Ortsprojekte Teil 3

 Buswartehäuschen

Die Geschichte des Ortes Kripp ist neben der Treidelschifffahrt eng mit der Herstellung von Ziegelsteinen verbunden. Am Anfang wurden die Ziegelsteine direkt an den Stellen der Lehmvorkommen in sogenannten Feldbrandziegeleien hergestellt. Später um 1900 wurden die vielen kleinen Feldbrandziegeleien durch den Einsatz von Maschinen und eines großen Ringofens- im Bereich der heutigen Beton Union- verdrängt.
(Siehe auch hierzu den Bericht der Kripper Ziegelei in der Rubrik "Zeitdokumente" auf www.Geschichte-Kripp.de von den Autoren Willy Weis und Hildegard Funk)

Buswartehäuschen Mittelstraße

Um auch optisch in Kripp die Geschichte aufrecht zu erhalten, bestand seit geraumer Zeit bei einigen Kripper Bürger die Idee, zur Verschönerung des Ortes ein Buswartehäuschen aus alten Kripper Lehmziegel zu erstellen. Durch einen glücklichen Zufall erfuhr Dipl. Ingenieur Michael Gierlichs, Geschäftsführer der ortsansässigen Firma VITO Irmen von dieser Planung. Gierlich steuerte privat einen großen Teil der Kosten bei, sammelte zusätzlich Spenden und stiftete über den Bürger- und Heimatverein sämtliche Materialien zur Errichtung eines Buswartehäuschen. Die Bauausführung sollte im Fachwerkstil erfolgen. mit Schiefer gedeckt und ausgemauert mit alten Kripper Ziegeln.



Nun kann man schwerlich behaupten, dass nur alte Kripper Ziegelsteine vermauert wurden. Jedoch sind 5 Ziegelsteine, eingraviert mit den Worten "300 Jahre Kripp 1705-2005" aus Kripper Lehm hergestellt. Der Lehm stammt von einem an der oberen Quellenstrasse gelegenen Grundstück. Geformt und luftgetrocknet wurden sie im Rahmen der 300 Jahrfeier (2005) und in diesem Jahr graviert und gebrannt.
Dank einer Gemeinschaftsleistung engagierter Kripper Bürger, Handwerker und Hand= werksbetrieben mit der Unterstützung eines Sponsors, konnte die Baumaßnahme in vielen Tagen und Stunden vollendet werden.
Das Buswartehäuschen befindet sich auf der Mittelstraße in Höhe des Firmengeländes der VITO Irmen. Daher trafen sich Ende November die freiwilligen Helfer gemeinsam mit Gierlichs, seiner Gattin und seinem Nachfolger als Geschäftsführer der VITO Irmen, Ralf Heiligtag, um die "offizielle Inbetriebnahme" gebührend zu feiern.

Buswartehäuschen Friedhof

Die Planung des Buswartehäuschen hat noch nicht begonnen. Wer Ideen hat, meldet sich bitte bei Harry Sander vom Bürger- und Heimatverein.



