen sind, verglichen mit sonstigen Kirchen-Portalen sehr einfach gehalten. Wahrscheinlich deshalb, weil die ursprüngliche Planung eine größere Kir­che vorsah, aber aus Kostengründen nur ein erster Bauabschnitt realisiert wurde.
So ist die heutige Eingangsfassade ein Provisorium geblieben und ein großer Vorplatz ist entstanden. Die Kirche ist 28,75 m lang und 17,75 m breit.

                                                                            

Gleichzeitig mit der Kripper Kirche wurde die neue Pfarrkirche in Remagen, die an die alte Kirche aus dem Mittelalter angebaut wurde, und die Pfarr­kirche in Unkelbach errichtet. Architekt für die Remagener und Kripper Kirche war der Kölner Dombau­meister Pickel.

Die Kirche hat keine Vorhalle. Es öffnet sich dem Eintretenden direkt ein großer lichtdurchfluteter Raum in hellen und warmen Farben. Zwei mächtige Säulen tragen das Ge­wölbe und bestimmen die Archi­tektur des Raumes. Die weiß ver­putzten Wände, der rote Sandstein und das braune Eichenholz bilden einen harmonischen Grundton auf dem die großen Fenster mit ihren bunten Farben heiter aufsetzten.

Der klassische Bauplan für eine Kirche ist dreischiffig – ein größeres Mittel­schiff mit zwei Seitenschiffen. Hier wurde ein sehr ungewöhnlicher und selten zu findender Bauplan realisiert: Eine zweischiffige Kirche. Diesen Grundriss ermöglicht einen hohen hallenförmigen Raum, mit gutem Blick­kontakt von allen Plätzen in den Chorraum.

 Stiftung Lenzen

Den Rundgang in der Kirche sollte beginnen an einem eher unscheinbaren Stelle. An dem hinteren Pfeiler auf der linken Seite ist eine Tafel ange­bracht, die auf die Stiftung Lenzen verweist. Pfarrer Aegidius Lenzen, gebo­ren 1802 in Linz, hielt während seiner Zeit als Vikar in Linz Messen in Kripp. Er musste dazu mit dem Boot von Linz nach Kripp übersetzten. Bei einem schlimmen Eisgang an einem Weihnachtstag kam das kleine Boot mit Pfar­rer und Fährmann in Bedrängnis und beide fürchteten um ihr Leben. Die Erzählung sagt, dass der Vikar in dieser höchsten Not schwor, dass er alles tun werde, damit die Kripper einen eigenen Pfarrer bekommen sollten. In seinem Testament (Lenzen starb 1885 in Ringen) hinterlässt er eine beacht­liche Summe für einen Neubau der Pfarrkirche und die Dotierung eines Pfarrers. 1896 betrug dieser Font 48.000 Mark. Lenzen erreichte sein eigentliches Ziel aber erst einige Jahre nach der Einweihung der Kirche. Ab 1910 wurde Kripp zur Kappellengemeinde erhoben mit einem ständigen Kaplan, Dr. Johann Rossmann. Ab 1913 hatte der auch sein eigenes Pfarr­haus. 1918 wurde die Gemeinde dann eine eigenständige Pfarrei. Leider konnte der erkrankte Kaplan Rossmann das nicht mehr erleben. Er starb 1914. Sein Nachfolger und erster Pfarrer von Kripp war Josef Adolf Brückert. Bemerkenswert ist also, dass auch diese zweite Kirche hier in Kripp, genauso wie die alte Johanniskapelle von 1769, mit Linzer Unterstüt­zung gebaut werden konnte.

 Ausstattung

Aus der alten Kirche wurden übernommen die barocke Kanzel (schönes Treppengeländer mit Schlangen­kopf), die wohl ursprünglich aus der Schlosskapelle in Ahrental stammt, ebenso das Standbild mit der Einfas­sung des hl. Johannes Nepomuk. Das farbig gefasste Standbild aus ge­branntem Ton ist rund 120 cm hoch und ist von 1725, nach unserer Kenntnis die älteste figürliche Darstellung des Heiligen in der Eifel.
Ursprünglich stand sie wohl in der Nische über der Tür der alten Kapelle. Heute findet man dort einen Original­abguss dieser Figur. Kripp ist ver­glichen mit den meisten anderen Ge­meinden in unserer Region, deren Geschichte weit ins Mittelalter, oder sogar bis in die Antike zurückgeht eine sehr junge Gemeinde. Im Kreis Ahrweiler sind wir die jüngste Pfarrei. Deshalb hat sie wohl auch einen Pfarrpatron aus dem späten Mittel­alter, den im Barock sehr populären Johannes Nepomuk. Er war der Schutzheilige der Schiffer und Flößer und aller Unbilden, die vom Wasser ausgehen. So war es wohl nicht über­raschend, als die ersten 17 Familien, die die erste Kirche in dem Hochwas­ser geplagten Kripp bauten, ihn zu ihrem Patron wählten.