 Renovierung Mausoleum



Der Bürger- und Heimatverein Kripp mit seinem Vorsitzenden Harry Sander fand einen neuen Zweck für das Mausoleum, das nach dem Bau der neuen Aussegnungshalle nicht mehr genutzt wird. Das Gebäude wurde in viel Eigenleistung and dank großzügiger Spender sowie öffentlicher Zuschüsse würdig hergerichtet und in eine Gedenkstätte verwandelt für die 15 zivilen Opfer des Bombenangriffes auf das Kripper Fährschiff "Franziska" vom 9.Februar 1945. In Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste und Kripper Bürger wurde das alte Mausoleum auf dem Kripper Friedhof jetzt seiner neuen Bestimmung übergeben.
Mit seiner markanten Bauweise eignet sich das rund 95 Jahre alte Gebäude im Stil eines klassischen Mausoleums ausgezeichnet für eine Gedenkstätte. Die Tatsache, dass die Opfer des Angriffs auf die Fähre direkt nebenan in einem Sammelgrab ihre letzte Ruhe fanden, unterstreicht die gute Wahl des Bürger- und Heimatvereins, der damit den Bau vor dem Verfall und der Nutzlosigkeit rettete.
Im Innern des Mausoleums sind auf einer großen Messingtafel die Namen der zivilen Opfer eingraviert, die kurz vor dem Kriegsende ihr Leben bei dem Bombenangriff auf das Fährschiff "Franziska" lassen mussten, darunter Fährmeister Peter Valentin und seine Frau.
Die Mitglieder des Bürger- und Heimatvereins haben sich vorgenommen, in Zukunft die Pflege des Objektes zu übernehmen. Harry Sander sprach zur Einweihnung ein kurzes Grußwort, ebenso Bürgermeister Herbert Georgi und Landrat Dr.Jürgen Pföhler. Georgi fand, die neue Gedenkstätte halte das Andenken an die zivilen Opfer des Krieges wach, die stets die Hauptleidtragenden von Krieg und Gewalt seien. Im Anschluss nahm Dechant Johannes Meyer gemeinsam mit seinem evangelischen Amtskollegen, Pfarrer Udo Grub, die Neueinsegnung des Mausoleums auf dem Kripper Friedhof vor.


Oktober 2007 Einsegnung Mausoleum Kripper Friedhof

Endlich ist es soweit: Die Einsegnungsfeier der Gedenkstätte für die zivilen Opfer vom Bombenangriff auf das Fährschiff "Franziska" vom 9.Februar 1945 erfolgt auf dem Kripper Friedhof.
Nach einem Jahr Restaurierungsarbeiten an dem alten Mausoleum auf dem Friedhof Kripp kann nun die Gedenkstätte für die Zivilopfer des 2.Weltkrieges aus dem Quellenort Kripp eingesegnet und ihrer Bestimmung übergeben werden.
Der Bürger- und Heimatverein Kripp, mit Harry Sander als erstem Vorsitzenden, hatten sich im Jahr 2007 dieses zur Aufgabe gemacht, rechtzeitig zum 70.Geburtstag der damaligen Fähre "Franziska" wo viele Kripper Bürger durch einen Bombenabwurf den Tod fanden. An diesem Tag fanden 16 Kripper den Tod.




Hier der Bericht der Remagener Nachrichten zur Einsegnung des Mausoleums:


Herausragendes Engagement des Bürger- und Heimatvereins gewürdigt

Vergangene Woche war das Werk getan: die Beendigung der Restaurierung des Mausoleums auf dem Friedhof in Kripp wurde feierlich begangen. In einer Zeremonie wurde der Bau öku=
menisch eingesegnet. Die ehemalige Aussegnungshalle, die seit 1994 ungenutzt war, erinnerte jetzt durch die innen angebrachte Gedenktafel an die 15 zivilen Todesopfer des Bombenangriffs vom 9.Februar 1945 auf das Kripper Fährschiff "Franziska".
Der Vorsitzende des Bürger- und Heimatvereins Kripp, Harry Sander, der die Restaurierung der fast 100 Jahre alten Aussegnungshalle mit Nachdruck betrieben hatte, ergriff als erster das Wort. Er erinnerte an die Toten, die gleich neben dem Mausoleum in einem Gemeinschaftsgrab liegen. Sander erzählte von dem Wohlwollen, mit dem sein Anliegen der Restaurierung aufgenommen worden war. Von der Stadtverwaltung mit Bürgermeister Herbert Georgi und der heimischen Wirtschaft, insbesondere der Kreissparkasse, der Volksbank RheinAhrEifel und der Fährgesellschaft, dem Kreis sowie der Bürgerstiftung und den heimischen Handwerksbetrieben, die geholfen hatten, das Gemeinschaftswerk zu vollenden.