                                                                            

Weiterhin wurden aus der Kapelle eine Reliquienmonstranz und die Glo­cken übernommen. Die Bronzeglocken mussten im ersten Weltkrieg, 1917, abgegeben werden, 1922 erhielt die Kirche dann neue Stahlglocken. Die weisen aber nun nach 80 Jahren starke Schäden auf, und müssen in ab­sehbare Zukunft ersetzt werden.

Die Altäre sind aus Eichenholz geschnitzt. Den Entwurf lieferte Architekt Pickel und geschnitzt wurden sie von dem im Volksmund genannt „Kleinschmittchen“ einem Kripper Kunstschreiner. 1992 musste der Hochal­tar nach einem Brand neu geschnitzt werden. Bei der anschließenden Renovierung erhielt die Kirche auch ihre heutig Farbgestaltung und bei dieser Gelegenheit wurde der neue Volksaltar, das Ambo und die Stufen zum Chorraum neu gestaltet von dem Niederbreitbacher Bildhauer Rams, und den Architekten Müller und Heyer aus Koblenz. Der Zehlebrationsaltar ist in der Kirche der liturgisch wichtigste Ort und ist ein Zeichen für Christus. Unser Altar ist aus zwölf Basaltblöcken, die für die zwölf Apostel stehen, und der Altarplatte gefertigt. Er ist sehr schlicht, nur durch das alt­christliche Symbol dem Fisch, ver­ziert. Die Kripper werden auch als Kripper Fente – die Kinder verkün­deten die Ankunft, der Rheinfischer im Ort mit dem Ruf: „ De Fente kommen.“ - bezeichnet. So ist die­ser Fisch also auch ein Ortssym­bol. Im Altar wurden nach altem katholischem Brauch, Reliquien eingemauert. Bei uns sind es Reli­quien der seligen Blandine Mertens.

Die ursprünglichen bunten, bleiver­glasten Fenster gingen bei einem Bombenangriff im zweiten Welt­krieg, am 13. Februar, 1945 zu Bruch. 1959 wurden die jetzigen Fenster eingebaut. Sie sind von dem Trierer Künstler Jakob Schwarzkopf und zeigen im Kirchenschiff die Sak­ramente: Taufe, Eucharistie, Firmung, Ehe, Priesterweihe und Kranken­salbung/ Sterbesakrament. Im Chorraum ist die Kreuzigung im zentralen Apsisfenster dargestellt und Heilige in den beiden flankierenden Fenstern, unter anderem auch der Pfarrpatron Johannes Nepomuk das Kreuz haltend.

Seit kurzem hat auch die Kripper Schwarze Madonna ihren Platz an der vorderen Mittelsäule gefunden. Sie wurde aus Lehm von dem Bildhauer Adolf Wamper, Professor an der Folkwangschule in Essen, gefertigt. Er war Kriegsgefangener im Lager, das die Amerikaner 1945 zwischen Sinzig und Remagen unterhielten, und indem die Soldaten unter den primitivsten Verhältnissen ums Überleben rangen. Er schenkte die Madonna dem Kripper Pfarrer Dr. Keller, der sich für die Gefangenen einsetzte. Ihre schwarze Farbe erhielt sie durch Johann Deusen, der sie mit Leinöl tränkte, damit der getrocknete, aber nicht gebrannte Lehm nicht auseinander fiel. Dr. Keller war seit 1936 Pfarrer in Kripp. Er war ein mutiger Christ. Er wurde mehrmals von der Gestapo zum Verhör nach Koblenz gebracht, und Pfarr­angehörige wurden vernommen um herauszufinden, was er gepredigt hatte. In Kripp wird erzählt, dass die Verhaftung nur dadurch verhindert wer­den konnte, dass sich die Bürger, selbst eingeschriebene Parteimitglieder für ihn einsetzten. Er starb bei einem tragischen Verkehrsunfall 1951. Er wird von vielen älteren Krippern noch immer hoch verehrt. Er wurde im Grab von Dr. Rossmann bestattet. Die Pastor-Keller-Straße ist nach ihm benannt.

Erwähnenswert ist noch das schöne aus einem Stein gehauene Tauf­becken und die am Ausgang angebrachte Tafel mit dem Verzeichnis der Gefallen aus dem ersten Weltkrieg. Sie soll von dem bekannten Künstler und Düsseldorfer Professor Ewald Mataré, der sich in den zwanziger Jah­ren für längere Zeit in Kripp bei dem italienischen Grafen Taveggi, dem Besitzer der Lederfabrik, aufhielt, stammen. Es wird auch berichtet, dass Mataré, unterstützt von dem Kripper Maler Felix Lüttgen, zwei Bilder über den Seitenaltären, links die Ver­kündigung und rechts die Auf­erstehung gemalt habe. Diese sind aber 1948 wieder entfernt worden, wohl nicht zuletzt auch, weil der auferstandene Christus eine nicht zu übersehende Ähnlichkeit mit Reichspräsidenten Hindenburg hatte.Die Orgel umfasst 18 Register. Sie hat eine pneumatische Steuerung, dass heißt das Öffnen der Pfeifen­ventile erfolgt nicht, wie vielfach üblich über ein Gestänge, dass den Spiel­tisch mit den Orgelpfeifen verbindet, sondern durch den Tastendruck des Organisten wird ein Luftkanal geöffnet, indem sich dann ein Luftdruck auf­baut, der dann seinerseits dafür sorgt, dass die Pfeifenventile geöffnet wer­den. Bedingt durch diese indirekte Steuerung ergibt sich eine kleine Verzö­gerung zwischen dem Tastendruck und dem Erklingen des Orgeltones. Daran muss sich der Organist anpassen. Seit mehr als 65 Jahren spielt der Kripper Josef Ueberbach und sein verstorbener Bruder Alois hier die Orgel. Er ist damit wohl einer der dienstältesten Organisten des Bistums. Die neo­gotischen Holzornamente, die in die Balustrade der Empore eingelassen sind, waren ursprünglich Teile der Kommunionbank, die bei der Renovie­rung 1968 entfernt wurde. Der Kreuzweg, den man in ähnlicher Darstellung sehr häufig findet, wurde ebenfalls bei dieser Renovierung angeschafft.


 Kripper Seelsorger Priester

Bis 1918 gehörte Kripp zur Pfarrei Remagen. Insofern war der Remagener Pfarrer auch immer der verantwortliche Seelsorger in Kripp. Allerdings gab es fast immer andere Seelsorger, die in der Kripper Kapelle an Sonntagen den Gottesdienst hielten. Seit 1846 war es Aufgabe des Remagener Kap­lans für einen regelmäßigen Sonntagsgottesdienst in Kripp zu sorgen.

                                                                            

Jakob Röhrig, geb. 27.4.1759, Minorit, vicarius residens in Westum, 1805 in Kripp. + 26.11.1818

Jos. Alois Bauer (geb. 1801), 1825 Vikar in Remagen und Kripp.

Aegidius Lenzen, geb. 17.11.1802 in Linz, ord. 22.12.1827 in Trier, Vikar in Linz, hielt bis 1837 Messen in Kripp, testamentarische Stifftung zu­gunsten von Kripp, + 19.2.1885 in Ringen.

Peter Josef Witsch, geb. 9.7.1808 in Wadenheim (Bad Neuenahr), ord. 14.3.1835, Vikar in Sinzig, Gottesdienste in Kripp von 1837 bis 1840.

Johann Andreas Schauppmeyer, geb. 28.6.1817 in Koblenz-Ulf, Kaplan in Remagen, Gottesdienste in Kripp 1840-1847. Besorgte zwei neue Glocken.

Nikolaus Satorius, geb. 8.9.1819, ord. 1.6.1844, Hausgeistlicher in Linz, Gottesdienste in Kripp 1847-1849.

Heinrich Schäffer, geb. 8.9.1797, ord. 1828, seit 1848 Pfarrer in Westum, hielt eine zeitlang regelmäßig Sonntagsgottesdienste in Kripp.

Johann Rossmann, geb. 17.12.1878 in Trier, ord. 19.3.1904, ab 1904 Kap­lan in Remagen, ab 1909 in Kripp, + 2.10.1914.