"Mit der festlichen Einweihung des restaurierten Mausoleums als neue Gedenkstätte hier auf dem Kripper Friedhof findet ein ehrgeiziges Projekt des Bürger- und Heimatvereins Kripp seinen erfolgreichen Abschluss", sagte Landrat Dr. Jürgen Pföhler in seinem Redebeitrag. Als Gedenkstätte und Mahnmal für die Opfer des Zweiten Weltkrieges erhalte das vor über 95 Jahren als Begräbnisstätte erbaute Mausoleum die Erinnerung an unsere Verstorbenen am Leben.
Das besondere Engagement des Kripper Bürger- und Heimatvereins, der schon manches Projekt im Ort realisiert habe, verdiene besondere Anerkennung: "Hier am Mausoleum Kripp kann man sehen, was alles in kurzer Zeit möglich ist, wenn ein Verein Initiative ergreift und anpackt."
Bürgermeister Herbert Georgi sieht in dem Mausoleum "Gedenken und Mahnung" zugleich, das an die Opfer in der Zivilbevölkerung erinnere. Auch der Bürgermeister dankte dem Vorsitzenden des Bürger- und Heimatvereins, Harry Sander, für dessen Engagement und rief auf, sich der "schönen Seite von Kripp" bewusster zu werden.
Abschließend nahmen Dechant Dr.Johannes Meyer und Pfarrer Udo Grub die ökunemische Einsegnung der Gedenkstätte vor, der zukünftige Pflege von Mitgliedern des Bürger- und Heimatvereins übernommen wird.



Oktober 2006 Restaurierung des Kripper Mausoleums




Ein ehrgeiziges Projekt hat sich der Bürger- und Heimatverein Kripp für das Jahr 2006/2007 vorgenommen. Die Restaurierung des alten Mausoleums auf dem Kripper Friedhof. In der vergangenen Woche konnte sich der Vorsitzende des Vereins, Harry Sander, über eine erste Spende für die Restaurierung des alten Mausoleums freuen.

Restaurierungsarbeiten










Altzustand vor der Renovierung









Gemeinschaftsgrabstätte Bombenangriff Fähre Franziska












 Neupflanzung Bäume

Für die Schiffsmasterstellung am Kripper Rheinufer wurde von der Wasser- und Shifffahrtsbehörde dem Ort als Ersatz die Pflanzung von 3 Bäumen auferlegt.



Die drei Bäume wurden angepflanzt auf dem Wiesengrundstück zwischen Sandweg und Rheinufer. Professonell auch die Stützungseinrichtungen, die gegen Fäulnis behandelt wurden. Das Bild unten zeigt die Männer des Vereins bei der Arbeit.




 Schiffsmast am Rheinufer



Kripp zeigt wieder Flagge. Seit September schmückt neben einem Ruderboot, einer Schiffsschraube und einer Kanone auch ein mit bunten Fahnen beflaggter Schiffsmast das Kripper Rheinufer.
Zu sehen sind unter anderem das Wappen des Treidelortes und die Farben der Stadt Remagen sowie diverser Sponsoren, die das 700 Euro teure Projekt des Bürger- und Heimatvereins mit 300 Euro unterstützt haben. Nach der Kalkulation durch Bruno Walbröl übernahmen Richard Welter, Jochem Rüth und Wilfried Schwarz die Schlosserarbeiten.
Die Beton- und Maureraufgaben waren Sache von Wolfgang Dörfer, unterstützt von Willy Vogt, Jürgen Blüher, Dieter Hoffmann, Peter Schüller, Thomas Herzog und Helmut Porch. Für die Malerarbeiten zeichnen sich Patrick Fuhs und Harry Sander verantwortlich.