Josef Adolf Brückert, geb 5.4.1882 in Simmern, ord. 10.8.1907, Kaplan. in Kirn, Boppard, Wiesbach, Aluminatsdirektor in Boppard, 1914 Vikar in Kripp, 1918 - 1931 Pfarrer in Kripp, 1931 Pfarrer in Hecken­münster, 1934 Pfarrer in Lösnich, 1948 emeritiert, + 11.9.1968 in Kripp

Anton Halft, geb. 5.1.1883 in Betzdorf, ord. 4.4.1908, Kaplan in Neunkir­chen und Prüm, 1913 Vikar in Braunfels, 1915 Pfarrer in Walsdorf, 1926 Pfarrer in Mudesbach, 1932 - 36 Pfarrer in Kripp, 1936 Pfarrer in Niederspay, 1948 emeritiert (Kripp)

Dr. Emmerich Wilhelm Keller, geb. 6.5.1882 in Schweich, ord. 31.3.1906, Kaplan in Betzdorf und Wadengassen, 1911 Pfarrer in Winterspelt, 1916 Studienurlaub, 1921 Pfarrer in Gillenfeld, 1936 - 1951 Pfarrer in Kripp, + 25.4.1951 in Kripp.

Josef Kern, geb. 1898 in Großmaischeid, 1951 – 1967 Pfarrer in Kripp, + 18.3.1968 in Kripp

Friedhelm Hammes, geb. 7.2.1929 in Simmern, geweiht am 3.5.1951, 1968 - 1986 Pfarrer in Remagen und in Kripp, + 28.7.1991, als Prälat des bischöflichen Büros bei der Landesregierung in Mainz.

Heinz Göbel, 1968 – 1971 Kaplan in Remagen und in Kripp.

Hermann Engels 1972 – 1974 Kaplan in Remagen und in Kripp, jetzt Dechant in Koblenz.

Hermann Holl, 1974 – 1976 Vikar in Remagen und in Kripp, jetzt im Ruhe­stand.

Klemens Hombach, 1976 – 1979 Vikar in Remagen und in Kripp, jetzt Dechant in Linz.

Richard Baus, 1979 – 1982 Vikar in Remagen und in Kripp, jetzt Rektor bei den Franziskanerinen in Waldbreitbach.

Josip Gregoric, 1982 – 1985 Vikar in Remagen und in Kripp, jetzt Dechant in Emmelshausen.

Stephan Hartmann, 1985 – 1988 Vikar in Remagen und in Kripp, jetzt Pfarrer in Oberhaid.

Klaus Birtel, geb. 14.12.1942 in Wismar, geweiht am 5.3.1967, 1987 - 1998 Pfarrer in Remagen und in Kripp, + 2.8.2001 als Pfarrer in Manila.

Martin Saurbier, 1988 – 1991 Vikar in Remagen und in Kripp, jetzt Kran­kenhauspfarrer in Koblenz.

Prof. Dr. Gottfried Bitter, emeritierter Religionspädagoge an der kath. Fakultät in Bonn, hält seit 1992 regelmäßig Sonntagsgottesdienste in Kripp.

Dr. Johannes-Georg Meyer, seit 1999 Pfarrer in Remagen und in Kripp.Laien und Ordensschwestern

Schwester Bonvita (Gerhold), 1948 –1952 und 1954 – 1987 war sie Krankenschwester in Kripp, + 11.1.1996 in Koblenz

Schwester Elionore (Fuchs), 1934 –1935 und 1942 – 1987 in Kripp als Leiterin des Kindergartens und später der Sakristei, + 14.10.1989 in Koblenz.

Schwester Lucina (Essling), 1954 – 1973 als Hausschwester in Kripp

Weiter Schönstattschwestern waren: Johannita (Hetzert), Fabiola, Dorothea (Morik), Wilfriede (Hettenbach), Othmaris (Brühwiler), Theophora (Haut), Edeltraud-Maria (Kucher), Meinolfa (Funke), Reintraud (Fell), Waltrudis (Wahler), Lucerna (Hänle), Konradis (Stamm) und Wilfriedis (Münster). Sie waren meist nur eine kurze Zeit hier.

Luzia Waszewski, seit 1991 Gemeindereferentin in Remagen und Kripp.

Monika Frink, 1999 – 2001 Pastoralreferentin in Remagen und Kripp, jetzt Promotion an der kath. Fakultät der Universität Mainz.

Burkhart Bleul, seit 2001 Pastoralreferent in Remagen und Kripp.

 Katholischer Kirchenchor Cäcilia Kripp

Zur Zeit ist der Chor wie folgt besetzt.

Dirigentin : Jutta Wendel

Sopran: Marianne Bauer, Therese Becker, Vera Blumenstein, Elsbeth Fell, Anneliese Grams, Inge Hoellen, Hilde Schäfer, Hilla Schäfer, Paula Schmitz, Marieluise Seuren.

Alt: Christel Boes, Marlene Fuchs, Marlies Hille, Eugenie Klofat, Klara Kunz, Rita Propst, Maria Rüth, Hildegard Stiem, Sybille Ueberbach-Stech.

Tenor.: Gisela Gäfgen, Arthur Grams, Gottfried Klein, Günther Mommertz, Heinrich Ockenfels, Gisbert Schmitz, Hermann Seuren, Willy Ueberbach.

Bass: Johannes Büchel, Oswald Illigen, Theobald Kunz, Ludwig Rüth, Jürgen Schäfer.

Der Chor besteht seit 1889 und singt weiterhin immer noch zur Ehre Gottes und zur Freude der Mitmenschen.Unser Repertoire besteht nicht nur aus geistlichen Werken. Wir proben auch volkstümliche Musik und beliebte Melodien aus Musicals und Operetten.

Wir üben intensiv; trotzdem herrscht bei uns eine lockere und fröhliche Atmosphäre. Jeder, der Freude an Musik und Singen hat, ist bei uns herz­lich willkommen.

Sie glauben, Sie können nicht singen? „ hier werden Sie geholfen“

Auch Ungeübten lernen bei unsere Dirigentin Jutta Wendel in kürzester Zeit, zur eigenen Freude das harmonische Singen im Chor.

Wir proben donnerstags von 19:00 bis 20:30 Uhr im Pfarrheim in der Voß­straße.

„Schauen Sie doch mal unverbindlich bei uns rein.“

 St. Sebastianus Schützengesellschaft Kripp e.V. 1837

Am 22. Mai 1837 fanden sich 28 Bürger des Ortes Kripp zur Gründung der St. Seb. Schützengesellschaft Kripp zusammen, um sich unter dem Vorsitz des Notars und Remagener Bürgermeisters Herrn Queckenberg ein „Reglement der Schützengesellschaft zu Kripp“ zu geben. Das dürfte aber keineswegs die Geburtsstunde des heutigen ältesten Ortsvereines sein, sondern bestenfalls die Taufe der Kripper Schützen, denn in diesem Statut ist zu lesen:

„§18 – Da schon mehrere Jahre hindurch ein Vogelschießen unter den Mitgliedern stattfindet, auch weiterhin statthaben soll, so soll jedesmal hiervon vorher der Polizeibehörde, wie bisher geschehen ist, die Anzeige gemacht und um die Erlaubnis hierzu nachgesucht werden.“

Mehrere Jahre hindurch ein Vogelschießen mit Erlaubnis, das könnte schon 1834 gewesen sei, und wer weiß, ob und wie lange nicht schon auf Vögel ohne Genehmigung geschossen wurde, weil sie nicht aus Holz waren oder gar vier Beine und lange Ohren hatten, oder auch auf Dampfschiffe – jawohl, auf Dampfschiffe.

Dennoch wird man davon ausgehen können, dass es sich hierbei – wenn dieses so stimmen sollte – um die rühmliche Ausnahme gehandelt haben muss. Es wurde seit jeher das übliche Vogelschießen betrieben und man setzte sich darüber hinaus für das gesellschaftliche Leben im Ort ein. Der Ort Kripp hatte damals eine Bevölkerungszahl von ca. 300 Seelen., so dass fast jeder zehnte Einwohner unserer Schützengesellschaft angehörte. Geprägt unter ihrem Glauben stellte sich die Gemeinschaft der Schützenmitglieder unter das Patronat des hl. Sebastianus.

Herausragende Ereignisse in neuerer Zeit waren die beiden Bundeskönige Hans Schäfer und Hans-Friedrich Ueberbach, die in den Jahren 1965 bzw. 1968 die höchste Würde des „Bundes deutscher historischer Schützen-bruderschaften“ erringen konnten. Diese seltenen Ereignisse innerhalb kürzester Zeit wurde mit einer großen Anzahl aus der Kripper Bevölkerung gebührend gefeiert.