Bei der feierlichen Einweihung überreichte ihm der Geschäftsführer der Firma Vito Irmen, Michael Gierlichs, den Spendenscheck. Als Sponsoren hatten die Beton Union und Tiefbau Wahl ihr Scherflein beigetragen. Ungeklärt ist noch, wo der Mast eingelagert werden kann, denn laut einer Auflage des Schifffahrtamtes muss das gute Stück bei drohendem Hochwasser abgebaut werden.



In wochenlanger Arbeit wurde in Eigenleistung von fleißigen Mitgliedern des Kripper Bürger- und Heimatvereins ein Schiffsmast am Rhein geschaffen und aufgestellt. Der Mast war mit einer Menge von Fahnen und Wimpeln geschmückt worden.Nach der Fertigstellung gab es am Montag einen kleinen Umtrunk, der von den Gaststätten "Dorfschenke" und "Treidelstube" spendiert wurde



Unterstützt worden war das Projekt von den Sponsoren Vito Irmen Kripp, Beton Union Kripp und Tiefbaubetrieb Wahl aus Kripp. An der Feierstunde am Rhein nahmen der Geschäftsführer der Firma Vito Irmen, Michael Gierlichs, der Verkaufsleiter der Firma Beton Union, Dirk Gertler und die Firma Wahl, vertreten durch Peter Wahl, teil.
Einen Scheck übergab der Geschäftsführer von Vito Irmen an den ersten Vorsitzenden des Heimatvereins Harry Sander. Dieser bedankte sich herzlich bei allen Sponsoren und den fleißigen Helfern des Vereins.



Der Geschäftsführer von Vito Irmen, Michael Gierlichs, übergab dem ersten Vorsitzenden des Vereins, einen Scheck


 Gedenktafel Fähre Franziska

Aus dem alten Mausoleum auf dem Kripper Friedhof wird eine Gedenkstätte für die Kripper Bevölkerung. Der Bürger- und Heimatverein Kripp, um Vorsitzenden Harry Sander, will auf diese Weise die Erinnerung an die Menschen wach halten, die am 9.Februar 1945 beim Bombenangriff auf das Fährschiff “Franziska” ihr Leben lassen mussten.

Die Bürgerstiftung Remagen hat mit einem ansehnlichen Spendenbetrag dazu beigetragen, dass eine Tafel mit den Namen der Zivilopfer für die Gedenkstätte angefertigt warden konnte, die in der vergangenen Woche anlässlich des 62.Jahrestages des Angriffs, im Beisein von Bürgermeister Herbert Georgi, der auch Vorsitzender der Bürgerstiftung Remagen ist, und Ortsvorsteher Heinz-Peter Hammer, präsentiert wurde.



Der Vorstand des Vereins, vertreten durch den ersten Vorsitzenden Harry Sander, den Geschäftsführer Dieter Heckenbach und die Beisitzerinnen Margret Sander und Marlene Fuchs, sprachen Bürgermeister Georgi ein herzliches Dankeschön für diese Zuwendung aus. Ortsvorsteher Hammer hatte seinerseits noch einen kleinen Beitrag für das Ehrenamt im Gepäck, den er dem Vereinsvorstand des Bürger- und Heimatvereins Kripp übergab. Auch ihm galt ein ein herzlicher Dank.

Harry Sander teilte bei dieser Gelegenheit mit, dass mit der geplanten Fertigstellung der Gedenkstätte noch in der zweiten Jahreshälfte gerechnet werden kann.


Der Tag, an dem die Franziska sank

Ein Bericht von Rolf Plewa


Kripp. Februar 1945: Der Krieg tobt. Die Front rückt näher. Es ist bitterkalt - um die 20 Grad minus -, und die Menschen hören immer noch die Meldungen von den angeblich siegenden deutschen Truppen. Wollen es aber schon gar nicht mehr hören. Die Ardennenoffensive, mit der Hitler die alliierten Truppen zurückwerfen wollte, ist gescheitert: "Die Wacht am Rhein" im Frontabschnitt Monschau-Echternach ist zum Erliegen gekommen, allerdings verharren die Alliierten kurzzeitig an der "Siegfriedlinie", dem Westwall. Die Deutschen haben 1 088 Flugzeuge und 970 Panzer verloren, 100 000 deutsche Soldaten bleiben auf dem Feld. Die Alliierten übernehmen die Lufthoheit. Luftangriffe sind an der Tagesordnung. Verwundete und verstümmelte Soldaten gehören zum Straßenbild.