In den letzten Jahren wurde das Vereinsgrundstück auf eine jetzige Grundstücksfläche von ca. 3250 Quadratmeter erweitert. Das Schützenhaus mit den dazugehörigen Anlagen wurde in den letzten 35 Jahren erheblich renoviert und zum Teil, auch bedingt durch erhebliche Hochwasserschäden, erneuert. So verfügen die Schützen über ein schönes Vereinsheim mit dazugehörigen Schießsportanlagen., die aus 6 Kleinkaliber- und 4 Luftgewehrschießständen bestehen. Ferner wurde vor nicht allzu langer Zeit eine automatische Seilzuganlagen für das sportliche Kleinkaliber-gewehrschießen mit hohem Aufwand installiert.

Auch das Vereinsleben kommt in unserer Schützengesellschaft nicht zu kurz. Angefangen mit dem jährlich beginnendem Patrozinium, unserem Hochfest, dass entsprechend gebührend gefeiert wird, besuchen die Schützenmitglieder darüber hinaus einige Schützenfeste befreundeter Schützenbruderschaften im Rhein-Ahr-Bezirk. Weitere Veranstaltungen sind u.a. die Durchführung des eigenen Schützenfestes, Königs- und Prinzenschießens, sowie der Vereinsmeisterschaften und des Schluß-schießens. Unsere Schützengesellschaft führt ein wöchentlich stattfindendes Schießtraining durch, zudem auch Interessiert des Schießsportes herzlich willkommen sind.

Die Brauchtumspflege setzt sich in der Beteiligung an der jährlich stattfindenden Fronleichnamsprozession fort. Zusätzlich aktiv werden unsere Schützenmitglieder bei der Durchführung von Ortsfeierlichkeiten. Die Pflege des Brauchtums sollte gerade in der heutigen Zeit einen hohen Stellenwert einnehmen. Wir sind daher alle aufgerufen, zu dem Erhalt des Brauchtums beizutragen und es damit für kommende Jahrzehnte zu sichern und zu bewahren.

 Bürger-- und Heimatverein e.V. Kripp

Vorsitzender: Günter Keller, Quellenstrasse 159, Telefon: 02642/7933
Geschäftsführer: Dieter Heckenbach, Ligusterweg 5, Telefon: 02642/44322

Vereinsgründung und Vorstände:

Bei dem Amtsgericht Andernach wurde der Verein am 01.06.1934 unter dem Namen Bade- und Verkehrsverein Kripp registriert.

                           
                                                          von links: Hans Nies, Theo Kluth, Hermann Josef Fuchs

1973 Vorsitzender Theo Kluth                    1975 Vorsitzender Kurt Rüddenklau
Stellvertreter Hans Nies                               Stellvertreter Karl Ebert
Schriftführer Hermann Josef Fuchs           Schriftführer Hans Diedenhofen
stellv. Schriftführer Kurt Rüddenklau          stellv. Schriftführer Hans Nies
Kassierer Philipp Bauer                                Kassierer Philipp Bauer
stellv. Kassierer Hermann Schmitz            stellv. Kassierer Hermann Josef Fuchs


Nach der Jahreshauptversammlung am 28.02.1975 wurde die Tätigkeit des Vereins nicht mehr fortgesetzt.

Am 08.05.1991 wurde der Bürger- und Verschönerungsverein Kripp eV erneut ins Leben gerufen. In der Mitglieder= versammlung am 19.04.1991 gab sich der Verein eine neue Satzung. Mit 35 Ja Stimmen und einer Gegenstimme wurde der Neufassung zugestimmt. Der Verein wurde umbenannt in Bürger und Heimatverein Kripp eV. Die neue Satzung datiert vom 19.April 1991.

1991 Vorsitzender Willy Weis
Stellvertreter Arno Matuszak
Geschäftsführer Jürgen Blüher
stellv. Geschäftsführer Dieter Heckenbach
Kassierer Philipp Bauer
Beisitzer Marlene Fuchs
Josef Pax

Seit dem 19.April 1991 führte Willy Weis den Vorsitz des Vereins. Durch den Umzug nach Spanien bedingt legte er diesen Vorsitz am 10.03.1999 nieder. Er hat in seiner achtjährigen Amtszeit als Vorsitzender sich große Verdienste um den Verein erworben, Willy Weis wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Ebenfalls wurde Philipp Bauer, der sich in all den Jahren große Verdienste um den Verein erworben hat, zum Ehrenmitglied ernannt.