Die Fähre Franziska kurz vor der Überführung 1937 vom Anleger Honnef nach Kripp

Am 1. Februar, gut eine Woche bevor Kripp unter einem Bombenteppich liegt, hält Adolf Hitler seine letzte Rede: "Es gibt für uns nur das eine Gebot, wer ehrenhaft kämpft, kann damit das Leben für sich und seine Familie retten, wer der Nation aber feige und charakterlos in den Rücken fällt, der wird unter allen Umständen eines schimpflichen Todes sterben. Siegen wird in diesem Kampf nur unser Großdeutsches Reich, die deutsche Nation."

In Remagen gibt es nur noch ganz wenige, die den Siegestrompeten folgen, ist der 2. Januar doch noch zu gut im Gedächtnis. An diesem schrecklichsten Tag für die Römerstadt griffen 56 Bomber bei geschlossener Wolkendecke die Ludendorffbrücke an. Nach den Recherchen von Lothar Brüne und Jakob Weiler in ihrem Buch "Remagen im März 1945" gehen 127 450-Kilo-Bomben und 82 900-Kilo-Bomben auf die Stadt nieder. Remagen zählt 28 tote Zivilisten und acht tote Soldaten. Die Stadt liegt in Schutt und Asche. Auf der anderen Rheinseite, in Erpel, sind keine Todesopfer zu beklagen. Allerdings gibt es erhebliche Häuserschäden. Rund 400 Menschen werden bei grimmiger Kälte obdachlos.

Und die Bombenangriffe gehen weiter. Die Sinziger Eisenbahnbrücke ist immer wieder das Angriffsziel. Schließlich verkehren auf der Eisenbahnstrecke Nr. 249 Köln-Mainz noch 21 Zugpaare, davon sechs D-Züge und drei Eilzüge mit Halt in Remagen. Und besonders die Abzweigung zur Ahrtalstrecke liegt unter besonderem Beschuss, gilt diese Gleisverbindung doch als direkte Nachschubverbindung zur Westfront.

In Kripp hört man immer wieder das Nahen der Bomber, Sirenengeheul ist an der Tagesordnung, in den Kellern herrscht Hochbetrieb. Doch der Rheinort ist bis Februar 1945 vom Schrecklichsten verschont geblieben. Lediglich vor Ostern 1940 kommt eine Bombe im Bereich der Kiesgrube Wahl herunter, richtet aber keinen größeren Schaden an. Durch eine Luftmine, die in den Hanggärten niederging, entsteht im Oberdorf beträchtlicher Schaden. Auch die Kirchenfenster gehen durch die Druckwelle zu Bruch.

Doch der 9. und der 13. Februar wird den Krippern für immer im Gedächtnis bleiben. Hochwasser, Pegelhöchststand in Andernach 8,38 Meter. Mit dem Nachen holen die Menschen ihre Lebensmittelkarten in der alten Schule ab. Der 9. Februar beschert eine geschlossene Wolkendecke. In England starten 36 "Marauder" mit dem Ziel, militärische Nachschubwege zu zerstören, Eisenbahngleise unbrauchbar zu machen, Flussüberquerungen zu beseitigen.