1994 Vorsitzender Willy Weis
Stellvertreter Norbert Kolossa
Geschäftsführer Jürgen Blüher
stellv. Geschäftsführer Dieter Heckenbach
Kassierer Monika Brüssel
Beisitzer Philipp Bauer
Hildegard Funk

Verschönerungen im Ort Kripp, die durch den Bürger- und Heimat-Verein eV im Laufe der Jahre durchgeführt wurden, sowie der Familienwandertag, der jedes Jahr am 03.Oktober durchgeführt wird:

Im Jahre 1973 konnte der Bürger- und Heimatverein unter seinem damaligen Vorsitzenden, Theo Kluth, den Brunnen-Neubau (Springbrunnen) am Rhein erfolgreich fertig stellen. Die Arbeiten wurden von Vereinsmitgliedern in Eigenleistung ausgeführt. Dank ist neben Herrn Theo Kluth auch dem damaligen Ortsvorsteher, Christian Iven, auszusprechen, der sich massiv für den Brunnen eingesetzt hat. Im Jahre 1993 wurde an der Ecke Quellenstraße / Sandweg ein neues Wegekreuz aufgestellt.

                                       

Das Heiligenhäuschen wurde in liebevoller Kleinarbeit restauriert mit einer Beleuchtung versehen und so zu einem Blickfang für die Bevölkerung gemacht. Von außen wurde es mit einem Gitter versehen.

Die Veranstaltung „Rhein in Flammen“ wurde alljährlich auf Initiative des Bürger- und Heimatvereins als Gemeinschafts-veranstaltung der Kripper Orts-vereine durchgeführt. Der jeweilige Erlös diente der Sanierung der alten Kripper Pumpe.


                                       
               Der damalige Vorsitzende Willy Weis hatte die Hochwassernotkapelle teilweise in Eigenleistung renoviert.

Mit der anschließenden Erneuerung des Dachstuhles und der Verschieferung des Daches wurden die Renovierungsarbeiten abgeschlossen. Im Februar 1999 wurde dann die Kapelle, die im städtischen Eigentum ist, vom Vorsitzenden des Bürger- und Heimatvereins Kripp, Willy Weis, an den Hausherrn Bürgermeister Lorenz Denn übergeben. Hierfür und für das langjährige Engagement dankte der Bürgermeister Lorenz Denn unserem 1.Vorsitzenden, Willy Weis, ganz herzlich.

Ebenfalls 1999 wurde das alte Buswartehäuschen am Friedhof durch das Unterstellhäuschen, welches an der Fährrampe überflüssig wurde, ersetzt. Malermeister Rudolf Lange schuf dazu das mediterrane Hintergrundbild.

                                              

Zur Erinnerung an die Kripper Treidelschiffer, die die ersten Dampfschiffe auf dem Rhein unter Beschuss nahmen um den Untergang ihres Berufes abzuwenden, wurde vom Bürger- und Heimatverein e.V. Kripp in der Rheinanlage ein Gedenkstein mit einem Böller errichtet. Der Böller ist ein Geschenk an den Bürger- und Heimatverein von Herrn Werner Schäfer (Monsieur „Bum Bum“).

                                             

Am 09.Juli 1992 wurde der Stadt Remagen in einer kleinen Feierstunde, der in den Rheinanlagen vom Bürger- und Heimatverein erworbenen und aufgestellte Kahn, übergeben. Alljährlich, vor der Kripper Mai-Kirmes, wird der Kahn von Mitgliedern des Vereins mit Blumen bepflanzt. Das Giessen und die Pflege der Blumen wurde in jedem Jahr von Frau Ursula Diedenhofen ausgeführt
Am 03.10.1994 wurde das Willkommensschild für Kripp und Sinzig an der Ahrbrücke eingeweiht. Hierfür engagierten sich besonders die Herren Herbert Syberz und Willi Vogt.

Mit viel Liebe zum Detail haben zahlreiche Mitglieder des Vereins zwei historische Ortsschilder am Rhein aufgestellt. Ein Schild zeigt dabei im Mittelpunkt den Kripper Wasserturm sowie den Rhein und weitere historische Gebäude des Ortes mit dem Hinweis „Willkommen in Kripp“. Das 2.Schild ist eine geschnitzte Holztafel mit den Motiven des ehemaligen Kripper Kurhauses und dem Hinweis auf den Quellenort Kripp.

Die Schnitzerei ist das Werk eines Hobbykünstlers aus dem Sauerland, der für den Bürger- und Heimatverein bereits zwei Holztafeln geschnitzt hat.

Mit einem restaurierten Anker hat der Kripper Bürger- und Heimatverein unweit des Blumenkahns für ein weiteres Schmuckstück an der Kripper Rheinpromenade gesorgt.

Im Jahre 2000 hat der Kripper Bürger- und Heimatverein 16 Blumenkübel auf der Mauer entlang des Kripper Rheinufers aufgestellt. Die 400,00 DM pro Blumenkübel stellten die Kripper Ortsvereine aus dem Erlös der Veranstaltung „Rhein in Flammen“ zur Verfügung.

Alljährlich werden die Blumenkübel von Mitgliedern des Vereins mit Blumen bepflanzt.

Am 20.7.2002 wurde der Dorfmittenplatz eingeweiht. Die sanierte alte Schwengelpumpe vom Kirchenvorplatz wurde in die Ortsmitte integriert.


                                            

Der Pfarrverwaltungsrat hat die Pumpe der Ortsgemeinde Kripp übereignet. Der Bürger- und Heimatverein hat für die Restaurierung der Pumpe den auf dem Sonderkonto angesammelten Betrag zur Verfügung gestellt. Dieser Betrag wurde aus dem Überschuss der Veranstaltung „Rhein in Flammen“ in mehreren Jahren angespart.

Jedes Jahr am 03.Oktober führt der Verein seinen traditionellen Familienwandertag durch. Wanderziele sollen in der Regel einen geschichtlichen Hintergrund aufweisen. Viele Mitglieder des Vereins nahmen in den vergangenen Jahren an diesen Wanderungen teil.

Um die Fahrensleute und Touristen auf dem Rhein besser auf den ehemaligen Badeort aufmerksam zu machen, stellte der Bürger- und Heimatverein ein großes Namensschild mit der Bezeichnung „KRIPP“ und dem neuen Fahnenlogo, das von Harry Sander entworfen worden war, am Aufgang von der Fähre auf.

                                                

Nach zweijährigem Ringen ist es dem Verein endlich im Jahre 2004 gelungen, den Bürgern eine Fahne zu präsentieren. Das LOGO von Harry Sander machte letztendlich das Rennen. In der Ortsbeirats-sitzung am 28.Januar 2004 stimmte der Ortsbeirat dem vorgestellten Fahnenentwurf einstimmig zu. Die Fahne wurde vom Ortsbeirat zur Ortsfahne erklärt. Am 22.Mai 2004 wurde die Ortsfahne auf dem Ortsmittenplatz eingesegnet.


Der Verein ist unter der lfd.Nr. 5 VR 669 in das Vereinsregister des Amtsgerichts Andernach eingetragen. (Letzte Eintragung am 09.01.2004). Der Verein ist nach § 5 Abs.1 Nr.9KSTG von der Körperschaftssteuer und nach § 3 Nr. 6 GewStG von der Gewerbesteuer befreit, weil er ausschließlich und unmittelbar steuerbegünstigten gemeinnützigen Zwecken in Sinne der §§ 51ff AO dient. Z.Zt. hat der Verein folgenden Vorstand:

2004 Vorsitzender Günter Keller
Stellvertreter Norbert Kolossa
Geschäftsführer Dieter Heckenbach
stellv. Geschäftsführer Renate Heckenbach
Kassierer Elke Geil
Beisitzer Willi Vogt
Monika Brüssel
Arno Mauszak
Reiner Eckhardt





 Impressum der Chronik

Herausgeber: Traditionsverein Kripp,

verantwortlich: Dr. Peter Ockenfels

Die Vereinschroniken sind durch die Vereine zu verantworten. Die Schul­chronik ist verfasst von Herrn Frank Hillen. Der Oberländer wurde überar­beitet von Frau Daniella Nies. Die Spitznamen sind gesammelt von Frau Helma Laux und Herrn Dieter Breuer. Der Verfasser der Ortschronik ist Herr Dr. Peter Ockenfels.

Die Bilder sind von privat zur Verfü­gung gestellt. Die Rechte an den Luftbildern liegen beim Landesamt für Vermessung und Geobasisinforma­tion Rheinland-Pfalz.

Dank gilt allen Verfassern der Artikel und denen, die die Anzeigen gesam­melt haben. Herrn Florian Stadtfeld ist für den technischen Support zu danken.

In eigener Sache:
Diese Chronik erschien in diesem Originaltext im Jahre 2005 zur 300 Jahr Feier Kripp. Sie soll ein lebendes Dokument werden und bei neuen Erkenntnisesn auf den neusten Stand gebracht werden. (Horst Krebs)