Am Kripper Rheinufer dümpelt die "Franziska", die 1937 den Betrieb aufgenommen hatte, vor dem Haus Deubener. Das Schiff der "Bad Honnefer Fährgesellschaft" mit Fährmeister Peter Valentin hatte wegen des Hochwassers den Verkehr eingestellt. Gegen 16 Uhr, so Zeitzeugen, gibt es Fliegeralarm, die Menschen hasten in die Keller. Nicht so am Rhein - Hochwasser. Wenige Minuten später das Brummen der zweimotorigen 1 850 PS-Maschinen. Auf die Ahrbrücke fällt an diesem Tag keine einzige Bombe, die "Franziska" versinkt in den Fluten des Rheines - Volltreffer. Nahezu die gesamte Häuserfront am Ufer, bis zum Badenacker hin, fällt unter einem Bombenteppich in sich zusammen.

Marianne Überbach, die sorgfältig Tagebuch führte, verzeichnet an diesem Tag 16 Tote. Unter ihnen Fährmeister Peter Valentin und Frau Katharina. Verschüttete werden mit den bloßen Händen geborgen. In Linz wird die Familie des Studienrates Lohmann ausgelöscht, zwei der 20-Zentner-Bomben durchschlagen das Viadukt der Reichsbahn. Historiker streiten sich, ob die Sinziger Eisenbahnbrücke verfehlt wurde, oder die Fähre das Angriffsziel war. Von Letzterem ist der Kampfkommandant der Remagener Brücke, Hauptmann Bratge, überzeugt. Den Toten und ihren Anverwandten nutzt es nichts mehr.

Die Bomben fallen weiter: am Fastnachtssonntag, 11. Februar, auf Sinzig und Unkel. Vikar Lueger aus Unkel schreibt: "Keine Todesopfer, die meisten Bomben fallen in den Rhein, wir sammeln tote Fische auf."

Der 13. Februar, ein weiterer Schreckenstag für Kripp: 72 Maschinen werfen erneut ihre Tod bringende Last in Richtung Ahrbrücke. Die Kripper Ahrstraße wird getroffen. Wohnhäuser sinken in sich zusammen. Auch das von Peter Küpper. 14 Menschen haben im Keller Schutz gesucht. Sie werden mit den Händen ausgebuddelt. Sie überleben wie durch ein Wunder.




 Platz der alten Kripper Glocken



Der neue erste Vorsitzende des Heimat- und Bürgervereins, Harry Sander, setzte in den vergangenen Monaten mit einigen Helfern ein Anliegen aus den Anfängen des Jahres in die Tat um: die Sanierung der drei alten Glocken der Pfarrkirche Sankt Johannes Nepomuk. Frisch saniert zieren sie nun das Umfeld der katholischen Kirche.




Zunächst wurden sie mit einer Drahtkorb versehenen Flex von Schmutz und Rost befreit. Danach erhielten die alten Kirchenglocken einen zweimaligen Metalise-Anstrich. Die alten Glockenjoche wurden durch neue, von der Firma Holzbau Adams aus Remagen gelieferten Holzbalken ersetzt, die vom engagierten Vorsitzenden mit offenporiger Lasur behandelt wurden.



Mit vereinten Kräften wurden sie dann von Rudolf Fuchs, Klaus Hüppen und Harry Sander auf die Glockenköpfe montiert. Mit Hilfe eines Krans und einiger Feuerwehrleute der Kripper Einheit, sowie dem großen Gabelstapler der freiwilligen Feuerwehr Kripp, konnten die Glocken unter Einheitsführer Ingo Wolf und dem Vorsitzenden des Fördervereins der Feuerwehr, Klaus Hüppen, auf die eigens dafür hergestellten Naturstein-Sockel gestellt werden. Somit sind diese alten Prunkstücke den Kripper Bürgern, die damit sehr viele Erinnerungen verbinden, erhalten geblieben.





Zur Erinnerung

November 2005 Die Glocken von Kripp läuten wieder.

Keine Weltuntergangsstimmung, sondern schiere Freude machte sich auf dem Kripper Pfarrhof breit, als nun endlich die lang ersehnten Glocken aus der Saarbrücker St. Paulus Kirche eintrafen.



Mit schwerem Gerät wurden die restlichen drei der vier Glocken in den Glockenturm gehievt.Das Kripper Geläut setzt sich jetzt aus den Tönen cis, e, fis und a zusammen. Die vier Glocken haben einen Durchmesser von 90 bis 150 Zentimeter und wiegen zusammen knapp viereinhalb Tonnen. Auf den Bronzeglocken, die Christus König, dem Apostel Paulus, der Muttergottes sowie dem Heiligen Jakobus und der Heiligen Katharina geweiht sind, befinden sich Schriftzüge in lateinischer Sprache. Der Wechsel war nötig geworden, weil die aus dem Jahr 1923 stammenden Kripper Grauguss-Glocken bereits schwere Materialschäden aufwiesen..

Oktober 2005 Neue Glocken für katholische Pfarrkirche in Kripp

Im ersten Weltkrieg mußten die Kripper ihre Glocken abliefern und danach war kein Geld mehr da um neue Bronzeglocken anzuschaffen. Deshalb wurden 1923 Glocken aus Grauguss in den Kirchenturm eingebaut. Sie prägen seitdem ein Teil des Lebensgefühls in Kripp. Sie rufen zu Gottesdienst, läuten, wenn einer stirbt und gliedern den Tag durch den Stundenschlag. Die Graugussglocken sind in die Jahre gekommen. Sie haben nur eine durchschnittliche Lebenszeit von 60 Jahren und sie weisen nach nun 82 Jahren größere Schäden auf. Es ist also an der Zeit, sie auszutauschen, bevor sie herunterstürzend ein Unglück verursachen.



Schon jetzt ist der Kirchturm eingerüstet. Gleichzeitig werden an dem 100 Jahren alten Gebäude die Fugen des Ziegelmauerwerkes ausgebessert, die Schäden an der Natursteinfassung behoben, die Uhr überprüft und Kreuz und Hahn auf der Spitze des Kirchturms neu verzinkt und vergoldet. Ab dem 24. Oktober werden die alten Glocken abgeschaltet und ausgebaut, danach wird der Glockenstuhl modernisiert und die neuen Glocken aufgehängt.

Die vier neuen Bronzeglocken sind gar nicht neu. Sie stammen aus einer Saarbrücker Kirche, deren Betonturm abgerissen werden mußte. Die Glocken wurden 1960 gegossen und geweiht. Eine Weihe hier in Kripp ist daher auch nicht vorgesehen. Aber wir wollen die Glocken am Sonntag, den 23. Oktober um 9.30 Uhr im Gemeindegottesdienst vorstellen und segnen. Hierzu laden wir alle Kripper Bürger- und Bürgerinnen ein. Das Geläut in Kripp wird in Zukunft ein anderen sein, aber die liebende Einladung Gottes in sein Haus gilt unvermindert



 Weihnachtsbaum im Quellenort Kripp

In jedem Jahr ziert die Ortsmitte von Kripp immer wieder eine gut gewachsene stattliche Weihnachtstanne.



Wie im Jahre 2006, aus einem Irrtum entstandene Idee mit dem Christbaumschmuck, hat sich auch in diesem Jahr der Bürger - u. Heimatverein e. V.Kripp nicht nehmen lassen, dem Weihnachtsbaum auf dem Ortsmittenplatz einen schönen Schmuck zu verleihen. Dank den Vorstandsdamen, mit Ihrem Vorsitzenden, konnten wieder schöne Päckchen und andere Sachen, sowie goldene Tannenzapfen und eine goldene Sternspitze gebastelt werden, welche jetzt dem Baum ein weihnachtliches Aussehen verleihen.
Wieder mal ein toll geschmückter Weihnachtsbaum zur Verbesserung der Ortsmitte in Kripp, um diese, über die Festtage, in weihnachtliche Stimmung zu versetzen.



Seit 2008 findet unter dem Weihnachtsbaum alljahrlich ein Weihnachtsmarkt statt.